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“König von Setterich” identifiziert

sett_2013-4-12 10:2:27

In einem neuen Propagandavideo feiert die “Islamische Bewegung Usbekistans” (IBU) einen weiteren Dschihadisten aus Deutschland als “Märtyrer”. Gewohnt kitschig und heroisierend präsentiert IBU-Sprecher Yassin Chouka einen kurzen Anriss der Vita von “Ahmad, dem König von Setterich”. Der Islamist sei vor Jahren aus dem heimischen Setterich bei Aachen nach Pakistan ausgewandert und im vergangenen Jahr bei einem Drohnenangriff in Waziristan getötet worden.

Deutsche Sicherheitsbehörden konnten den besagten Islamisten “Ahmad” gestern identifizieren. Es soll sich um Ahmad B., einen aus Setterich stammenden Marokkaner handeln, geboren 1988. B. ist im Januar 2010 in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet ausgewandert und schloss sich dort der Terrorgruppe IBU an.

An der Todesmeldung durch die IBU zweifelt indes in Sicherheitskreisen kaum jemand. Am genannten Todestag, dem 10.Oktober 2012, gab es tatsächlich einen Drohnenangriff auf ein Ausbildungslager militanter Islamisten in der Region Hurmuz in Nord-Waziristan. Insgesamt vier Raketen sollen die unbemannten Flugzeuge auf einen Gebäudekomplex abgefeuert haben. Mehrere islamistische Kämpfer seien dabei zu Tode gekommen.

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http://investigativ.welt.de/2013/04/11/der-dschihadist-aus-setterich/

Dschihadist aus NRW stirbt bei Drohnenangriff in Pakistan

von Florian Flade

IBU_2013-4-10 18:6:49

Im Dezember 2012 hatte ich noch gerätselt: “Wer ist der König von Setterich?” Die Terrorgruppe “Islamische Bewegung Usbekistans” (IBU) hatte damals ein Propagandavideo veröffentlicht, in dem ihr spiritueller Mentor, der Burmese Abu Zarr, eine Predigt hielt. Wenig spektakulär und keinen Deutschland-Bezug. Der Name der Videodatei allerdings war ungewöhnlich: “der_koing_von_setterich”.

Was wollte die IBU mit der Nennung der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Setterich mitteilen? Machte sich der Video-Uploader einen Spaß daraus, sich selbst als “König von Setterich” zu betiteln? Oder war der Terrorgruppe ein kleiner Fehler unterlaufen und Videodateien wurden versehentlich falsch benannt?

Jetzt schafft die IBU Klarheit. Seit einigen Tagen kursiert im Netz ein Video, in dem das Geheimnis um den “König von Setterich” gelüftet wird. Der Bonner IBU-Sprecher Yassin Chouka verkündet in dem neuen Videoclip den Tod eines Islamisten aus Nordrhein-Westfalen. Reichlich schnulzig und romantisierend bezeichnet Chouka den Dschihadisten als “König von Setterich”.

“Geehrte islamische Ummah und speziell meine Geschwister und Schüler aus der Kleinstadt Setterich: Wir verkünden euch heute den Märtyrertod von (…) Ahmad, den König von Setterich”, sagt Chouka. “Ahmad” sei im Oktober 2012 mit zwei weiteren Islamisten bei einem Drohnenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen, heißt es in dem Video weiter.

Yassin Chouka kannte den getöteten Dschihadisten offenbar bereits schon vor seiner Ausreise nach Pakistan. Jeden Sonntag sei er in die Moschee in Setterich zum Islamunterricht gefahren, erzählt Chouka. Einer der Schüler war “Ahmad”. Er verinnerlichte die Predigten von Yassin Chouka wohl sehr genau, denn schon bald soll “Ahmad” in der Schule während der Pause zu den Mitschülern gepredigt und sie zum Islam aufgerufen haben. “Ahmad” habe gefastet wie einst der Prophet Dawud. Früh habe er seinen Wecker gestellt, sei aufgestanden und durch die Stadt gelaufen. “Ging von Fenster zu Fenster am frühen Morgen und weckte die Geschwister zum Gebet”, erzählt Chouka.

Während einer Predigt in Setterich, habe er seine Geschwister zum Dschihad gerufen, erinnert sich Yassin Chouka. “”Ich sagte, dass wir alle zum Dschihad müssen. Dass der Dschihad die einzige Möglichkeit ist, die Ummah zu befreien”, so der Bonner Islamist, “Zwei Tage später kam Ahmad mit dem Zug nach Aachen und klingte bei mir im Studentenwohnheim. Er sagt: Yassin, ich kann seit zwei Tagen nicht mehr schlafen.”

Er sei getrieben gewesen vom Wunsch in den Dschihad zu ziehen. Was dem nordrhein-westfälischen Islamisten augenscheinlich auch gelang. Er schloss sich im pakistanischen Stammesgebiet Waziristan der “Islamischen Bewegung Usbekistans” (IBU) an. “Yassin, in Setterich haben mich die Geschwister nicht mehr gemocht”, soll der Extremist berichtet haben. Die muslimische Gemeinde habe ihn für verrückt erklärt, weil er ständig vor dem Höllenfeuer gewarnt habe.

In Waziristan durchlief “Ahmad” ein terroristisches Ausbildungslager und beteiligte sich anschließend auch an Anschlägen auf das pakistanische Militär. “Er mehrte seine Stunden in den Schützengräben und spezialisierte sich mit seinen engen Freunden auf Minenoperationen”, berichtet Yassin Chouka. Im vergangenen Jahr dann starb “Ahmad, der König von Setterich” bei einem Drohnenangriff.

Aus Sicherheitskreisen ist zu vernehmen, dass der Tod des nordrhein-westfälischen Islamisten zwar nicht bekannt oder bestätigt, jedoch vermutet wurde. “Ahmad” ist bereits der vierte Islamist aus Deutschland, der im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet bei einem Drohnenangriff getötet wurde.

 

Chinesischer Dschihadist in Syrien

von Florian Flade

www.youtube.com 2013-3-17 17:48:16

Syrien entwickelt sich zunehmend zum Magnet für Dschihadisten aus aller Welt. Während im Westen noch diskutiert wird, ob und in welcher Form, es Unterstützung für die syrischen Oppositionsgruppen geben soll, zieht es hunderte Dschihadisten in das Land. Sie sehen in ihrem Kampf gegen das Regime von Baschar al-Assad die Pflichterfüllung des Dschihad.

Seit einigen Tagen kursiert im Internet ein Propagandavideo das die Internationalität des Konflikts in Syrien auf kuriose Art veranschaulicht. Zu sehen: Bo Wang, ein Dschihadist aus China.

Der Mann ist offenbar Mitglied der Rebellengruppierung “Kataib al-Muhajirin”. Und er warnt in dem rund dreieinhalb Minuten-Video die chinesische Regierung keine weitere Hilfe für das Assad-Regime zu leisten.

Gehard Schindler (FDP), Präsident des Bundesnachrichtendienstes, sagte am Wochenende im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass in Syrien eine “Irakisierung” zu befürchten sei. Die Rebellengruppen zersplittern in einzelne Fraktionen. Es gebe keine Einigung, keine übergreifende Strategie, sondern sehr viel Heterogenität, so Schindler.

Nach Erkenntnissen des BND verfügt die militante Opposition über etwa 100.000 Kämpfer. Darunter seien einige tausend Dschihadisten. Eine der größten islamistischen Gruppierungen sei “Jabhat al-Nusrah”, sagte Schindler: “Wir haben hier eine schlagkräftige Organisation mit klarer terroristischer Ausrichtung, und dass die in einem Post-Assad-Regime eine Rolle spielt, das darf man annehmen.”