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USA setzen drei deutsche Islamisten auf Terror-Liste

von Florian Flade

Drei Islamisten aus Deutschland werden von den USA nun offiziell als Terroristen gesucht. Es handelt sich um ein Brüder-Paar aus Bonn, die derzeit in Pakistan vermutet werden, und um einen Deutsch-Türken aus Ludwigshafen.

 

 

 

 

 

 

Die USA haben am Donnerstag drei Islamisten aus Deutschland zur Liste weltweit gesuchter Terroristen hinzugefügt. Bei den Personen handelt es sich um die Bonner Brüder Yassin und Mounir Chouka (Fotos siehe oben) und den aus Ludwigshafen stammenden Deutsch-Türken Mevlüt K..

In einer Presseerklärung des US-Außenministeriums heißt es, alle in den USA deponierten Vermögenswerte der drei Terroristen seien ab sofort eingefroren und jegliche finanzielle Transaktion mit den genannten Personen sei nun in den USA verboten.

„Die Brüder Yassin und Mounir Chouka sind Kämpfer, Rekrutierer, Logistiker und Propagandisten für die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU), eine ausländische terroristische Organisation“, erklärt das amerikanische Außenministerium, „Mevlüt K. ist ein Logistiker und Rekrutierer für die „Islamische Dschihad Union“ (IJU).“

Yassin („Abu Ibrahim“) und Mounir („Abu Adam“) Chouka hätten als IBU-Kämpfer an Kampfhandlungen der Gruppe im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet teilgenommen. Zudem seien die Chouka-Brüder langjährige Mitglieder der Medien-Abteilung der Gruppe IBU. Die Islamisten aus Bonn hätten im Namen der IBU im vergangenen Jahr die Verantwortung für mindestens zwei Terroranschläge in Afghanistan übernommen, bei denen US-Amerikaner ums Leben kamen.

Die Chouka-Brüder werden derzeit im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan vermutet, wohin sie im Jahr 2007 zur Terrorausbildung reisten. Regelmäßig traten Yassin und Mounir Chouka seitdem in Propagandavideos der IBU auf und riefen deutsche Muslime auf, sich dem Dschihad anzuschließen.

Die dritte Person aus Deutschland, die nun offiziell von den USA als Terrorist gesucht wird, ist der 1978 in Ludwigshafen geborene Mevlüt K..

„K. wird derzeit von der Regierung des Libanon gesucht und ein Interpol Haftbefehl wurde ausgestellt“, so das US-Außenministerium, „Er wurde in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt weil er versucht hat eine Al-Qaida Zelle im Libanon zu gründen.“ Mevlüt K. habe zudem mehr als 20 Zünder für Bomben beschafft mit denen die sogenannte „Sauerland Gruppe“ im Herbst 2007 amerikanische Ziele in Deutschland angreifen wollte.

Der gesuchte Deutsch-Türke soll sich aktuell in der Türkei aufhalten. Von Seiten der deutschen Bundesanwaltschaft läuft seit 2009 ein Ermittlungsverfahren gegen Mevlüt K.. Er gilt als mutmaßlicher Helfer der „Sauerland Gruppe“.

 

Ex-US-Soldat wollte Dschihad-Kämpfer in Somalia werden

von Florian Flade

Ein ehemaliger US-Soldat konvertierte zum Islam und entschied sich innerhalb weniger Monate in den Dschihad zu ziehen. In Somalia wurde der Amerikaner festgenommen.

Im Internet glaubte Craig Baxam auf die ultimative Wahrheit gestoßen zu sein. Der 24jährige US-Amerikaner war im Sommer 2011 als Soldat in Südkorea stationiert und las beim Surfen im Internet eines Abends auf einer islamischen Internetseite einen Artikel über „Den Tag des Jüngsten Gerichts“. Baxam begann über den Tod, über den Sinn des Lebens und über Religion nachzudenke. „Er wollte mehr über den Islam lesen“, analysiert die US-Bundespolizei FBI in ihrem Untersuchungsbericht zu Baxam, „und je mehr er las umso mehr wollte er.“

Heimlich und nur weniger Tage bevor er die US-Armee verließ, konvertierte Craig Baxam aus Takoma Park (Maryland) im Juli 2011 zum Islam. Seit 2007 hatte der US-Amerikaner im Militär gedient und war in Texas als Militär-Informatik und Verschlüsselungs-Experte ausgebildet worden. Baxam war im Irak stationiert und anschließend auf einer US-Militärbasis in Südkorea.

Nachdem er dem Militär den Rücken gekehrt hatte, lebte Baxam zunächst in Laurel (US-Bundesstaat Maryland). Das Leben in seinem Heimatland Amerika wurde für den islamischen Konvertiten jedoch zunehmend unerträglich. Als Muslim müsse man in den USA „zu viele Kompromisse eingehen“. Baxam schmiedete Pläne in ein „wahrhaft islamisches Land“ auszuwandern und ein Leben unter Scharia-Gesetzen zu führen.

Laut eigener Darstellung kamen für den Ex-US-Soldaten dabei nur das von den Taliban regierte Afghanistan oder das von der Islamisten-Miliz Al-Shabaab kontrollierte Somalia in Frage. Baxam entschied sich für letzteres.

Als ausgebildeter Militärgeheimdienstler und Informatiker wusste Craig Baxam dass die US-Sicherheitsbehörden seine Spur verfolgen würden, sollte er auf dem heimischen Computer nach Kontakten zu den Al-Shabaab Terroristen in Somalia suchen. Der Konvertit zerstörte daher seinen Computer und entsorgte die Einzelteile sorgfältig.

Von seinen Ersparnissen kaufte sich Craig Baxam für 1,600 US-Dollar ein Flugticket. Am 20.Dezember 2011 flog er von Baltimore aus zunächst nach London und anschließend weiter nach Kenia. Per Nachtbus reiste er von der kenianischen Hauptstadt Nairobi weiter ins nördlich gelegene Mombasa nahe der Grenze zu Somalia.

Baxam hatte keinerlei Kontaktpersonen in Kenia oder Somalia. Er verhielt sich unauffällig, besuchte Moscheen zum Gebet, sprach aber auch dort kaum mit Fremden. Völlig auf sich alleine gestellt, wollte sich der Irak-Veteran im Bürgerkriegsland Somalia den Islamisten der Al-Shabaab anschließen. Craig Baxams Plan war es mit Taxis und Bussen die Grenze zu Somalia zu überqueren und in der nächstbesten Moschee nach Al-Shabaab Kontakten zu erkundigen. Über 600 US-Dollar hatte er bei sich und wollte sie sobald wie möglich den Al-Shabaab-Kämpfern spenden.

Auf der letzten Etappe seiner Reise, in einem Bus zur Grenzstadt Garissa, wurde Craig Baxam von einem Kenianer angesprochen. „Wo gehst du hin?“, „Sprichst du die Sprache der Leute dort?“, „Hast du Familie hier?“, wollte der Fahrgast wissen. Baxam hielt den Fremden für einen Glaubensbruder und verriet ihm seinen Wunsch in den Dschihad zu ziehen. Der Fremde versprach ihm bei seinem Vorhaben zu helfen.

Das FBI vermutet, der neugierige Bus-Passagier war in Wahrheit ein Informant des kenianischen Geheimdienstes, denn nur kurze Zeit später stoppte die Polizei den Reisebus. Die Reise des Craig Baxam in den somalischen Dschihad war am 23.Dezember 2011 beendet. Der ehemalige US-Soldat wurde verhaftet und wenige Tage später von Beamten des FBI im Hauptquartier der kenianischen Anti-Terror Einheit verhört.

„Baxam hatte nie geplant, aus Somalia zurück zu kehren. Baxam wollte mit einer Waffe in seiner Hand sterben“, heißt es in einem FBI-Untersuchungsbericht. Sollte er jemals aus der Haft entlassen werden, wolle er sich um seinen kranken Vater kümmern, erklärte Baxam den US-Beamten. Nach dem Tod des Vaters würde er dann entscheiden ob er sich erneut Al-Shabaab anschließen wolle.

Der angehende Dschihadist Craig Baxam befindet sich nun in US-Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kriegsveteran vor geplant zu haben eine ausländische terroristische Vereinigung zu unterstützen.

US-Waffenverkäufe – Schrotflinte unterm Weihnachtsbaum

von Florian Flade

In den USA werden vermehrt Waffen in der Weihnachtszeit gekauft. Das FBI spricht von einer Rekordzahl von Waffenkäufen. Tendenz steigend.

„Da eine wohl organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden“, so lautet der 2.Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. Von diesem Recht, privat Schusswaffen zu besitzen, und teilweise sogar in der Öffentlichkeit zu tragen, machen viele Amerikaner seit Verabschiedung des Verfassungsartikels am 15.Dezember 1791 regelmäßig Gebrauch.

Um in den USA eine Schusswaffe zu erwerben, bedarf es in den meisten US-Bundesstaaten keines Waffenscheins. Wer ein bestimmtes Alter erreicht hat, darf Pistolen, Revolver, Schrotflinten und sogar Maschinengewehre frei erwerben. Einzige Hürde beim Waffenkauf ist landesweit der sogenannte „National Instant Criminal Background Check“ kurz NIC.

Seit Einführung des NIC im November 1998 hat jeder Waffen-Verkäufer das Recht bei der US-Bundespolizei FBI eine Überprüfung des Käufers auf eine kriminelle Vergangenheit oder ein laufendes Verfahren anzufordern. Auch psychische Erkrankungen des Kunden können abgefragt werden. Nach einer offiziellen FBI-Statistik fanden seit 1998 insgesamt 139 Millionen solcher Kundenabfragen bei Waffenkäufen statt.

Im auslaufenden Jahr 2011 gab es nach Angaben des FBI eine neue Rekordzahl von NIC-Abfrage. Insgesamt 14,5 Millionen Mal forderten Waffen-Verkäufer und Händler eine NIC an. Am häufigsten fand der Background-Check von Käufern im November statt – mehr als 1,5 Millionen Mal. Alleine in den letzten sechs Tagen vor Weihnachten gab es etwa eine halbe Millionen NIC Anfragen an das FBI. Zwei Tage vor Weihnachten erhielt die amerikanische Bundespolizei eine Tages-Rekordzahl von Anfragen: 102,222.

Die Zahlen der NIC-Anfragen lassen keinen genauen Schluss auf die tatsächliche Anzahl an verkauften Schusswaffen zu, da Käufer häufig mehr als nur eine Waffe erwerben. In der Regel erfolgt auf die NIC Anfragen eine negative Antwort – nur 1,3 Prozent der Waffenkäufe werden untersagt.

Weshalb die Waffenverkäufe in den USA in den vergangenen Monaten derart drastisch anstiegen, lässt sich laut FBI nicht genau belegen. Nach Angaben der National Rifle Association (NRA) sind die Käufe ein Indiz dafür dass US-Bürger zunehmend das Bedürfnis verspüren Waffen zur Selbstverteidigung zu besitzen.

„Es ist die Erkenntnis, dass wenn etwas schlimmes passiert, es zwischen dem Bürger und dem Kriminellen ausgetragen wird“, sagte ein Sprecher der NRA dem US-Fernsehsender CNN. Ein weiterer Grund für den steigenden Absatz von Schusswaffen sei die zunehmende Beliebtheit von Sportarten wie Tontaubenschießen.

Kritiker des freien Waffenerwerbs hingegen behaupten, immer weniger Menschen in den USA besäßen immer mehr Waffen. Dies sei auch mit der Angst zu begründen, die Obama-Administration wolle das Recht Waffen zu besitzen und zu tragen abschaffen.