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“Ich habe das getan!” – Anklage gegen Boston-Attentäter

von Florian Flade

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Die US-Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Dzhokhar Tsarnaev, einen der Bombenleger von Boston, erhoben. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan einen Terroranschlag verübt und drei Menschen getötet zu haben. Der 19-jährige Student, der derzeit in einem Krankenhaus aufgrund von Schussverletzungen behandelt wird, muss sich nun bald vor einem US-Gericht verantworten. Sein älterer Bruder wurde in der vergangenen Woche bei einem Polizeieinsatz getötet.

Lange war gerätselt worden, ob sich der überlebende Terrorverdächtige als „feindlicher Kämpfer“ sogar von einem US-Militärgericht verurteilt wird. Nun steht fest: Dzhokhar Tsarnaev ist US-Staatsbürger. Geboren in Kirgisien als Sohn tschetschenischer Einwanderer, kam er am 12.April 2002 in die USA und wurde später eingebürgert. Er ist daher ein Fall für ein Zivilgericht.

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Massachusetts liegt „Welt Online“ vor. Sie dokumentiert aus Sicht der Bundespolizei FBI die spektakuläre Jagd nach den Bombenlegern von Boston und liefert neue Details.

“Am 15.April 2013 gegen 14:49, als der Marathon noch in vollem Gange war, ereigneten sich zwei Explosionen auf der Nordseite der Bolyston Street nahe dem Zielgeraden des Marathons”, heißt es in der Anklageschrift gegen Dzhokhar Tsarnaev. “Jede Explosion tötete mindestens eine Person, verletzte, verbrannte und verwundete unzählige andere (…) Ingesamt wurden drei Personen getötet und über zweihundert weitere verletzt.”

Die Tsarnaev-Brüder sollen die beiden Bomben – bestehend aus Dampfkochtöpfen, gefüllt mit Schießpulver, einem Zünder und hunderten Eisenkugeln und Nägeln – am Straßenrand platziert haben. Die Sprengsätze waren so präpariert, dass möglichst viele Menschen durch die Explosion verletzt werden.

Am Nachmittag des vergangenen Donnerstages, dem 18.April, hatte die US-Bundespolizei FBI erstmals Fahndungsfotos von Dzkhokar und Tamerlan Tsarnaev veröffentlicht. Es handelte sich dabei um Aufnahmen von Überwachungskameras, die die Brüder vor und nach den Bomben-Explosionen während des Bostoner Marathons zeigen. Die Identität der Bombenleger war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch unklar. Die Ermittler nannten sich nur „Bombenleger 1“ und „Bombenleger 2“. Das FBI bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Jagd nach den Attentätern.

Laut Staatsanwaltschaft entführten die Tsarnaev-Brüder nur wenige Stunden nach Veröffentlichung der Videoaufnahmen ein fremdes Auto in der Stadt Cambridge bei Boston. Der Autobesitzer, der kurzfristig als Geisel genommen wurde, erzählte dem FBI später, was an jenem Abend geschah.

„Das Opfer erzählte, dass sich ein Mann näherte und auf der Beifahrer-Seite gegen die Scheibe klopfte“, heißt es in der Anklageschrift. Als der Autofahrer das Fenster öffnete, griff der Unbekannte ins Wageninnere, öffnete die Tür und sprang in das Fahrzeug.

Der Mann hielt dem Autofahrer eine Pistole vor das Gesicht. „Hast du von den Boston Anschlägen gehört?“, fragte der Bewaffnete. „Ich habe das getan“. Dann habe der Mann das Magazin aus der Pistole gezogen und ihm gezeigt, dass sich darin eine Patrone befand, berichtete der Autofahrer später der Polizei. Dann schob er das Magazin wieder in die Waffe. „Ich meine es ernst“, soll er anschließend gesagt haben.

Der Autofahrer sei schließlich gezwungen worden loszufahren und an einem anderen Ort einen zweiten Mann abzuholen. Dieser warf mehrere Gegenstände – Rohrbomben wie sich später herausstellte – in den Kofferraum des Wagens und nahm auf der Rückbank des entführten Autos Platz. Beide Männer, so erzählte der Autofahrer, hätten sich in einer ausländischen Sprache unterhalten.

Anschließend sei der Autobesitzer gezwungen worden, auf den Beifahrersitz zu rutschen. Der Mann mit der Pistole habe das Steuer des Wagens übernommen. Ihrem Opfer hätten die Tsarnaev-Brüder anschließend 45 US-Dollar abgenommen, sowie ihn zur Herausgabe seiner Kreditkarte und des Passwortes gezwungen. An einem Geldautomaten versuchten sich damit Bargeld abzuheben. Erst als die Entführer an einer Tankstelle aus dem Auto stiegen, gelang es dem Fahrer zu entkommen.

In Watertown, unweit von Boston, lokalisierte die Polizei kurze Zeit später das entführte Auto. „Als die Männer die Dexter Straße in Watertown hinunterfuhren, warfen sie mindestens zwei Improvisierte Sprengsätze aus dem Auto“, heißt es in der Anklageschrift. Daraufhin kam es zum Schusswechsel zwischen den Tsarnaevs und der angerückten Polizei. „Einer der Männer wurde schwer verletzt und blieb vor Ort“. Es war der ältere Bruder Tamerlan Tsarnaev. Mit schweren Schussverletzungen wurde er ins „Beth Israel“-Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde. Dzhokhar Tsarnaev gelang es im Auto zu fliehen.

Das verlassene Fahrzeug, einen Honda Civic, fand das FBI später verlassen vor. Im Wagen lag ein intakter Sprengsatz. Zwei weitere Bomben fand die Polizei am Ort des Schusswechsels.

Erst am Freitagabend, nach stundenlanger Belagerung der Kleinstadt Watertown und einer Ausgangssperre für die Einwohner, gelang es der Polizei von Massachusetts den flüchtigen Bombenleger Dzhokhar Tsarnaev ausfindig zu machen. „Polizeiermittlungen ergaben, dass sich eine Person in einem abgedeckten Boot in der Franklin Street 67 in Watertown befand“, heißt es dazu in der Anklageschrift.

Als Dzhokhar Tsarnaev schließlich nach tagelanger Jagd aus dem Motorboot gezogen wurde, in dem er sich versteckt hatte, fand die Polizei bei ihm einen Ausweis der „University of Massachusetts at Dartmouth“ und Kreditkarten. „Alles wies ihn als Dzhokhar Tsarnaev aus“, notieren die FBI-Beamten. „Er hatte offensichtliche Verletzungen, darunter augenscheinlich Schussverletzungen am Kopf, Nacken, Armen und an der Hand.“

Zwei Tage nach der Festnahme des Bostoner Bombenlegers durchsuchten FBI-Beamte die Studentenwohnung des mutmaßlichen Islamisten an der “University of Massachusetts at Dartmouth”. Einen großen Feuerwerkskörper und Eisenkugeln entdeckten die Ermittler dort, sowie eine schwarze Jacke und „einen weißen Hut der genauso aussieht wie jener, der Bombenleger beim Boston Marathon am 15.April trug“.

Dschihad mit Drohnen?

von Florian Flade

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 Islamist Rezwan Firdaws im abgehörten Gespräch mit FBI-Undercover Agenten

Zwei Wochen ist es her, da sorgte ein Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof bundesweit für Schlagzeilen. Radikale Islamisten, so die Vermutung in Ermittlerkreisen, wollten mit einem Sprengsatz Marke Eigenbau ein Blutbad anrichten. Die Bombe ging zum Glück nicht hoch. Deutschland entging erneut einem islamistischen Terroranschlag.

Jetzt berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS von einem internen BKA-Papier in dem vor weiteren Anschlagsplanungen radikaler Islamisten gewarnt wird. In dem Dokument mit dem Hinweis “VS-Nur für den Dienstgebrauch” geht es um die “terroristische Nutzung von Modellflugzeugen und Drohnen” durch Personen aus der islamistische Szene.

Wie der FOCUS schreibt, würde der Einsatz von sprengstoffbestückten, ferngesteuerten Flugzeugen bereits innerhalb der Szene, insbesondere in Internetforen, diskutiert. Potenzielle Ziele könnten Flughäfen, aber auch bewohnte Gebiete, Menschenansammlungen und Gebäude sein.

In den USA verhaftete das FBI im September 2011 den 27-jährigen Physik-Studenten Rezwan Firdaws aus Massachusetts. Der US-Bürger mit bangladeschischen Wurzeln hatte geplant Modellflugzeuge vom Typ F-86 “Sabre” und F-4 “Phantom” mit C-4-Sprengstoff zu bestücken. Per Fernsteuerung wollte Firdaws die fliegenden Bomben dann ins Kapitol und das Pentagon in Washington D.C. steuern.

Deutsche Sicherheitsbehörden befürchten laut FOCUS, Islamisten in Deutschland ähnliches planen könnten.

Alles nur Panikmache? Jein.

Nein, weil ferngesteuerte Drohnen aus der Spielzeugabteilung und im professionellen Modellflugwesen immer günstiger und qualitativ besser werden. Wer das nötige Geld investiert, kann tatsächlich mit seinem Smartphone kleine Flugobjekte über Nachbars Garten steuern und alles per Kamera live verfolgen. Was vor Jahren nur dem Militär vorbehalten war, ist mittlerweile frei verfügbar.

Die Warnung vor den Terror-Drohne ist deshalb auch keine reine Panikmache, weil dem Bundeskriminalamt (BKA) tatsächlich Hinweise vorliegen, dass deutsche Dschihad-Extremisten über den Einsatz solcher Drohnenbomben als Waffe nachdenken. Zum Beispiel im Fall eines Maschinenbau-Studenten in Baden-Württemberg und eines Konvertiten in Bayern. Der eine soll sich intensiv über die Steuerung von Modellflugzeugen und Drohnen informiert haben. Der andere rief im Internet seine Glaubensbrüder auf, die Drohnen-Technologie für den Dschihad zu nutzen.

Dennoch ist die Warnung mit einer gesunden Nüchernheit zu betrachten. Wünsche gibt es viele in den Weiten der dschihadistischen Internetforen und in den Köpfen junger Fanatiker. Da wird fantasiert über Einsatz chemischer Waffen und tödlicher Viren, über das Vergiften von Trinkwasser bis hin zu Angriffen auf Atomkraftwerken.

Jede Naturkatastrophe, jeder Unfall größeren Ausmaßes wird in der islamistischen Szene zum Anlass genommen darüber zu philosophieren, wie eine vergeblichbare Aktion absichtlich herbeigeführt werden könnte. Seien es Waldbrände oder Erdbeben.

Es ist demnach nicht überraschend oder verwunderlich, dass Dschihadisten die Technologie der ferngesteuerten Kampfdrohnen für sich nutzen wollen. Der Wunsch ist Vater des Gedanken. Und dennoch ist fraglich ob eine solche Waffe in der Hand radikaler Islamisten überhaupt zum Einsatz kommen könnte. Eine fliegende Bombe zu konstruieren dürfte weitaus größeres Geschick und Können voraussetzen als eine Rohrbombe mit Wecker-Zeitzünder zu bauen.

Der Bonner Vorfall zeigt, dass selbst Bomben, die mit Hilfe von Al-Qaida-Bauanleitungen konstruiert wurden, häufig nicht funktionsfähig sind. Die Arbeit der Terrorzellen erweist sich nur allzu oft als stümperhaft. Selbst bei einfachsten Sprengsätzen.

Die Kölner Kofferbombe scheiterten an der eigenen Unfähigkeit. Im Fall der Bonner Bahnhofsbombe waren die Batterien zu schwach. Die “Sauerland-Gruppe” besaß nie explosiven Sprengstoff, weil Ermittler im Zuge der Überwachungsarbeit die Chemikalien austauschen konnten. In Frankfurt sprengte sich ein junger Deutsch-Afghane Anfang 2011 beinahe selbst in die Luft als er in der Küche Sprengstoff kochen wollte. Die Düsseldorfer Al-Qaida-Zelle wurde entdeckt, noch bevor ausreichende Mengen Chemikalien für eine Bombe hergestellt werden konnten.

The Day Rami met Yassin

by Florian Flade

Yassin al-Suri is one of the World´s most wanted men. He is Al-Qaida´s main money man and responsible for sending financial donations from the Gulf region to Pakistan. German Jihadist Rami M., now imprisoned, met the mysterious Al-Qaida figure in Waziristan.

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