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Toulouse Gunman Sent Videos of Killings To Al-Jazeera

by Florian Flade

He said he uploaded videos onto the Internet for the public to see his killings. He said he recorded the brutal acts of killing three French soldiers, three Jewish children and a teacher. After a French special police force killed the Toulouse gunman Mohamed Merah after a 33-hour stand-off in his apartment, the police found the killer´s camera on the videos he was talking about.

What they did not know was that Merah apparently had already started to spread the footage. Today the Paris bureau of TV-Channel Al-Jazeera has received a letter containing a USB stick. On the memory device Al-Jazeera staff discovered video of shocking content.

The footage was that of Mohamed Merah, the video sequence that he recorded when he shot and killed his victims. Unconfirmed reports say the material contains a montage of videos accompanied by various Islamic songs and reading from the Quran.

French police was informed by Al-Jazeera about the letter. The investigators confirmed the authenticity of the video footage. Apparently the letter and the gruesome video was sent from a village in Southern France on Thursday or early Wednesday as it was bearing a post stamp of March 21.

On that day the siege of the Toulouse aparment of Merah was ongoing (it started in the night from Thursday to Wednesday). This is why French police believes it was Mohamed Merah or his brother Abdelkader who sent the material to Al-Jazeera.

Still unclear is wether or not Mohamed Merah was able to upload the footage onto Youtube or any other website. Till today no video has surfaced which of course does not mean it may not be in the hands of Jihadi activists in Europe or outside.

Meanwhile French President Nicolas Sarkozy said in a radio interview Mohamed Merah has probably never trained in a Al-Qaida camp in Pakistan or Afghanistan. He also had no known links to terrorist organizations, Sarkozy said. Merah appears to be a self-radicalized Muslim who apparently traveled alot.

Before Merah traveled to Tajikistan and then crossed into Afghanistan in November 2010 he had made a journey to Jordan and entered Israel. During questioning by the Israeli „Shin Bet“ intelligence agency Merah said he was on a holiday trip – and was allowed to continue his traveling. In his passport police found stamps proving Merah´s travel activities  – Turkey, Lebanon, Syria, Jordan, Israel, Afghanistan, Pakistan.

Deutsche Sicherheitsbehörden kannten Toulouse-Attentäter nicht

von Florian Flade

Deutsche Geheimdienste und Polizeibehörden führen eine gemeinsame Liste, die helfen soll, Menschenleben zu retten und Schaden von Staat und Gesellschaft abzuwenden – die „Anti-Terror-Datei“. Über 17.000 Namen von radikalen Islamisten aus Deutschland und dem Ausland finden sich auf dieser Liste. Regelmäßig werden Personen von dieser Liste gestrichen, oder auch neue Namen hinzugefügt. Dies geschieht auch in Abstimmung mit ausländischen Geheimdiensten befreundeter Staaten.

Ein Name ist auf der Liste der deutschen Terror-Ermittler offenbar nicht zu finden: Mohamed Merah. Das bestätigte mir ein Ermittler auf Nachfrage. Nach einem Abgleich des Namens mit den bekannten Islamisten in der deutschen Datenbank tauchte der Name des Todesschützen von Toulouse nicht auf.

In den USA und Frankreich schien der 1988 in Toulouse geborene Mohamed Merah allerdings kein unbeschriebenes Blatt zu sein. Dort hatte man den selbsternannten Al-Qaida-Kämpfer in der Vergangenheit im Visier. Seine islamistischen Bestrebungen waren den französischen und amerikanischen Ermittlern offenbar bekannt.

Nachdem afghanische Soldaten Merah im November 2010 in der südafghanischen Stadt Kandahar aufgegriffen hatten, war der Franzose zunächst an das US-Militär übergeben worden. Mohamed Merah wurde nach Überprüfung der Personalien vom US-Militär – und trotz legalem Visum für Afghanistan – nach Frankreich abgeschoben. Einen muslimischen Europäer in einem Kriegsgebiet anzutreffen, der angab auf einer Urlaubsreise zu sein erschien den Amerikanern suspekt. Das FBI setzte den Namen Mohamed Merah nach der Festnahme in Kandahar auf eine „No-Fly-List“. Wer auf dieser Liste steht, darf mit einem Flugzeug weder innerhalb der USA reisen noch in die USA hinein oder aus ihr heraus.

In Frankreich führten die Behörden Mohamed Merah Medienberichten zufolge ebenfalls als potenziellen Terroristen. Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan im November 2010 registrierte ihn der französische Geheimdienst im März 2011 als Person mit Kontakten in die islamistische Szene. Wie der französische Premierminister François Fillon bestätigte, stand der Name Mohamed Merah auch in Frankreich zeitweise auf einer „No-Fly-Liste“. „Mit Blick auf seine Reisen war er auch in Frankreich auf einer Liste“, so Fillon. Wäre er an einem Airline-Schalter aufgetaucht, hätte man sofort den Inlandsgeheimdienst alarmiert.

„Er wurde befragt, überwacht, abgehört. Das ist ein Mann, der ein normales Leben führte“, sagte Fillon. Eine lückenlose 24-Stunden-Überwachung sei in einem Rechtsstaat nicht problemlos möglich. „Die Tatsache, einer salafistischen Organisation anzugehören, ist nicht an sich ein Delikt. Wir dürfen nicht religiösen Fundamentalismus und Terrorismus vermengen.“

Kurz gesagt: Merah war als Kleinkrimineller mit Affinität zum Islamismus bekannt, nicht jedoch als tickende Zeitbombe. Obwohl Merahs Bruder Abdelkader als militanter Salafit gilt, sah man in Mohamed offenbar nur einen „Mitläufer“. Eine fatale Fehleinschätzung, die drei Kindern, einem Lehrer und drei Soldaten das Leben kostete.

 

Die Psyche des Mohamed Merah

von Florian Flade

Ein psychiatrisches Gutachten aus dem Jahr 2009 gibt Einblicke in die Gedankenwelt und den Werdegang von Mohamed Merah, dem Todesschützen von Toulouse.

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