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Der Amok-Soldat

von Florian Flade

Im afghanischen Kandahar lief vor einer Woche ein US-Soldat Amok. In einem wahren Blutrausch erschoss der Amerikaner 16 afghanische Zivilisten, darunter neun Kinder. Wer ist der US-Soldat, der in Afghanistan zum Mörder wurde?

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Deutsche in Äthiopien entführt: Rebellen warnen vor Befreiungsaktion

von Florian Flade

Die beiden deutschen Touristen, die im Januar von Rebellen in Äthiopien entführt wurden, werden möglicherweise schon bald freigelassen. Dies geht aus einer schriftliche Stellungnahme der Geiselnehmer hervor.

In dem Dokument der Rebellengruppe „Afar Revolutionären Demokratischen Einheitsfront“ (ARDUF) heißt es, die Rebellengruppe sei gewillt, die beiden im Grenzgebiet von Äthiopien und Eritrea am 17.Januar verschleppten deutschen Staatsbürger sobald wie möglich freizulassen. Gleichzeitig warnen die Rebellen aber vor einem Befreiungsversuch.

„Trotz der Aggressionen von Seiten des äthiopischen Regimes, werden wir unser bestes geben, die beiden deutschen Staatsbürger bedingingslos freizulassen“, heißt es in dem Schreiben der Rebellengruppe.

Ende Januar sei es in der Region, in der sich die beiden deutschen Geiseln befinden, zu schweren Kämpfen zwischen Rebellen und äthiopischen Truppen gekommen, melden die Aufständischen. Es habe Tote und Verletzte durch Raketen- und Mörserangriffe der äthiopischen Armee gegeben.

„ARDUF möchte speziell die deutsche Regierung wissen lassen, dass die äthiopische Regierung mit neuen Angriffen weiterhin jeden unserer Versuche behindert, die beiden Deutschen in ein sicheres Gebiet zu bringen und sie Stammesältesten zu übergeben“, schreiben die Geiselnehmer weiter. „Falls die beiden verbliebenen Deutschen bei Kämpfen getötet werden, trägt das äthiopische Regime erneut die Verantwortung für die Ermordung von Europäer“, heißt es in dem Bekennerschreiben der Rebellen, „Das Regime ist auch verantwortlich für die Tötung von fünf Europäern am 17.Januar 2012 in der Erta Ale Region.“

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich auf Nachfrage nicht zu der neuen Stellungnahme der Geiselnehmer äußern.

Am 17.Januar 2012 war eine europäische Reisegruppe in der Nähe des Vulkans Erta Ale im äthiopisch-eritreischen Grenzgebiet von bewaffneten Rebellen angriffen worden. Zwei Deutsche, zwei Ungarn und ein Österreicher waren bei dem Überfall getötet worden. Die Rebellengruppe ARDUF behauptete später die Touristen seien bei einer Schießerung ums Leben gekommen und seien nicht gezielt getötet worden. Zwei deutsche Touristen, ein äthiopischer Fahrer und ein äthiopischer Polizist wurden von den Rebellen verschleppt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) entsandte wenige Tage nach dem Angriff auf die Touristengruppe mehrere Beamte nach Äthiopien, um die vermissten Deutschen zu suchen. Auch eine Einheit der deutschen Polizei-Spezialeinheit GSG9 wurde nach Äthiopien verlegt.

Die Rebellengruppe ARDUF, die sich nur kurze Zeit nach der Verschleppung der deutschen Touristen zur Entführung bekannte kämpft in Äthiopien und dem benachbarten Eritrea seit 1987 für die Unabhängigkeit und Souveränität des Afar Volkes.

Ex-US-Soldat wollte Dschihad-Kämpfer in Somalia werden

von Florian Flade

Ein ehemaliger US-Soldat konvertierte zum Islam und entschied sich innerhalb weniger Monate in den Dschihad zu ziehen. In Somalia wurde der Amerikaner festgenommen.

Im Internet glaubte Craig Baxam auf die ultimative Wahrheit gestoßen zu sein. Der 24jährige US-Amerikaner war im Sommer 2011 als Soldat in Südkorea stationiert und las beim Surfen im Internet eines Abends auf einer islamischen Internetseite einen Artikel über „Den Tag des Jüngsten Gerichts“. Baxam begann über den Tod, über den Sinn des Lebens und über Religion nachzudenke. „Er wollte mehr über den Islam lesen“, analysiert die US-Bundespolizei FBI in ihrem Untersuchungsbericht zu Baxam, „und je mehr er las umso mehr wollte er.“

Heimlich und nur weniger Tage bevor er die US-Armee verließ, konvertierte Craig Baxam aus Takoma Park (Maryland) im Juli 2011 zum Islam. Seit 2007 hatte der US-Amerikaner im Militär gedient und war in Texas als Militär-Informatik und Verschlüsselungs-Experte ausgebildet worden. Baxam war im Irak stationiert und anschließend auf einer US-Militärbasis in Südkorea.

Nachdem er dem Militär den Rücken gekehrt hatte, lebte Baxam zunächst in Laurel (US-Bundesstaat Maryland). Das Leben in seinem Heimatland Amerika wurde für den islamischen Konvertiten jedoch zunehmend unerträglich. Als Muslim müsse man in den USA „zu viele Kompromisse eingehen“. Baxam schmiedete Pläne in ein „wahrhaft islamisches Land“ auszuwandern und ein Leben unter Scharia-Gesetzen zu führen.

Laut eigener Darstellung kamen für den Ex-US-Soldaten dabei nur das von den Taliban regierte Afghanistan oder das von der Islamisten-Miliz Al-Shabaab kontrollierte Somalia in Frage. Baxam entschied sich für letzteres.

Als ausgebildeter Militärgeheimdienstler und Informatiker wusste Craig Baxam dass die US-Sicherheitsbehörden seine Spur verfolgen würden, sollte er auf dem heimischen Computer nach Kontakten zu den Al-Shabaab Terroristen in Somalia suchen. Der Konvertit zerstörte daher seinen Computer und entsorgte die Einzelteile sorgfältig.

Von seinen Ersparnissen kaufte sich Craig Baxam für 1,600 US-Dollar ein Flugticket. Am 20.Dezember 2011 flog er von Baltimore aus zunächst nach London und anschließend weiter nach Kenia. Per Nachtbus reiste er von der kenianischen Hauptstadt Nairobi weiter ins nördlich gelegene Mombasa nahe der Grenze zu Somalia.

Baxam hatte keinerlei Kontaktpersonen in Kenia oder Somalia. Er verhielt sich unauffällig, besuchte Moscheen zum Gebet, sprach aber auch dort kaum mit Fremden. Völlig auf sich alleine gestellt, wollte sich der Irak-Veteran im Bürgerkriegsland Somalia den Islamisten der Al-Shabaab anschließen. Craig Baxams Plan war es mit Taxis und Bussen die Grenze zu Somalia zu überqueren und in der nächstbesten Moschee nach Al-Shabaab Kontakten zu erkundigen. Über 600 US-Dollar hatte er bei sich und wollte sie sobald wie möglich den Al-Shabaab-Kämpfern spenden.

Auf der letzten Etappe seiner Reise, in einem Bus zur Grenzstadt Garissa, wurde Craig Baxam von einem Kenianer angesprochen. „Wo gehst du hin?“, „Sprichst du die Sprache der Leute dort?“, „Hast du Familie hier?“, wollte der Fahrgast wissen. Baxam hielt den Fremden für einen Glaubensbruder und verriet ihm seinen Wunsch in den Dschihad zu ziehen. Der Fremde versprach ihm bei seinem Vorhaben zu helfen.

Das FBI vermutet, der neugierige Bus-Passagier war in Wahrheit ein Informant des kenianischen Geheimdienstes, denn nur kurze Zeit später stoppte die Polizei den Reisebus. Die Reise des Craig Baxam in den somalischen Dschihad war am 23.Dezember 2011 beendet. Der ehemalige US-Soldat wurde verhaftet und wenige Tage später von Beamten des FBI im Hauptquartier der kenianischen Anti-Terror Einheit verhört.

„Baxam hatte nie geplant, aus Somalia zurück zu kehren. Baxam wollte mit einer Waffe in seiner Hand sterben“, heißt es in einem FBI-Untersuchungsbericht. Sollte er jemals aus der Haft entlassen werden, wolle er sich um seinen kranken Vater kümmern, erklärte Baxam den US-Beamten. Nach dem Tod des Vaters würde er dann entscheiden ob er sich erneut Al-Shabaab anschließen wolle.

Der angehende Dschihadist Craig Baxam befindet sich nun in US-Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kriegsveteran vor geplant zu haben eine ausländische terroristische Vereinigung zu unterstützen.