Drohnenangriffe auf deutsche Dschihadisten

von Florian Flade

Nach unzähligen Regentagen, habe das Wetter Mitte der Woche umgeschlagen, berichten Quellen vor Ort. Ab Dienstag habe ein wolkenloser Himmel über dem pakistanischen Waziristan geherrscht – ideale Jagdbedingungen für die unbemannten Kampfdrohnen der CIA. Und die schlugen auch einer Phase ohne nennenswerte Raketenangriffe gleich wieder erbarmungslos zu. Vier Mal innerhalb von 24 Stunden ließen die Terrorjäger des US-Geheimdienstes Raketen auf Gehöfte und Autos in Nord-Waziristan regnen und töteten mindestens 21 Menschen.

Der erste Angriff, am Mittwoch um ca. 10:30 Uhr, galt einem Gebäudekomplex im Dorf Danda Darpa Khel, der von usbekischen und pakistanischen Islamisten der Gruppierung „Lashkar e-Jhangvi“ (LeJ) genutzt wurde. LeJ mischt seit einigen Jahren im pakistanischen Bürgerkrieg zwischen deobandistischen Taliban-Elementen und den verfassten schiitischen Minderheiten mit. Letztere sind das Hauptziel der Anschläge von LeJ, so geschehen mehrfach innerhalb der vergangenen Wochen, u.a. in Lahore.

Gegen 12:30 Uhr schlugen die CIA-Drohnen erneut zu, diesmal im Dorf Digan der Region Datta Khel, einem bekannten Aufenthaltsort ausländischer Dschihadisten des al-Qa´ida Netzwerkes. Mehrere Terroristen sollen bei dem Raketenangriff ums Leben gekommen sein. Das primäre Ziel war offenbar ein Ausbildungslager der „Islamischen Jihad Union“, und dessen Leiter, ein Usbeke namens „Qureshi“.

Qureshi soll für das Training ausländischer Terrorrekruten, insbesondere der deutschen Dschihadisten der IJU, verantwortlich sein. Ob er sich unter den Toten des Drohnenangriffes befindet, ist nicht bekannt.

Am Donnerstag nahmen die Predator- und Reaper-Drohnen der Amerikaner wieder die usbekische IJU ins Visier und töteten noch vor Sonnenaufgang sechs usbekische Extremisten nahe Miranshah.

Stellt sich die Frage weshalb die CIA-Drohnenkommandos ausgerechnet jetzt verstärkt die IJU in Nord-Waziristan unter Beschuss nehmen. Möglicherweise lieferte der Hamburger Islamist Ahmad Wali S., den US-Truppen Anfang Juli in Kabul festnahmen und seitdem verhören, neue Informationen zu den Terrorstrukturen europäischer Dschihadisten in den pakistanischen Stammesgebieten. Vielleicht nahmen die amerikanischen Geheimdienstler die Aussagen von Ahmad Wali S., der sich im Frühjahr 2009 nach Pakistan abgesetzt und der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ angeschlossen hatte, bezüglich bevorstehender Terroranschläge in Europa sehr ernst.

Musste schnell gehandelt werden um potentielle Terroristen noch während des Trainings in Waziristan auszuschalten?

Bislang rührte sich nichts in einschlägigen Internetforen und auf den Webseiten der usbekischen Extremisten bezüglich etwaiger Märtyrer.

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