BKA warnt vor Berliner Islamist Omar H.

von Florian Flade

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt in einem internen Schreiben vor einem 21-jährigen Islamisten aus Berlin. Der Deutsch-Iraker Omar H. sei gefährlich und plane womöglich einen Anschlag in Afghanistan oder Pakistan.

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„Ich will auf einem muslimischen Friedhof beerdigt werden. Es soll darauf geachtet werden, dass in meiner Nähe kein Ungläubiger (auch Juden und Christen) begraben ist“, so steht es im Testament des jungen Berliners Omar H. der Deutschland vor zwei Jahren verlassen hat und in den „Heiligen Krieg“ nach Pakistan zog.

Der Deutsch-Iraker Omar H., damals 19 Jahre alt, verfasste das handschriftliche Dokumente offenbar in der Überzeugung nicht mehr lebendig von seiner Reise zurückzukehren. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb das Bundeskriminalamt (BKA) nun vor H. warnt. In einem internen Schreiben des BKA, so meldet die „Bild“-Zeitung, heißt es, der deutsche Staatsbürger Omar H. plane womöglich ein Selbstmordattentat.

Derzeit halte sich der Berliner H. noch im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet in einem Terrorlager auf. Eine Rückreise nach Europa sei jedoch nicht auszuschließen. Die Warnung – versehen mit dem Vermerk „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ – ging daher laut „Bild“ an alle deutschen Sicherheitsdienststellen. Omar H., so ein Fahnder gegenüber „Bild“, könne versuchen über den Frankfurter Flughafen zurück nach Deutschland zu reisen.

Nach Informationen von „Welt Online“ existiert die Warnung des BKA zu Omar H. seit einer Woche, und wurde nicht nur an deutsche Sicherheitsbehörden verteilt. Auch deutsche Einrichtungen in Afghanistan und Pakistan, darunter Botschaften und Konsulate, erhielten das Schreiben. Außerdem wurden befreundete ausländische Institutionen wie das U.S.-Militär über die allgemeine terroristischen Gefahr informiert, die möglicherweise von Omar H. ausgeht.

Berliner Sicherheitsbehörden stuften H. in Deutschland als möglichen islamistischen Gefährder ein. Bei den Durchsuchungen mehrerer Wohnungen durch das Berliner Landeskriminalamt im Oktober 2009 waren die Ermittler auf mehrere Testamente radikaler Islamisten gestoßen, die offensichtlich entschlossen waren, den Märtyrertod zu sterben.

Eines der Testamente war handschriftlich von Omar H. alias „Omar dem Iraker“ verfasst worden. „Wenn ich sterbe, möchte ich von meiner Frau mit ihr beliebigen Helfern nach islamischen Normen gewaschen, eingehüllt und beerdigt werden“, heißt es darin, „Ausser Allah zeichnet mich durch seine Gnade mit der Shahada (Märtyrertod) aus.“

Die Berliner Ermittler waren alarmiert und versuchten den damals 19jährigen Deutsch Iraker Omar H. festzunehmen Doch als die Fahnder Ende Januar 2010 zugreifen wollten, war der zuletzt in Berlin-Reinickendorf wohnhafte Islamist bereits verschwunden – mit seiner damals 16jährigen Freundin Sarah*, einer deutschen Islam-Konvertitin aus dem Berliner Stadtteil Neukölln.

Das Islamisten-Pärchen reiste nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden über den Iran in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet. Dorthin hatten sich im Frühjahr und Herbst 2009 bereits mehrere Islamisten aus Berlin abgesetzt. Sie schlossen sich mit weiteren deutschen Extremisten zur Gruppierung „Deutsche Taliban Mudschahidin“ (DTM) zusammen.

Bereits in Berlin war Omar H., der fließend Deutsch, Arabisch und Englisch spricht, in eine islamistische Szene eingebunden, die den Dschihad gegen die Ungläubigen glorifizierte und willig waren im Ausland gegen Nato-Soldaten zu kämpfen. H.´s Freundeskreis bestand aus Personen, die sich später ebenfalls in die terroristischen Ausbildungslager im pakistanischen Waziristan absetzten.

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