Wer ist der „König von Setterich“?

von Florian Flade

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Manchmal sind es winzige Details, die überraschende Botschaften enthalten. Die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) hat jüngst ein neues Video veröffentlicht. Es trägt den Titel „Ein verlorenes Volk – Die Tragödie von Burma“. Darin zu sehen ist der spirituelle Mentor der IBU, Mufti Abu Zarr al-Burmi. Thema seiner Rede: der Mord an der muslimischen Minderheit in Myanmar.

Für deutsche Sicherheitsbehörden sicherlich interessanter als der Inhalt dieses neuen Propagandafilms ist sicherlich der Name der Videodatei – „der_koing_von_Setterich“. In korrekter Schreibweise wohl eher „Der König von Setterich“.

Ein deutscher Dateiname für eine Videopredigt auf Burmesisch Arabisch? Weshalb die Bezeichnung obwohl es im Video keinerlei Deutschland-Bezug gibt? Und wer ist „Der König von Setterich“?

Setterich liegt in Nordrhein-Westfalen. Es ist der östliche Stadtteil von Baesweiler in der Region Aachen. Knapp 7.500 Menschen leben dort. Jahrzehntelang prägte der Bergbau die Gegend. Es kamen Gastarbeiter aus Marokko und der Türkei, um hier zu arbeiten.

Die „Islamische Bewegung Usbekistans“ übt seit Jahren eine fast schon magnetische Wirkung auf radikale Islamisten aus Deutschland aus. Zahlreiche junge Männer und Frauen haben sich der Gruppierung angeschlossen und wurden in ihren Ausbildungslagern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet terroristisch geschult.

Viele der IBU-Rekruten stammen aus den nordrhein-westfälischen Salafisten-Hochburgen. So etwa das Bonner Bruderpaar Mounir und Yassin Chouka, der Deutsch-Afghane Abdullah H. aus Essen oder Samir H. aus Aachen. Könnte also der ungewöhnliche Dateiname des jüngsten IBU-Videos ein Hinweis sein auf einen Dschihadisten aus Baesweiler-Setterich?

Denkbar wäre, dass in der Medienabteilung der IBU, dem sogenannten „Jundullah Studio“,  ein Islamist aus Setterich tätig ist und dem Video nach der Bearbeitung kurzerhand den Dateinamen „König von Setterich“ verpasste.

In Setterich gibt es zwei Moscheegemeinden, die eine türkisch, die andere marokkanisch geprägt. Es scheint durchaus nicht unrealistisch dass sich in der Vergangenheit ein junger Islamist aus der Region nach Waziristan abgesetzt hat, und dort nun für die IBU tätig ist.

Ebenfalls denkbar ist, dass sich im Raum Setterich ein Helfer der IBU aufhält, der die islamistischen Propagandafilme ins Netz stellt. In Sicherheitskreisen ist bekannt, dass insbesondere die Brüder Chouka regelmäßig Kontakt zu Vertrauenspersonen in Deutschland halten. Eine Reihe dieser Terrorhelfer wurde in den vergangenen Monaten bereits festgenommen.

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