Deutscher Al-Qaida Sprecher Bekkay Harrach tot?

by Florian Flade

Vor einem Jahr, kurz vor der Bundestagswahl im September 2009, drohte er als „Abu Talha der Deutsche“, der Bundesrepublik mit Terror. Er erschien in mehreren Propagandavideos als deutschsprachiges Zugpferd der al-Qaida gegen die Bundesrepublik. Jetzt ist der Deutsch-Marokkaner Bekkay Harrach (33) möglicherweise tot.

Deutsche Behörden gehen derzeit Berichten nach, wonach der aus Bonn stammende Islamist in Afghanistan bei einem amerikanischen Raketenangriff vor etwa einem Monat getötet wurde. Unbestätigten Berichten zufolge sollen Harrach und vier Mitstreiter bei einem US-Drohnenangriff ums Leben gekommen. Al-Qaida bestätigte den Bericht ihres deutschen Sprechers bislang noch nicht.

Bereits im Juli hatte eine islamistische Gruppierung aus der afghanisch-pakistanischen Grenzregion den Tod zweier deutscher Dschihadisten gemeldet. Die Gotteskrieger aus Bonn und Berlin sollen bei einem Drohnenangriff des US-Militärs in der ostafghanischen Provinz Paktika ums Leben gekommen sein. Weitere Details, wie etwa Namen oder Alter der deutschen Islamisten, wurden nicht bekannt.

Harrach, der in 1981 im Rahmen einer Familienzusammenführung aus Marokko in die Bundesrepublik gekommen war und sich im Umfeld der König Fahd-Akademie in Bonn radikalisierte, gilt als ranghöchstes deutsches Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida. Geheimdienste ordnen ihn in die mittlere Führungs- und Planungsebene al-Qaidas ein. Als wahrscheinlicher Aufenthaltsort Harrachs galt das pakistanische Waziristan an der afghanischen Grenze.

Dorthin war Bekkay Harrach alias „Abu Talha der Deutsche“ im März 2007 über die Türkei und den Iran gereist und hatte sich in ein Ausbildungslager der al-Qaida begeben. Der Chef-Bombenbauer des Terrornetzwerkes nahm Harrach unter seien Fittiche und lehrte dem Deutschen das tödliche Handwerk.
Zuvor hatte Harrach im Irak und im palästinesischen Westjordanland „Dschihad-Urlaube“ verbracht. In Deutschland, so behauptete der Deutsch-Marokkaner in einem Propagandavideo, habe der Verfassungsschutz versucht ihn als Informanten aus der islamistischen Szene anzuwerben.

Harrachs Ehefrau (31), eine polnische Konvertitin, wartete im heimischen Bonn Bad-Godesberg während ihr Ehemann die Karriereleiter der al-Qaida erklomm. Sie brachte im Juni 2007 den gemeinsamen Sohn Hamza zur Welt.
Im Mai 2008 reisten Mutter und Sohn unter den Augen deutscher Sicherheitsbehörden nach Pakistan und vereinten sich offenbar in Waziristan mit Bekkay Harrach.

Im Januar 2009 erschien der deutsche al-Qaida Kämpfer erstmals vermummt und bewaffnet in einem Propagandavideo. „Mich für Allah in die Luft zu sprengen, ist mein Wunsch seit 1993“, behauptete Harrach darin und drohte Deutschland könne sich nur durch einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vor Terroranschlägen schützen.

Zum letzten Mal meldete sich „Abu Talha der Deutsche“ im Herbst 2009 mit einer zweiteiligen Tonbandserie „Oh Allah, ich liebe dich!“ in der er die religiösen Vorzüge des Dschihad und Märtyrertums pries.

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