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Radikale Rückkehrer

von Florian Flade

In Brüssel hat ein mutmaßlicher Dschihadist vier Menschen getötet. Der Schütze soll ein Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg sein. Ein Szenario, vor dem europäische Sicherheitsbehörden seit Monaten warnen.

pic100614Die Überwachungskamera im Jüdischen Museum von Brüssel zeigt den Todesschützen

Es ist der 18.März, 06:10 Uhr, als Mehdi Nemmouche am Flughafen Frankfurt am Main in die Europäische Union zurückkehrte. Der 29-jährige Franzose kam mit einem Flugzeug aus dem malaysischen Kuala Lumpur thailändischen Bangkok. Frankfurt war nur ein Zwischenstopp. Das Ziel seiner Reise war Brüssel.

Dort betrat Nemmouche, so sind sich die Ermittler inzwischen sicher, am 24. Mai “Das Jüdische Museum von Belgien”. Er soll eine Baseball-Cap auf dem Kopf und eine Reisetasche in der Hand getragen haben. Überwachungskameras zeigen, wie ein Mann das Gebäude betritt und ein AK-47 Sturmgewehr aus der Tasche nimmt. Anschließend eröffnet der Schütze das Feuer.

Bei dem Attentat starben vier Menschen, ein israelisches Touristenpaar und eine Französin.

Die Bluttat von Brüssel könnte eine Zäsur bedeuten. Sollte sich der bisherige Verdacht bestätigen, dann handelt es sich um das erste Attentat in Europa, das von einem islamistischen Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg verübt wurde.

Wie konnte es – trotz der gebetsmühlenartigen Warnungen von europäischen Sicherheitsbehörden – dazu kommen?

Mehdi Nemmouches Tat hätte verhindert werden können. Denn seine Rückkehr vom syrischen Schlachtfeld blieb nicht unbemerkt. Am Frankfurter Flughafen kontrollierten Beamte der Bundespolizei routinemäßig den Pass des Franzosen. „Nemmouche, Mehdi, geboren 19.04.1985 in Roubaix“ stand darin. Diverse Einreisestempel zeigten zudem, dass Nemmouche in den vergangenen Monaten viel herumgekommen war. Malaysia, Singapur, Thailand, Türkei, Libanon, Großbritannien, Belgien – in all diesen Ländern hatte er offenbar Station gemacht.

Und noch etwas fiel den deutschen Grenzschützern auf. Mehdi Nemmouches Name befand sich in einer Datenbank der europäischen Sicherheitsbehörden, dem sogenannten „Schengener Informationssystem“ (SIS). Darin stießen die Bundespolizisten auf einen Vermerk, ausgestellt von französischen Behörden. Es handelte sich um einen „verdeckten Hinweis“, wonach Nemmouche zur Fahndung ausgeschrieben war. Eine Festnahme sollte allerdings nicht erfolgen. Französischen Stellen wurden von der deutschen Bundespolizei lediglich über die Reisebewegung von Nemmouche informiert – verdeckt und ohne dass der Betroffene davon erfuhr.

Für die französischen Nachrichtendienste ist Mehdi Nemmouche einer von hunderten Männern, die in den vergangenen Jahren in den Bürgerkrieg nach Syrien gereist sind. Und dort vermutlich das Terrorhandwerk, den Umgang mit Waffen und den Bau von Bomben, erlernt haben. Nemmouche stand deshalb seit Jahren im Visier der französischen Nachrichtendienste und galt als gefährlicher Islamist.

Geboren wurde Nemmouche als Sohn algerischer Einwanderer in der nordfranzösischen Stadt Roubaix. Er soll zeitweise bei Pflegefamilien und bei der Großmutter in Tourcoing, unweit der belgischen Grenze aufgewachsen sein. Schon früh kam Mehdi Nemmouche mit dem Gesetz in Konflikt.

Am 8.Januar 2004 verurteilte ihn ein Jugendgericht in Lille zu zwei Monaten Haft wegen Diebstahl. In den Jahren 2006 und 2007 wurde er mehrere Male wegen Fahren ohne Führerschein verhaftet. Im Dezember 2007 erhielt er vom Gericht in Grasse erneut eine Strafe, nachdem er einen Supermarkt überfallen hatte.

Seine Haftstrafe verbüßte Nemmouche zwischen 2007 und 2012 aufgrund von Haftverlegungen in mehreren Gefängnissen in Südfrankreich. Hinter Gittern setzte offenbar eine religiöse Radikalisierung ein. Mehdi Nemmouche fiel wegen seiner extremistischen Ansichten auf. Er schloss sich während der Haft einer Gruppe radikaler Islamisten an, die sich im Gefängnis formiert hatte. Die Entwicklung blieb nicht unbeobachtet. Die Gefängnisleitung informierte Frankreichs Inlandsgeheimdienst DCRI über den islamistischen Häftling.

Als Nemmouche am 4.Dezember 2012 aus dem Gefängnis entlassen wurde, zog er wohl nur kurzfristig zu seiner Großmutter und Tante nach Tourcoing, reiste dann aber nach Belgien. Nur rund drei Wochen später machte sich der Ex-Häftling scheinbar auf den Weg nach Syrien.

Über Brüssel führte Nemmouches Weg zunächst nach London, dann nach Beirut und anschließend nach Istanbul und über die Grenze in den syrischen Bürgerkrieg. Der französische Geheimdienst verfügt über Informationen, wonach Mehdi Nemmouche sich der Terrororganisation „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (ISIG) anschloss und rund ein Jahr in den Reihen der Gruppe gekämpft hat.

Als Dschihadist landete Nemmouche auf der französischen Gefährderliste, vermerkt mit einem „S“, das für eine mögliche Gefährdung der Staatssicherheit steht.

Laut seinem Reisepass verließ der spätere Todesschütze von Brüssel die türkische Metropole Istanbul am 21.Februar und flog nach Kuala Lumpur. Von Malaysia aus soll Nemmouche Kurztrips nach Thailand und Singapur gemacht haben, bevor er im März über Frankfurt wieder in die Europäische Union einreiste. „Um seine Reisewege zu verschleiern“, wie ein französischer Geheimdienstler vermutet. Der 29-jährige habe offenbar verhindern wollen, dass sein Aufenthalt in Syrien in irgendeiner Weise auffiel.

Nach dem Mordanschlag in Brüssel reiste Nemmouche per Fernbus nach Südfrankreich. Am Busbahnhof von Saint-Charles in Marseilles kontrollierten Polizisten die Euro-Line-Passagiere nach Drogen. Dabei stießen sie wohl eher zufällig auf den Islamisten, in dessen Gepäck sie unter anderem auf ein AK-47 Gewehr, einen Revolver, Munition und ein Stoffbanner mit dem Namen der Terrorgruppe ISIG in arabischer Schrift, stießen. Auch die Baseball-Cap und die Minikamera der Marke „GoPro“, die der Attentäter aus dem Jüdischen Museum von Brüssel bei sich führte, hatte Nemmouche bei sich.

Die Ermittler entdeckten auf der Kamera ein Video, dass sie als eine Art Bekennervideo werten. In der rund 40 Sekunden langen Aufnahme soll sich Mehdi Nemmouche selbst der Tat bezichtigen. “Es ist schade, dass meine Kamera nicht funktioniert hat, als die Action losging”, soll der Franzose darin sagen.

Das Attentat von Brüssel markiert einen Wendepunkt in der Diskussion um den syrischen Dschihad-Tourismus. Es dürfte nun kaum noch Zweifel daran geben, dass die islamistischen Rückkehrer aus dem Bürgerkrieg, insbesondere jene, die vor Ort tatsächlich an Kampfhandlungen teilgenommen haben, ein reales Sicherheitsrisiko darstellen. Nicht alle Islamisten, die Greueltaten, Tod und Leid hautnah erlebt haben, werden zu tickenden Zeitbomben. Aber ein gewisser Prozentsatz, so die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, kommt radikalisiert, hochemotional aufgeladen, vielleicht sogar mit einem Auftrag einer Terrororganisation, in den Heimatländern an.

Alle Syrien-Rückkehrer gleichermaßen im Blick zu behalten ist angesichts der wachsenden Zahl von rund 3000 europäischen Dschihadisten beinahe unmöglich, wie das Beispiel Mehdi Nemmouche zeigt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Dänemark und Schweden haben es mit hunderten gewaltbereiten Islamisten zu tun, die nach Syrien gezogen sind. Der Brüsseler Fall verdeutlicht allerdings, dass es offenbar präzise Anschlagspläne von Islamisten in Syrien gegen Ziele in Europa gibt. Geklärt werden muss deshalb schnellstens, wer die Reisen des Todesschützen quer durch Südostasien und Europa finanzierte, wie Nemmouche an das AK-47 Sturmgewehr kam, wer seine möglichen Helfer vor Ort in Belgien waren.

Das Leben und Sterben des Moez Garsallaoui

von Florian Flade

“Ich habe mein Zuhause verlassen, um in den Dschihad zu ziehen. Das bedeutet: um den Feind zu töten”

- Interview mit Moez Garsallaoui im Sommer 2009

Moezeddine Garsallaoui kam 1998 als Flüchtling aus Tunesien in die Schweiz. Er arbeitete auf Baustellen und als Computerfachmann. Dann lernte er über das Internet eine in Belgien lebende Marokkanerin kennen – Malika El-Aroud. Die vollverschleierte Salafistin ist die Witwe eines Al-Qaida-Selbstmordattentäters. Moezeddine Garsallaoui wurde ihr dritter Ehemann. Sie zog zu ihm in die Schweiz

Vom schweizerischen Düdingen (Kanton Freiburg) aus betrieb das Paar jahrelang zwei islamistische Internetseiten, auf denen es Propagandafilme von Enthauptungen und Bombenanschlägen verbreitete. El-Aroud und ihr Ehemann  etablierten sich als einige der führenden Dschihad-Unterstützer im Internet.

Im Jahr 2005 verhafteten Schweizer Behörden das islamistische Paar wegen Unterstützung terroristischer Organisationen. Garsallaouis Einbürgerungsverfahren wurde gestoppt. Das Schweizer Bundesstrafgericht verurteilte ihn und seine islamisch angetraute Ehefrau stattdessen im Juni 2007. Er erhielt 24 Monaten Haft, muss diese allerdings nicht sofort antreten.

Weil das Paar zunächst auf freiem Fuß blieb, konnten sich Garsallaoui und Malika El-Aroud ins Ausland absetzen. Sie floh nach Belgien, er reiste über die Türkei nach Pakistan.

Doch auch in Belgien ermittelten die Behörden gegen El-Aroud. Die Salafistin soll zu einer Gruppe radikaler Islamisten gehören, die junge Männer für den Dschihad rekrutieren. Im Mai 2010 folgte die nächste Verurteilung. Diesmal in Brüssel. Sowohl die Märtyrer-Witwe Malika El-Aroud als auch ihr im Ausland abgetauchter Ehemann wurden zu acht Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation verurteilt. Während El-Aroud die Haftstrafe antrat, kämpfte ihr Gatte in Afghanistan gegen NATO-Soldaten.

Im Stammesgebiet Waziristan schloss sich Garsallaoui islamistischen Terrorgruppen an. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste verkehrte er zuletzt im engeren Zirkel der Al-Qaida. Garsallaoui soll als Ausbilder in einem terroristischen Trainingslager tätig gewesen sein. Das Spezialgebiet des Tunesiers war angeblich der Bombenbau.

Nach Erkenntnissen von Experten gehörte Garsallaoui vermutlich zur Elite der Al-Qaida-Kommandeure in den pakistanischen Stammesgebieten. Er sprach fließend Französisch, Arabisch, Deutsch, Englisch und Paschtu und war damit prädestiniert um mit internationalen Terrorrekruten zu arbeiten. So soll er beispielsweise auch deutsche Dschihadisten während ihrer Ausbildung in Nord-Waziristan getroffen haben.

Seit seiner Flucht aus Europa gab Garsallaoui in diversen Internetforen regelmäßig Lebenszeichen von sich. Dort nannte er sich “Moez al-Qayrawani” und veröffentlichte einige lange Traktate u.a. zur politischen Situation in Tunesien nach dem Sturz des Ben-Ali-Regimes. Per E-Mail soll der Dschihadist zudem mit Glaubensbrüdern und Verwandten in Belgien, der Schweiz und Nordafrika kommuniziert haben.

Ein Foto, das Garsallaoui seiner Ehefrau vor Jahren in einer E-Mail geschickt hatte, zeigt ihn mit einer Panzerfaust auf der Schulter irgendwo in den Bergen zwischen Afghanistan und Pakistan.

“Das Töten von amerikanischen Soldaten (…) ist kein moralisches Verbrechen für das wir uns schämen”, schrieb Garsallaoui vor drei Jahren in einer E-Mail an einen niederländischen Journalisten, “Ich habe in der Schweiz gelebt, ich will in dieses Land nicht zurückkehren oder irgendwo sonst nach Europa. Ich hoffe ich werde nie dazu gezwungen sein.”

Jetzt soll Moezeddine Garsallaoui tot sein. Dschihadistische Quellen in Pakistan melden, dass der Al-Qaida-Bombenexperte vor kurzem bei einem Luftangriff nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze getötet wurde

Garsallaoui sei zuletzt Anführer einer von kasachischen Islamisten dominierten Gruppierung namens “Jund al-Khilafa” gewesen, heißt es in arabischen Internetforen. Etliche ausländische Kämpfer habe er ausgebildet. Sein Ziel sei es gewesen, selbst wieder nach Tunesien oder Europa für Dschihad-Aktivitäten zurück zu kehren.

Zuletzt sorgte der Dschihadst aus der Schweiz Herbst 2011 für Schlagzeilen. Damals tauchten mehrere Geiselvideos eines Schweizer Touristen-Paares auf, die im Juli 2011 im Süden Pakistans von Taliban-Kämpfer entführt worden waren. In einem der Videos waren bewaffnete Islamisten zu sehen, die hinter dem am Boden sitzenden Geiseln standen. Einer der Kämpfer stand etwas abseits. Als einzige Person hatte er ein verpixeltes Gesicht.

Da die beiden entführten Touristen aus Bern in dem Video in englischer Sprache sondern in Mundart um ihre Freilassung flehten, spekulierten Medien und Sicherheitsbehörden, der verpixelte Mann könnte womöglich die Funktion eines Dolmetschers haben. Vielleicht sei die Person vor Ort gewesen um den Text der Geiseln zu kontrollieren und für die Taliban zu übersetzen. Folglich müsse es sich um jemanden handeln der Schweizerdeutsch versteht – möglicherweise Moez Garsallaoui.

Die später freigelassenen Schweizer Geiseln klärten in der Vernehmung durch die Behörden schließlich auf, dass die verpixelte Person ihr Aufpasser war und nicht Garsallaoui. Der Islamist selbst dementierte über Internetnachrichten seine Verwicklungen in die Entführung.

Gastbeitrag – “Thanks to God, I hit almost every shot”

by Guy Van Vlierden

“Two years ago I published an article in ‘Het Laatste Nieuws’, the largest daily newspaper in Belgium, based upon an e-mail conversation with the Tunisian born Moez Garsallaoui. He is married to the well known Belgian-Moroccan ‘passionaria of internet jihad’ Malika El-Aroud, and he left Brussels in 2007 to join the Taliban in the border area between Afghanistan and Pakistan. Because my article only was published in Dutch, and Garsallaoui apparently grew in importance since then, I thought it could be useful for a broader audience to learn what he told.

It was in the summer of 2009 I managed to get in touch with Garsallaoui through the French speaking internet forum ‘Ansar Al-Haqq’. It took a few months and several messages back and forth via two different e-mail addresses – one bearing his own name, the other pretending to be that of a spokesman, calling himself ‘Seif Allah Ibn Haritha’ – to obtain a full interview. Before that, Garsallaoui already wrote me that he had also Dutch speaking people around him – quite interesting for me, but he didn’t want to give more details – and that he had not met his Belgian-Moroccan comrade Hicham Bouhali Zriouil, a former taxi driver from Brussels who also went fighting with the Taliban, for more than a year and a half. “But according to my information he is well”, I was told at that point. He also sent me a picture – “an old one”, he wrote – of himself in combat. Later, he put that same picture on his profile at ‘Ansar Al-Haqq’. Garsallaoui’s final response in Arabic was signed: “The servant of the Jihad and the Mujahideen, Al-Kayrawani Moezeddine”. What follows is a rough translation to English of my questions and his answers – as litterally as possible.

Is it true that you are living in the border area between Pakistan and Afghanistan?

Currently I am staying in Afghanistan near the Pakistan border. I can’t give the exact location for security reasons. Inside Pakistan, in the rugged mountain regions, the Pashtun tribes are all on the side of the Jihad in Afghanistan. And support for the Jihad does not only come from them, but also from other regions of Pakistan, India and Uzbekistan, and many countries in Asia. Even the Chinese muslims are fighting the forces of NATO in that area.

Can you describe what you are doing there?

I left my home and family for the sake of Jihad for God. What I’m currently doing in Afghanistan, is fighting the forces of NATO alongside my brothers, the taliban. We offer them the help they demand us, and together with them we organize offensive operations against the centers of the US armed forces, their allies, and the collaborationist Afghan army. Previously, the military operations more or less ceased during winter. But now, with the grace of God, thanks to the growing popular support for the Jihad, the military activity of the taliban has become much easier in the towns and villages. So nowadays we are very busy in this time of year too.

Is it correct that you have already killed American soldiers and you’re proud of that?

As I have said, I left my home just for the sake of Jihad, and that means killing the enemy. During the execution of military operations it is logical to kill and injure your enemies, just as there are brothers who have already become martyrs. This is confirmed by what the high and mighty God says in His book: “God hath purchased of the believers their persons and their goods; for theirs is the garden. They fight in His cause, and slay and are slain.”

The killing of American soldiers, or others who have come to the countries of Islam to colonize, is not a moral crime for which we are ashamed. On the contrary, by killing them we come closer to God and that makes us proud. The companions of the Prophet (peace be upon him) are our models. I praise God because thanks to Him I hit almost every shot. Very often we got the message that some of them were slain or wounded. This made or fighters and the majority of the population happy.

What do you think about the arrest of your like-mindeds in Belgium and other European countries, included your wife Malika El-Aroud?

The arrest of a number of Muslims in Europe – some of which I previously knew, and others not – is not an amazing act from the European countries. They are afraid. The reason is that they are partners of America in it’s crimes against Muslims. But what me struck in these arrests is the degree to which they were accompanied by lies and forgery. In Belgium, for example, some security officers said that there were preparations for a suicide operation. Some of them talked about the possibility that European leaders were targeted on the day their summit began. I think that is an exaggeration and a deliberate inflation of the facts by the known intelligence services. The aim is to scare the public in order to mobilize support for the continuation of the organized killing of our sons and brothers in Iraq and Afghanistan.

Many people from Europe and other places come to this territory. Some are staying and are steadfast in the struggle and endure the harsh conditions. Others cannot and return to whence they came. I myself was not aware that the brothers had returned to Europe and I do not know why they did. But I am sure that their arrest was accompanied by a campaign of lies and fabrications that implied me too. CNN was the forerunner in spreading these lies. The station claims that I was involved in a terrorist plot that aimed in 2006 to blow up seven aircraft in the air. That’s just laughable.

The arrest of my wife is one of the great crimes of the Belgian government. Especially because my wife has nothing to do with this case, except that she is my wife. I’ve never allowed her to participate in actions that could endanger her. It is true that she is a courageous woman who likes to read and write and spread her opinion, but that is her legal right since you claim it is the right of every citizen in your country. Why then these false allegations?

The Belgian Government had enough of the opinions that my wife wrote down in her book and spreaded over the Internet. It could not prosecute her for her opinions and her ideas, nor change the laws that protect freedom of expression. For that would be in contradiction with the principles on which the state is based. It found nothing else than to invent things and false accusations. I challenge them to show a valid proof that my wife is guilty of any terrorist act, as they claim. She is currently a full year in prison. That is very long and a great injustice. Every extra day that she in imprisoned, I feel more humiliated. This is not only my feeling, but what countless people feel. My wife is my queen. Every day, no every hour that she spends in prison, I find nothing that can replace her, how expensive it might be or how valuable it might be for the people.

Do you have feelings of hate and revenge towards the Belgian people, and do you support violent actions on Belgian soil?

As I have said, my feeling is one of injustice. Those who are unjustly treated, need to free themselves from the injustice in order to return to their natural state. I urge no action against the Belgians. Here in Afghanistan we are under the direct guidance of a Taliban commander, and it is only with his consent we may fight somebody or reconcile us with someone, because he is responsible for this. But the Belgian involvement in provocative acts against Muslims can lead to reactions. Just as the presence of the NATO headquarters on Belgian territory is considered sufficient reason by some to consider an attack.

Therefore it would be better that Belgium and the western countries in general make an end to the unjust treatment of Muslims on their soil, and that they forbid to provoke Islam, the shrines and prophets of the Muslims. Therefore it would also be better that they take the intiative to stop their unjust wars in Afghanistan and Iraq, so that they will get full security and do not have to fear actions on their territories.

Is your participation in Jihad not a proof that European authorities are right in their assertion that you and your wife used your internet forums to recruit young European muslims to fight?

My participation in Jihad is not a crime and should not be considered as such. Since the beginning of history it is a legitimate right in human morality. And in our religion it is even a duty. If we do not comply to this, we are regarded as guilty and disobedient. The actions related to this, such as calling and encouraging people to fulfill this duty, are not bad things we have to hide of fear to carry them out.

About the Internet sites, I managed two sites. A site in Arabic that was closed several times by the Swiss authorities and another site in French that I closed myself a few months ago. Both sites were visited by people with Jihadi ideas. We exchanged news and intelligence about the subject. In Switzerland, me and my wife were tried because of these two sites. I would like to point out that it was me who runned the websites and had direct responsibility for it. My wife only posted her opinions like other users did. She was not aware of my preparations to go to Afghanistan, nor other details on this topic. She only knew a few days in advance that I would leave to Turkey. Hence it is madness to connect my wife with recruitment operations or organizing the fight. Her arrest and conviction for acts she did not commit and had no complicity in, is a serious offense.

Would you like to return some day to Belgium or another European country, or do you prefer to stay were you are?

I lived in Switzerland, but I do not want to return to that country, nor elsewhere in Europe. I hope I will never be forced to do that.

Do you have a message for the people in Belgium and Europe, whether they are muslim or not?

We always hope that other nations – including Belgium – will study Islam and convert. It is always our duty to remind them to that. But if it would be too difficult for some to convert to Islam, we say to them: stop harming Muslims and stop with treating them unfair. And do not help the ones who inflict unjustice. Because injustice is bringing the downfall of he who commits it. For example, within a few days there will be a meeting in Brussels, where European countries will decide to send thousands of soldiers to Afghanistan to cover the shortage of NATO troops here. The European people should counter this and express a strong opposition to this if they are really peaceful. Even if the peoples of Europe do not care about the safety of the oppressed people, then they should at least spare the blood and souls of their own sons. Because when they come to us, they can only expect to manslaughter. Increasing the number of troops of the alliance will give us a greater chance of taking a greater number of them.

My advice to Muslims in Belgium and other countries would be to leave. I remind them that we are in a state of war with them. Because they sent their soldiers to kill our brothers and sisters here. I also remind them that the Mujahidin do not carry any responsibility for what may happen to them in those countries.

Guy Van Vlierden is a journalist for the Belgian newspaper ‘Het Laatste Nieuws’