Monatsarchiv: Juli 2012

Unterrichtsverbot für Braunschweiger Islamschule

von Florian Flade

Wenn Muhamed Ciftci predigt, dann spricht er mit ruhiger Stimme. „Viele denken, dass die Juden am gefährlichsten sind. Das stimmt nicht. Die Christen sind gefährlicher als die Juden.“ In einem anderen Vortrag geht es um die Ehe im Islam. „Wenn du dieser Frau den Stock zeigst, dann kriegt sie Angst. Das Ziel vom Schlagen ist, der Frau Angst zu machen. Pass auf, ich habe den Stock.“ Predigten wie diese wird Ciftci, der Leiter der Islamschule Braunschweig, künftig nicht mehr als Online-Studium anbieten dürfen. Nach Informationen der „Welt“ aus Behördenkreisen hat die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) einen Antrag Ciftcis abgelehnt, Fernunterricht zu erteilen.

Die Sicherheitsbehörden haben Ciftci und seine Islamschule schon länger im Visier. Der Deutsch-Türke, der in Braunschweig geboren wurde, unterrichtete seit 2007 Hunderte Muslime in Deutschland per Fernstudium im Internet. Damit ist nun Schluss. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die ZFU die Islamschule aufgefordert, eine Zulassung vorzulegen. Deshalb hatte Ciftci tatsächlich kürzlich einen Antrag gestellt. Diesen lehnte ein Gutachter in der vergangenen Woche allerdings ab. Die Voraussetzungen für eine Lehrerlaubnis, so das Ergebnis der Prüfung, seien nicht gegeben. Demzufolge ist ab sofort kein Online-Studium mehr an der Braunschweiger Islamschule erlaubt. Der Schulleitung wurde nach Informationen dieser Zeitung eine 14-Tage-Frist gestellt, auch die Webseite der Schule zu löschen. Zurzeit steht auf der Webseite, dass keine Anmeldung möglich sei.

Knapp 300 Muslime aus dem gesamten Bundesgebiet waren dort zuletzt als Internetstudenten eingeschrieben. Sie lernten gegen eine monatliche Studiengebühr von 55 Euro Arabisch und Theologie. Als Lehrmaterialien dienten unter anderem Video- und Audio-Predigten von Muhamed Ciftci alias Abu Anas. Seinen Angaben zufolge lehrte er nach den Richtlinien der Universität Medina in Saudi-Arabien, wo er nach eigenen Angaben selbst studiert hat.

Für die Sicherheitsbehörden ist die Islamschule des 39-jährigen Salafisten-Predigers keineswegs eine harmlose Lehranstalt, sondern eher eine radikal-islamische Kaderschmiede. „In Ciftcis Predigten wird die Scharia in ihrer orthodoxesten Form gelehrt, also: Theokratie statt Demokratie, Diskriminierung von Frauen und Andersgläubigen, Tötung von Glaubensabtrünnigen“, sagte Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel der „Welt“. Nach außen gebe sich der Braunschweiger Prediger zwar gewaltfrei, in seinen Predigten aber schüre er Hass gegen Juden und Christen. Durch das in Braunschweig angebotene Online-Studium würden junge Muslime per Mausklick radikalisiert. „Dieses Studium in deutscher Sprache … verdeutlicht die erst durch moderne Techniken ermöglichte Globalisierung der salafistischen Ideologie“, heißt es einer Broschüre des niedersächsischen Verfassungsschutzes.

Wie gefährlich die Indoktrinierung durch das Studium an der Islamschule ist, verdeutlichen die gewalttätigen Salafisten-Proteste in Bonn im Mai dieses Jahres. Fünf Islamisten, die bei der Veranstaltung Polizisten angegriffen hatten, waren eingeschriebene Online-Studenten an Muhamed Ciftcis Schule. Unter ihnen war auch Murat K., ein 25-jähriger Salafist aus Hessen, der zwei Bonner Polizisten mit einem Messer lebensgefährlich verletzte.

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New IMU Video about „Martyr Zubayr at-Turki“

by Florian Flade

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Even as drone strike are hitting Waziristan almost on a weekly basis, it seems like the media departments of various terrorist organizations in the region are still working. For example „Jundullah Studio“, the propaganda outlet of the „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU).

Recently the group´s media wing has released a new video titled „The Martyr Zubayr at-Turki“ about a Turkish Jihadi militant who fought in the ranks of IMU.

The video is – as most of the latest ones by the IMU – of pretty good quality. It tells the story of „Zubayr at-Turki“ who migrated to Waziristan in 2008 and since then fought in numerous battles with the Pakistani military. He was killed recently and left behind his son „Abdullah“ who is also seen in the new video. The footage features several Jihadi militants including IMU´s emir Usman Odil, German Jihadi Yassin C. aka „Abu Ibrahim“ and some Turkish fighters.

 

Deutscher Islamist Peter B. in Türkei verhaftet

von Florian Flade

Er ist einer jenen deutschen Gotteskrieger, die kaum in Medienberichten der vergangenen Jahre Erwähnung fanden. Und doch spielte er wohl eine führende Rolle in der radikalen Salafisten-Szene in Süddeutschland. Der Konvertit Peter B. aus Ulm. Vor drei Jahren reiste er samt Ehefrau und Kindern nach Pakistan und schloss sich im Stammesgebiet Waziristan vermutlich einer Terrororganisation an. Jetzt wurde Peter B. in der Türkei verhaftet und nach Deutschland abgeschoben.

Wie das Nachrichtenmagazin SPIEGEL berichtet, wurde der 31-jährige Peter B. inzwischen nach Deutschland ausgeliefert. Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg verhafteten den Islamisten bei seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führte ein Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen wegen Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Anwerbung für den bewaffneten Dschihad.

Der gebürtige Ulmer Peter B. ist nach Informationen von „Welt Online“ der Sohn eines Litauers und einer Deutschen. Er konvertierte im Alter von 22 Jahren zum Islam und nannte sich fortan „Ammar“. Auf einer Abendschule holte er das Abitur nach. Sein Vater und eine Cousine konvertierten wenig später ebenfalls zum Islam.

Bereits kurz nach der Konvertierung verkehrte Peter B. in radikalen Salafistenkreisen des „Multikulturhauses „in Neu-Ulm, später dann auch in Nordrhein-Westfalen insbesondere in Bonn. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden gibt es teils lose, teils engere Verbindungen von Peter B. zu islamistischen Terroristen wie Daniel S. (Mitglied der „Sauerland-Zelle“), dem Saarländer Konvertiten Eric Breininger, dem Bonner Javad Sediqi (getötet in Pakistan im Herbst 2009) oder Emrah E. aus Wuppertal (als Al-Qaida Mitglied inzwischen verhaftet).

Vor sechs Jahren durchsuchten Polizeibeamte des LKA Baden-Württemberg nach Informationen von „Welt Online“ erstmals die Wohnung von Peter B.. Die Ermittler hegten den Verdacht, er gehöre zu den Unterstützern und Werbern für den Dschihad in der Ulmer Islamisten-Szene. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart leitete Ermittlungen gegen den Konvertiten und weitere Islamisten ein, darunter auch gegen den Prediger Omar Y., der ins Ausland geflohen ist.

Mehrfach soll der Konvertit Peter B. zum Arabisch-Studium und zur Pilgerfahrt nach Ägypten und Saudi-Arabien gereist sein, bevor er mit seiner Familie nach nach Alexandria auswanderte. Im Oktober 2009 setzte sich Peter B. mit seiner algerischen Ehefrau und seinen zwei Kindern nach Pakistan ab. Angeblich wollte der deutsche Salafist in den Bergen an der afghanischen Grenze gemeinsam mit seiner Familie ein Leben nach islamischen Regeln führen. Deutscher Ermittler vermutet hingegen dass ich der Konvertit im Stammesgebiet Waziristan der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU) angeschloss. Ob er eine paramilitärische Ausbildung in einem Terrorlager erhielt, ist bislang unklar. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelte gegen Peter B. wegen des Verdachts der Mitgliedschaft und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Wie jetzt bekannt wird, verließ B. vor kurzem Pakistan und reiste über Iran in die Türkei. In einer Wohnung in einem Vorort von Istanbul wurde er am 27.Juni wegen illegaler Einreise festgenommen. Nun befindet sich Peter B. in Deutschland in Haft und wartet auf seinen Prozess.