Spendengelder bei Salafisten-Razzia beschlagnahmt?

von Florian Flade

Razzia gegen Salafisten auch in Husum

Ismail S. wohnt nicht gerade dort, wo man einen Islamisten vermuten würde. Er wohnt nicht in Bonn Bad-Godesberg, Hamburg-St.Georg, Solingen oder Berlin-Wedding, sondern im hohen Norden der Bundesrepublik – in Husum. In der vergangenen Woche bekam Ismail S. dennoch überraschend Besuch von Beamten des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein. Im Zuge einer bundesweiten Razzia gegen radikale Salafisten wurde auch seine Wohnung durchsucht. Und dabei wurden die Beamten überraschend fündig: Neben Computern und anderen Datenträgern nahmen sie auch insgesamt rund 12.000 Euro mit. Das Bundesinnenministerium bestätigte auf Anfrage der „Welt“ bestätigte, dass bei der Hausdurchsuchung in Husum tatsächlich eine hohe Bargeldsumme beschlagnahmt wurde. Um welchen Betrag es sich dabei genau handelt, wollte das Ministerium nicht mitteilen.

S. war ins Visier der Ermittler geraten, weil er ohne direkte Anbindung an eine Moschee wichtige Dienste für die deutsche Islamisten-Szene geleitet hatte. Er gilt als Anhänger der seit vergangener Woche verbotenen Gruppe „Millatu Ibrahim“ und war der offizielle Administrator mehrere Salafisten-Webseiten.

Das Geld, so behauptet Ismail S. nun im Internet, sei von Muslimen als Spende überwiesen worden. Es sollte für humanitäre Zwecke nach Syrien fließen. So jedenfalls heißt es auf der Webseite „An-Nusrah“, die der Schleswig-Holsteinische Islamist vor einigen Wochen ins Leben gerufen hatte. Auf der Internetseite – die radikale Salafisten in ganz Deutschland als „Projekt eines vertrauenswürdigen Bruders“ lobten – steht, die Spenden seien für „das syrische Volk“ bestimmt.

Bei weiteren Razzien am 14.Juni hatten Polizeibeamte in insgesamt sieben Bundesländern zahlreiche Privatwohnungen und Vereinsräume durchsucht. Hintergrund war das Verbot des islamistischen Vereins „Millatu Ibrahim“ in Solingen. Dessen Anhängerschaft ist über das gesamte Bundesgebiet verteilt und wurde daher Ziel der Polizeiaktion. Aus Sicherheitskreisen heißt es, die gesamte Aktion werde als Erfolg erachtet da umfangreiches Material beschlagnahmt werden konnte, darunter Computer, Dokumente und auch Bargeldvermögen.

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