Deutscher Islamist Mounir C. („Abu Adam“) getötet?

by Florian Flade

Mounir C. aus Bonn gilt als „Popstar“ der Dschihad-Szene. Er trat in Dutzenden Propagandavideos auf. Nun soll er in Pakistan Opfer eines Drohnenangriffs geworden sein.

Eine islamistische Internetseite meldet, der deutsche Terrorist Mounir C. sei im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet vor kurzem schwer verwundet, eventuell sogar getötet worden.

Der Deutsch-Marokkaner Mounir C. (29), der den Kampfnamen „Abu Adam“ trägt, sei entweder bei einer militärischen Operation in Waziristan oder bei einem amerikanischen Drohnenangriff schwer verletzt worden, meldet eine islamistische Gruppe aus Pakistan. Die Informationen stammen angeblich direkt von der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU), der Mounir C. angehörte.

Nach meinen Informationen gab es tatsächlich bei einem Drohnenangriff im pakistanischen Waziristan in den vergangenen Wochen ein deutsches Opfer. Ob der deutsche Terrorist dabei starb, ist nicht bekannt. Zwei usbekische Islamisten sollen jedoch getötet worden sein.

Mounir C. und sein Bruder Yassin C. waren 2007 von Deutschland aus zunächst in den Jemen und anschließend weiter nach Pakistan gereist. In Deutschland waren die Brüder eher unauffällig. Mounir C. machte das Abitur, absolvierte seinen Grundwehrdienst und begann anschließend eine Ausbildung bei Bundesamt für Statistik. Noch zu Schulzeiten gerier er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Gegen ihn wurde wegen Schwarzfahrens und Drogendelikten sowie Einbrüchen ermittelt. Zu einem Verfahren kam es jedoch nie.

Nach einer Pilgerfahrt nach Mekka soll sich der Deutsch-Marokkaner stärker dem Islam zugewandt haben. Er besuchte nun häufig die Bonner Al-Muhsinin-Moschee, betete regelmäßig und las den Koran. Im Jahr 2007 wanderte Mounir C. in den Jemen aus, wo er offenbar Sprachschulen besuchte. Anschließened folgte die Reise ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet wo aus dem jungen Bonner Mounir C. der militante Dschihadist „Abu Adam“ wurde.

Mounir und Yassin C. schlossen sich in Pakistan der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU) an und treten seitdem regelmäßig in deutschsprachigen Propagandavideos auf, die im Internet veröffentlicht werden.
Die Terrorgruppe IBU operiert im Grenzgebiet zu Afghanistan und soll aus mehreren tausend Kämpfern bestehen. Im pakistanischen Stammesgebiet Waziristan unterhält die IBU terroristische Ausbildungslager in denen auch deutsche Islamisten trainiert werden. Mindestens fünf Dschihadisten aus Deutschland kamen bereits in den Reihen der IBU ums Leben, zwei davon bei Kämpfen im Norden Afghanistans.

Javad S. aus Bonn wurde 2009 von pakistanischen Soldaten erschossen. Ein islamistischer Kämpfer namens „Farooq der Deutsche“ kam bei einem Selbstmordanschlag auf ein Büro einer Entwicklungshilfe-Organisation im nordafghanischen Kunduz ums Leben. In der gleichen Region starb im Frühjahr dieses Jahres Abdullah H. aus Essen. Er wurde von US-Soldaten erschossen. Der Hamburger Shahab D. und der Wuppertaler Deutsch-Türken Bünyamin E. wurden im Oktober 2010 getötet als eine US-Drohne eine Rakete auf ein Haus in Waziristan abfeuerte.

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