Al-Qaida fordert Freilassung von Gelowicz-Ehefrau

von Florian Flade

Al-Qaida in Nordafrika bekennt sich zur Entführung eines deutschen Ingenieurs im Niger. Die Islamisten fordern die Freilassung einer in Deutschland inhaftierten Terrorhelferin.

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UPDATE:

Die verurteilte Terrorhelferin Filiz Gelowicz hat sich von dem Entführungs-Video der nordafrikanischen Al-Qaida distanziert mit dem das Terrornetzwerk versucht die 31jährige Deutsch-Türkin freizupressen. Das sagte der Anwalt von Filiz Gelowicz auf Nachfrage.

„Meine Mandantin wendet sich gegen jede Form von Gewalt und bittet die Entführer um Freilassung des entführten Deutschen“, so Rechtsanwalt Mutlu Günal.

Am Mittwoch hatte das Terrornetzwerk „Al-Qaida im Islamischen Maghreb“ (AQIM) ein Video veröffentlicht, dass den Deutschen Ingenieur Edgar Fritz R. aus Baden-Württemberg zeigt. R. war im Januar in Nigeria von Unbekannten verschleppt worden. Nun bekennen sich die radikalen Islamisten der Al-Qaida zur Verschleppung und fordern die Bundesregierung auf die inhaftierte Terrorhelferin Filiz Gelowicz freizulassen.

Der Deutsche Edgar R. sagt in dem Geisel-Video, das vorliegt: „Ich bitte unsere Regierung um mein Leben. Al-Qaida, die Mudschahidin, wollen mich töten (…) es geht um mein Leben, sonst sterbe ich hier.“

Die Entführer fordern eine sofortige Freilassung der im Januar 2011 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilten Filiz Gelowicz, Islamistenkreisen „Umm Saifullah al-Ansariyya“ genannt. Die Ehefrau des ebenfalls inhaftierten „Sauerland-Attentäters“ Fritz Gelowicz hatte jahrelang über das Internet islamistische Propaganda verbreitet und Gelder für Terrorgruppe in Afghanistan und Pakistan gesammelt.

Sollte eine freizeitige Haftentlassung nach Absitzen von Drei-Viertel der Haftzeit genehmigt werden, wird Filiz Gelowicz bereits Ende April aus dem Gefängnis entlassen. Einen entsprechenden Antrag hat ihr Anwalt gestellt. „Wir sind zuversichtlich dass dies genehmigt wird“, so Günal Mutlu gegenüber „Welt Online“.

In der islamistischen Szene werden seit Monaten Nachrichten verbreitet wonach Filiz Gelowicz in dem Berliner Gefängnis misshandelt und erniedrigt wird. Immer wieder rufen radikale Prediger dazu auf, die verurteilte Terrorhelferin zu befreien und führen sie als Beispiel für im Gefängnis leidende Musliminnen an.

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Das Terrornetzwerk „Al-Qaida im Islamischen Maghreb“ (AQIM) hat sich zur Entführung eines deutschen Ingenieurs in Nigeria bekannt. In einem Video, das die Islamisten am Mittwoch veröffentlichten fleht der im Januar in der Stadt Kano verschleppte Deutsche Edgar Fritz R. um sein Leben.

Al-Qaida fordert laut der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI für die Freilassung der deutschen Geisel, die Entlassung einer Islamistin aus einem Gefängnis in Deutschland. Filiz Gelowicz (genannt „Umm Saifullah al-Ansariyya“, die Ehefrau des „Sauerland“-Attentäters Fritz Gelowicz,  solle von der deutschen Regierung freigelassen und für ihre Haft entschädigt werden, heißt es in dem Bekennerschreiben der Al-Qaida.

Weiter warnen die Islamistin ihrem Schreiben vor einem Befreiungsversuch des entführten Deutschen. Erst in der vergangenen Woche waren ein Brite und ein Italiener, die von Al-Qaida in Nigeria verschleppt worden waren, bei einem Befreiungsversuch britischer Spezialeinheiten getötet worden.

„Ich bitte unsere Regierung um mein Leben“, so R., „Al-Qaida, die Mudschahidin wollen mich töten (…) es geht um mein Leben, sonst sterbe ich hier.“

Die Deutsch-Türkin Filiz Gelowicz (30) war im Januar 2011 von einer Berliner Gericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Sie hatte nach der Festnahme ihres terrorverdächtigen Ehemannes im September 2008 begonnen über das Internet für den bewaffneten Dschihad zu werben. Mehrere tausend Euro hatte die mutmaßliche Islamistin aus Ulm gesammelt und über Mittelsmänner an eine Terrorgruppe in Pakistan geschickt. Zudem hatte Gelowicz eine Vielzahl islamistischer Propagandavideos im Internet veröffentlicht.

Der deutsche Ingenieur Edgar Fritz R., Mitarbeiter der Baufirma Bilfinger Berger, war am 26.Januar in der nigerianischen Stadt Kano von Unbekannten verschleppt worden. Lokale Medien hatten die islamistische Sekte Boko Haram hinter der Entführung vermutet. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin ist mit dem Fall betraut.

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