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Dschihad-Drohnen

von Florian Flade

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Drohnen werden den Himmel erobern – das war die Prognose vieler Technik-Experten vor wenigen Jahren. Nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch im zivilen Sektor kommen immer häufiger ferngesteuerte, unbemannte Flugobjekte zum Einsatz.

Diesen Trend haben nun offenbar auch Terroristen erkannt. Der “Islamische Staat” veröffentlichte heute über eine seiner Medienabteilungen ein neues Propagandavideo mit dem Titel “So vernichte diejenigen, die hinter ihnen stehen”, in dem es erstmals Hinweise auf einen Drohneneinsatz durch die Dschihadisten gibt.

Offenbar nutzen die IS-Kämpfer eine Spionage-Drohne für das Auskundschaften eines Angriffsziels, in diesem Fall einen militärischen Außenposten. Das Propagandavideo zeigt Aufnahmen der Drohne über dem Gelände und eine anschließende Taktikbesprechung der Dschihadisten.

Es dürfte nicht verwundern, dass die immer preisgünstiger zu erwerbenden Flugobjekte ihren Weg irgendwann auch in die Hände von Terroristen finden. Besorgniserregend ist die Entwicklung dennoch. Die Drohnen verschaffen dem IS wohl aktuell im Irak und Syrien einen taktischen Vorteil. Und werden nun auch für die Propaganda ausgeschlachtet.

Moderne, westliche Technologie, eingesetzt von radikalen Islamisten, die auf bestialische Art ihre Feinde hinrichten. Und deren Ziel es ist einen Scharia-Staat im gesamten Nahen Osten zu errichten.

 

Selbstmordattentäter stammt aus Frankfurt

von Florian Flade

Im Irak hat ein Dschihadist aus Frankfurt am Main ein Selbstmordattentat verübt. Der Verfassungsschutz warnt vor hunderten Extremisten die im Irak und Syrien derzeit das Terrorhandwerk lernen.

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Vermummt mit einem schwarz-weißen Tuch blickt der Mann in die Kamera. In beinahe akzentfreiem Deutsch berichtet er von einem Traum. Er habe gesehen, wie er zum Märtyrer geworden sei, so der Islamist, der sich “Abu Ayyub al-Maghribi” nennt. Ein Traum, den der Mann wohl in die Tat umgesetzt hat.

Die nächste Szene in dem Propagandavideo der Terrororganisation “Islamischer Staat” zeigt, wie der Dschihadisten “Abu Ayyub” vor einem Fahrzeug der irakischen Armee steht, umgebaut zur Autobombe. Mit ihr fuhr der Islamist in der west-irakischen Stadt Ramadi in einen Gebäude der irakischen Sicherheitkräfte und sprengte sich in die Luft. Gefilmt wurde der Anschlag gleich aus mehreren Kameraperspektiven. “Möge Allah ihn akzeptieren und im Paradies mit dem Propheten vereinen”, heißt es in der Propagandaaufnahme.

Deutsche Sicherheitsbehörden haben das Terrorvideo, das Ende Juli auf einschlägigen Internetseiten veröffentlicht wVurde, analysiert. Sie haben den Selbstmordattentäter “Abu Ayyub al-Maghribi” identifiziert. Es handelt sich demnach vermutlich um den 27-jährigen Deutsch-Marokkaner Rachid B. aus Frankfurt am Main.

Der Extremist war Sicherheitsbehörden schon länger als Anhänger der salafistischen Szene bekannt. Im vergangenen Jahr gelang es B., der sowohl die deutsche als auch die marokkanische Staatsbürgerschaft besessen haben soll, sich ins Ausland abzusetzen. Zunächst plante der Islamist offenbar ein Arabisch-Sprachstudium in Ägypten, tauchte dann aber in Syrien auf.

Dort schloss sich der Frankfurter wohl der Terrorganisation “Islamischer Staat” (IS) an. Und zog mit den Dschihadisten vor wenigen Wochen in den Irak, um sich dort an der Eroberungsoffensive von IS zu beteiligen.

Raschid B. ist nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden einer von rund 40 Islamisten aus Deutschland, die bislang in Syrien und dem Irak getötet worden sein sollen. Erst Mitte Juli hatte IS vermeldet ein Mann mit dem Kampfnamen “Abu Qaqa al-Almani” habe in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein Selbstmordattentat verübt.

Wie die “Welt” aus Sicherheitskreisen erfuhr prüfen derzeit das Bundeskriminalamt (BKA) und der Verfassungsschutz Informationen wonach am Mittwoch dieser Woche möglicherweise ein Islam-Konvertit aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken an einem Bombenanschlag im Nord-Irak beteiligt war.

Die Terrorgruppe IS hatte in einer Internet-Botschaft erklärt, ein Libyer namens “Abu Muawiya al-Libi” und ein Deutscher mit Namen “Abu Usama al-Almani” hätten einen Stützpunkt der kurdischen Peshmerga-Milizen in der Ortschaft Ali Rash mit Autobomben angegriffen. Mehr als 20 Menschen sollen die beiden Attentäter mit in den Tod gerissen haben.

Bei “Abu Usama al-Almani” könnte es sich nach erster Einschätzung der Sicherheitsbehörden um den ehemaligen Pizza-Boten und Berufsschüler Philip B. handeln. Bestätigt ist diese Information nicht.

Wie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) am Donnerstag mitteilte, ist die Zahl der nach Syrien ausgereisten Islamisten weiter angestiegen. “Der Strom ist ungebrochen”, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Mehr als 400 Ausreisen habe seine Behörde inzwischen gezählt.

Mehrere Dutzend Islamisten sollen zudem inzwischen wieder zurückgekehrt sein. “Unter den zurückgekehrten Dschihadisten sind auch etwa 25 Personen, die Kampferfahrung in Syrien gesammelt haben”, so Maaßen. Er betonte aber: “Wir haben derzeit keine Anhaltspunkte, dass diese Personen einen konkreten terroristischen Auftrag in Deutschland verfolgen.”

Islamist aus Dinslaken verübt offenbar Selbstmordanschlag im Irak

von Florian Flade

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Im Dezember 2013 tauchte ein islamistisches Propaganda-Video des Islamischen Staates im Irak und Großsyrien (ISIG) auf. Darin zu sehen war ein rotblonder Islamist mit türkisfarbenen Augen. Er nannte sich “Abu Usama al-Almani”, schwor dem ISIG-Anführer den Treueeid und rief deutsche Muslime auf sich dem Dschihad in Syrien anzuschließen.

“Abu Usama al-Almani” hieß mit bürgerlichem Namen Philip B. und war ein ehemaliger Pizza-Bote und Berufsschuler aus Dinslaken in Nordrhein-Westfalen. Vor fünf Jahren war B. zum Islam konvertiert und offenbar in kürzester Zeit radikalisiert. Gemeinsam mit mindestens vier Glaubensbrüdern reiste Philip B. im vergangenen Jahr nach Syrien und schloss sich dort der Terrorgruppe ISIG an. Aus Philip B. dem Berufsschüler und Gelegenheitsjobber wurde “Abu Usama” der Dschihadist.

Jetzt soll der Dinslakener Konvertit tot sein. Wie die Terrororganisation ISIG gestern vermeldete soll der deutsche Islamist  ein Selbstmordattentat im Nord-Irak verübt haben. In der Ortschaft Ali Rash nahe Mossul sollen zwei ISIG-Terroristen einen Stützpunkt der kurdischen Peshmerga-Truppen mit sprengstoffbeladenen Lastwagen attackiert haben. Bis zu 20 Menschen sollen bei dem Doppelanschlag ums Leben gekommen sein.

Als Attentäter nennt ISIG einen Libyer namens “Abu Muawiya al-Libi” und den Deutschen “Abu Usama al-Almani”. Internet-Äußerungen von Dschihadisten legen nahe, dass es sich bei letzterem um den Konvertiten Philip B. handelt.

“Ein sehr enger deutsche Bruder hat heute eine Märtyreroperation gegen die Peshmerga durchgeführt”, heißt es im Interneteintrag eines ISIG-Dschihadisten. “Was für ein Löwe, der uns immer zum Lachen gebracht hat. Möge Allah ihn (als Märtyrer) akzeptieren.”

Sollte Philip B. tatsächlich für das Selbstmordattentat im Nord-Irak verantwortlich sein, stellt sich die Frage, wo sich seine Mitstreiter aus dem Dinslakener Stadtteil Lohberg befinden. Sicherheitsbehörden sind in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass die Gruppe, die sich selbst die “Lohberger Brigade” nannte, geschlossen in Syrien und dem Irak unterwegs ist.

Vor einigen Wochen löschten die Dinslakener Islamisten, darunter die beiden Deutsch-Türken Mustafa K. und Enis A.,  ihre Facebook-Profile.