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Radikale Islamisten-Webseiten gelöscht

von Florian Flade

„Plattformen, die permanent Gift absondern“ – so nannte einmal ein Ermittler die radikalislamischen Webseiten von „Millatu Ibrahim“, jener Gruppierung, die Bundesinnenminister Friedrich am 14.Juni verboten hat. Zum Medienkomplex der militanten Salafisten-Bewegung gehörte neben der Hauptseite „millatu-ibrahim.com“ nach Ansicht des Innenministeriums auch die Webseite „salafimedia.de“.

Beide Seiten waren Plattformen auf denen in Video-, Audio und Dokumentform radikal-salafistische Ideologie angeboten wurde. Bekannte Prediger der Szene sowie der Ex-Rapper Denis C. („Deso Dogg“) und der Österreicher Mohammed M. alias „Abu Usama al-Gharib“ kamen dort zu Wort. Die extremistischen Schriften und Medien konnten von jedermann heruntergeladen oder gestreamt werden.

Seit einigen Tagen ist zumindest offiziell Schluss damit. Das Bundesministerium des Innern ließ nach meinen Recherchen „millatu-ibrahim.com“ und „salafimedia.de“ löschen. Die Provider der Webseiten wurden kontaktiert und darüber in Kenntnis gesetzt, dass die dahinterstehende Organisation als auch Nachfolgeorganisationen fortan in Deutschland verboten sind. Daraufhin wurden die Salafisten-Portale vom Netz genommen.

Inzwischen erschien zumindest „salafimedia“ in beinahe exakter Kopie unter anderer Adresse. Es scheint als hätten die Betreiber mit Back-Up Versionen der Webseiten auf Nummer sicher gehen wollen. Ob nun auch diese Nachfolgeseiten geschlossen werden, wird sich zeigen. Häufig sind die Internetauftritte im Ausland gelagert. Dortige Provider zu kontaktieren ist mitunter schwierig, weil die Gesetzeslage eine andere und bürokratische Hürden gegeben sind.

„Ihr sollt die Mitglieder von Pro-NRW alle töten!“ – Neue Botschaft von Yassin Chouka

von Florian Flade

Die Botschaft kommt überraschend schnell und ungewöhnlich heftig: der deutsche Dschihadist Yassin Chouka alias „Abu Ibrahim“ hat sich zu Wort gemeldet. In einer neuen Audiobotschaft aus dem pakistanischen Waziristan ruft der Bonner Islamist zum Mord an Mitgliedern der islamfeindlichen Partei „Pro NRW“ und an Journalisten auf.

In der knapp 7-minütigen Videobotschaft der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU) preist Yassin Chouka zudem die gewalttätigen Salafisten-Proteste gegen die Karikaturen-Kampagne der rechtsextremen Partei „Pro NRW“. Die Partei habe mit ihrer provozierenden Aktion das Maß überschritten, so Chouka. Die Beleidigung des Propheten Mohammed dürfe nicht „tatenlos hingenommen werden“.

„Ihr sollt die Mitglieder von Pro-NRW alle töten!“, erklärt der deutsche Terrorist in der Videobotschaft, „Wir raten euch folgendes: Geht nicht mehr zu den Versammlungen der Pro-NRW, denn dies führt nur zu einem unkontrollierten Kampf und das Risiko ist zu groß dass ihr von der Polizei festgenommen werdet. Ihr braucht nicht hinzugehenl um zu schauen ob sie erneut die Karikaturen zeigen. Sie haben es bereits getan Die Münze ist dadurch bereits gefallen.“

Weiter erklärt der Islamist: „So raten wir euch: Lauert und sucht einzelne Personen der Pro NRW im Geheimdienstverfahren auf, sammelt genug Informationen über ihre Wohnorten, über ihre täglichen Routen, ihre Arbeitsplätze. Und dann nach guten und ausreichenden Recherchen und einem Strategischen plan: schlagt zu! Am besten im Schutz der Dunkelheit oder im Morgengrauen. Dabei ist zu bevorzugen dass ihr sie tötet, dass ihr euren Propheten rächt, indem ihr sie tötet. Und wenn dies nicht möglich ist, schlagt so lange auf sie ein, bis sie es aufs äußerste bereuen.“

Auch deutsche Medienvertreter müssten aufgrund der Berichterstattung über die Salafisten-Proteste getötet werden, so Yassin Chouka. „Die deutschen Medien haben an den Verbrechen wieder mitgewirkt. Unter dem Deckmantel der neutralen Berichterstattung haben sie wieder einmal die Karikaturen veröffentlicht. Auch dies dulden die Anhänger Mohammeds nicht!“

„Der SPIEGEL, der von den Juden gelenkt wird, und andere bekannte duetsche Medienabteilungen haben unseren Propheten dadurch beteiligt (…) Lauert ihren Mitarbeitern auf, tötet sie und verpasst ihnen eine Lehre, die sie niemals vergessen werden.“

Das Bundeskriminalamt (BKA) wollte sich am Samstag nicht zu der neuen Videobotschaft des deutschen Terroristen und zu dessen Mordaufrufen äußern.

Yassin Chouka war im Jahr 2007 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Mounir aus Deutschland ausgereist und hat sich in Pakistan der Terrorgruppe „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) angeschlossen. Regelmäßig veröffentlicht das Bonner Brüderpaar Video- und Audiobotschaften aus dem pakistanischen Stammesgebiet Waziristan. Immer häufiger rufen sie darin auch zu Terroranschlägen in Deutschland auf.

Deutscher Dschihadist preist Toulouse-Attentäter

von Florian Flade

„Auf eigene Faust und durch heldenhaften Mut, machte der Ritter von Toulouse, den südfranzösischen Boden unter seinen Füßen zu dem Boden seines persönlichen Dschihads“ – heißt es in einer neuen Tonband-Botschaft des deutschen Dschihadisten Mounir Chouka alias „Abu Adam“ aus dem pakistanischen Waziristan. In der neuen Botschaft aus den Bergen Nordwest-Pakistans preist der aus Bonn stammende Islamist (Mitglied der Islamischen Bewegung Usbekistans) den Attentäter von Toulouse als Helden und ruft Muslime in Europa auf seinem Beispiel zu folgen.

„Frankreich entriss der muslimischen Frau ruckartig den Hijab und entblößte ihre Aura und Frankreich beteiligt sich an den Verbrechen in Afghanistan“, sagt Mounir Chouka, „Mohammed Merah war somit ein Racheakt für die hinterhältigen und blutigen Verbrechen der französischen Armee! Und seien Tat war eine Reaktion der Juden, die über eine Millionen palästinensische Kinder auf dem Gewissen haben.“

Muslime in Europa seien nun aufgerufen dem Beispiel des französischen Todesschützen zu folgen, so Chouka. „Allah will dass du deine Religion mit Blut unterstreichst! Zunächst mit dem Blut der Feinde, dann mit deinem eigenen Blut!“

Die Attentate einzelner radikalisierter Islamisten, „Einsame Wölfe“ genannt, sollten sich nach dem Willen des Bonner Terroristen als Gesamtstrategie auf Europa übertragen. „London, Madrid, Frankfurt und nun Toulouse“, so heißt es in Choukas knapp 6-minütiger Rede, „Oh geehrte Muslime in Dublin, in Luxemburg, in Lissabon, steht auf und helft Allahs Religion! Lasst dem arabischen Frühling einen europäischen Sommer folgen!“

Wie schon einer kürzlich veröffentlichten Tonbandbotschaft des Bruders von Mounir Chouka, Yassin Chouka, sollen Muslime im Westen durch die Hetzpredigt aufgerufen werden, sich ohne Anbindung an eine Gruppierung oder Ausbildung in einem Terrorcamp im Ausland, am Dschihad zu beteiligen. Die perfide Strategie den islamistischen Amoklauf zu provozieren, wurde erst gestern von mir in einem Stück für „Die Welt“ thematisiert.

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