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„Miqdaad, the Afghan Blitz“ – German Jihadi Killed in Kunduz

by Florian Flade

The called him „The Afghan Lighting“ because it only took a few weeks from arriving in Waziristan to enter Afghanistan and fight Nato forces in the northern region of Kunduz – Abdullah H. from the West German city of Essen.

A new propaganda tape by the „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU) celebrates the martyrdom of the German Jihadi militant who was known as „Miqdaad“ amongst the mujahidin fighters.

„Today my special greetings from Khorasan go out to the brothers and sisters in Essen“ – Yassin C., a well-known Jihadi from Bonn says in the new video – „Dear brothers and sisters in Essen, from your city, Allah has choosen a very diligent brother who stood amongst you during prayer only a short time ago. A brother who walked the streets of Essen and did not really attract attention.“

Abdullah from Essen arrived in Waziristan in November 2010, IMU says, and completed military training in January 2011. „A short time later, he traveled to Northern Afghanistan“, German terrorist Yassin C. tells – „On March 20 2011 he (Abdullah) died a martyr´s death in Baghlan, near Kunduz, fighting American soldiers.“

When Abdullah aka „Miqdad“ joined the IMU in the Pakistani tribal areas he told his trainers, he wants to fight in Afghanistan soon. „Please quickly sent me to Kunduz because I want to kill Germans so bad“, he allegedly said.

In the newly released propaganda tape Abdullah H. is seen masked surrounded by Jihadi comrades somewhere in Kunduz. „It´s me, your brother Miqdad“, the son of Afghan immigrants says, „I greet all my brothers and sisters around the world, especially in Germany. All praise is to Allah that I came here to the mujahidin in Afghanistan and Pakistan and was tasked with this special operation to fight the Germans and Nato here in Kunduz.“

German intelligence officials are at the moment trying to contact Abdullah H.´s family in Essen. The young man killed in Kunduz in March was born in Peshawar to parents who fled Afghanistan. In Germany he was not monitored by counter terrorism authorities. Abdullah H. did not appear on any list of possible terrorists. Amongst the Muslim community in Essen he was not known to be one of the extremists. His journey to the Pakistani terror camps happened without German authorities knowing about it.

Recently it became known that another German militant who joined IMU had carried out a suicide operation in Kunduz in 2010. „Farooq the German“ was featured in a German-language IMU tape released a few weeks ago. According to my information this 29-year old militant´s travel movements (came to Waziristan in early 2010) were also not tracked by German intelligence. „We did not know him before the video release“, one German intelligence official told me.

IBU´s Dschihad in Kunduz

by Florian Flade

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Ein neues Video aus der Schmiede der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU), zeigt offenbar Kämpfe militanter Dschihadisten gegen deutschen Bundeswehrsoldaten in der nordafghanischen Provinz Kunduz. Das knapp 20-minütige Video aus einer mittlerweile fünfteiligen Afghanistan-Serie der Gruppe, enthält neben Ausschnitten aus Nachrichtenbeiträgen über die Bundeswehr, Gefechtsszenen, Raketen- und Mörserangriffe auf Bundeswehr-Stützpunkte und Attacken auf Fahrzeuge der deutschen Truppen.

Die neuen Aufnahmen zeigen zudem eine abgeschossene Bundeswehr-Drohne sowie ein ausgebranntes Fahrzeug vom Typ „Dingo“, das offenbar von deutschen Soldaten selbst zerstört wurde, nachdem es bei einem Angriff der Aufständischen schwer beschädigt wurde und nicht mehr geborgen werden konnte.

Wie bereits vorangegangene Propagandavideos der IBU – beispielsweise aus dem vergangenen Jahr – beweisen, handelt es sich bei den Aufständischen in der Region Kunduz keinesfalls nur um einheimische, afghanische Taliban-Kämpfern. In den Reihen der verschiedenen Kampfgruppen finden sich zunehmend ausländische Dschihadisten, mehrheitlich Elemente aus den zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, Usbekistan, Kirgisien sowie aus Pakistan, dem chinesischen Xinjiang, aus den Kaukasus-Teilrepubliken und den muslimischen Regionen der Russischen Föderation.

Beunruhigend für die internationale Schutztruppe ISAF dürfte das gefilmte Terror-Training der IBU in Afghanistan sein. Der militanten Gruppierung, die mehrheitlich Ausbildungslager in der pakistanischen Region Nord-Waziristan unterhält, ist es augenscheinlich gelungen, sich in diversen afghanischen Provinzen zu etablieren, mit lokalen Taliban-Einheiten zu alliieren und Terror-Rekruten auf afghanischem Boden zu schulen.

Neben den Aufnahmen aus Kunduz zeigt das neue Propagandavideo auch Szenen – darunter ein Angriff auf einen NATO-Konvoi und die Exekution eines afghanischen Soldaten – aus anderen Landesteilen, insbesondere aus den südlichen Regionen Afghanistans.

„Einsame Wölfe“ – Al-Qaida´s gefährlichste Brut

by Florian Flade

Der Frankfurter Flughafen-Attentäter war wohl ein Einzeltäter. Seine Bluttat zeigt: Terror ohne Netzwerk droht zur effektivsten Waffe der al-Qaida Anhängerschaft zu werden.

Die Bundesrepublik wurde am Mittwoch erstmals Schauplatz eines dschihadistischen Terroranschlags. Immer neue Hinweise lassen vermuten, dass es sich bei dem Todesschützen, der am Mittwochnachmittag vor dem Terminal 2 des Frankfurter Flughafens zwei US-Soldaten erschoss und zwei weitere schwer verletzte, um einen überzeugten Islamisten handelt.

Der in Frankfurt wohnhafte Deutsch-Kosovare Arid U. hatte Kontakte in die islamistische Szene. Dies belegen Internet-Bekanntschaften und Online-Aktivitäten des 21jährigen. In sozialen Netzwerken verbreitete U. Hass auf Andersgläubige und verteidigte islamistisches Gedankengut. „Dschihad“, so schrieb er noch vor wenigen Wochen, „ist nunmal Teil dieser schönen Religion.“

Zu klären gilt es nun, ob Arid U. seine Bluttat alleine, eigenhändig plante oder ob er Teil einer terroristischen Zelle war. Auch die Frage ob er sich eventuell im Umfeld Frankfurter Moscheen radikalisiert hat, wird entscheidend sein. Islamisten in Waziristan erklären, U. habe mehrfach versucht nach Afghanistan zu reisen, sei aber gescheitert. Daraufhin habe er entschieden in Deutschland zu bleiben, und dort einen Anschlag auszuüben.

Nach allen bislang bekannt gewordenen Informationen, müssen die Ermittler allerdings von der Tat eines einzelnen Attentäters ausgehen, der in einem radikalen Umfeld zum Gotteskrieger wurde. Arid U. stand auf keiner Terror-Warnliste, beim Verfassungsschutz wird derzeit geprüft ob der Deutsch-Kosovare als islamistischer Gefährder bekannt war. U., so der bisherige Erkenntnisstand, ist offenbar ein das Self-Made-Dschihadist, der sich eigenständig über das Internet radikalisierte und scheinbar kein Teil eines terroristisches Netzwerkes in Frankfurt war.

„Wir gehen von einem Einzeltäter aus“, sagte Polizeisprecher Jürgen Linker, und bestätigt damit gleichzeitig die Hilflosigkeit von Sicherheitsbehörden im Fall islamistischer Einzelgänger. Seit geraumer Zeit warnen Sicherheitsbehörden weltweit, die Gefahr durch die sogenannte „Einsame Wölfe“ nehme zu. Das Terrornetzwerk Al-Qaida spornt gezielt junge Muslime im Westen an, Anschläge zu verüben, ohne sich vorher einer Gruppe anzuschließen oder in ein Ausbildungslager zu reisen.

Führungsloser oder gar gruppenloser Dschihad, so das Konzept der al-Qaida Ideologie, ist effektiv, da Anschläge in der Planungsphase kaum aufzudecken sind. Das Risiko von Geheimdiensten und Sicherheitskräften entdeckt zu werden, minimiert sich für den Täter, der ohne Gruppenabsprache und Kommunikation mit Mitstreitern auskommt.

Attentäter ohne Gruppenzugehörigkeit agiert, scheitern zwar häufig, weil ihnen das nötige Know-How z.B. im Umgang mit Explosivstoffen fehlt und die Logistik für Großanschläge nicht umzusetzen ist, trotzdem ist die terroristische Wirkung der Klein-Anschläge oft fatal.

„Ziehe niemanden zu rate, wenn es um das Töten von Amerikanern geht!“, forderte der einflussreiche jemenitische Hass-Prediger Anwar al-Awlaki im November 2010 in einer Videobotschaft im Internet. „Den Teufel zu töten bedarf keiner Fatwa“, so Awlaki.

„Grenzenlose Loyalität“ – so nennt al-Qaida das Konzept eines führungslosen Terroranschlags. Einzeltäter anzuspornen ein Attentat wie jenes vom Frankfurter Flughafen ohne eine Mitgliedschaft in einer Organisation auszuführen, scheint al-Qaida immer häufiger zu gelingen. “

Major Nidal Malik Hassan war einer der ersten „Einsamen Wölfe“, der diese Taktik auf schockierende Weise demonstrierte. Der muslimische US-Militärpsychologe wurde nie in einem Terrorlager in Pakistan oder dem Jemen ausgebildet. Er arbeitete für die amerikanische Armee, lebte jahrelang in den USA ohne als überzeugter Islamist aufzufallen. Am 5.November 2009 wurde aus Major Hassan dem freundlich dreinblickenden, kahlköpfigen Militärpsychologen Major Hassan der Gotteskrieger.

Im texanischen Militärstützpunkt Fort Hood eröffnete Hassan mit einem Maschinengewehr das Feuer auf US-Soldaten, die gerade in der Kantine beim Essen saßen. „Allahu akbar!“ schrie der heute 40jährige und tötete 13 US-Soldaten, bevor er selbst von Kugeln getroffen wurde und verletzt überwältigt werden konnte.

Ermittlungen ergaben, dass Major Nidal Hassan zwar kein Mitglied eines terroristischen Netzwerkes war, sehr wohl aber über Kontakte ins Dschihad-Milieu verfügte. Mehrfach tauschte Hassan E-Mails mit dem im Jemen lebenden Hassprediger Anwar al-Awlaki aus, fragte ihn ob religiös erlaubt sei, US-Soldaten in Amerika zu töten und Selbstmordattentate auszuüben. Sheikh Awlaki gab seinen Segen, und so wurde Major Hassan Teil der al-Qaida Agenda ohne je ein Terrorlager besucht oder einen Terroristenführer getroffen zu haben.

„Bruder Nidal hat nicht unnötigerweise auf sich aufmerksam gemacht oder Geld, das er besser für die Operation selbst brauchte, für Reisen ins Ausland ausgegeben, um dort Ausbildung und Anweisungen zu erhalten, die man auch ganz einfach zu Hause bekommen kann“, lobte al-Qaida später den Amoklauf des Militärpsychologen. Eine Ausbildung in Terrorlagern sei unnötig, jeder der wolle könne Dschihad führen.

Ähnlich wie der Fall des Major Hassan verlief es auch im Fall von Abdulhakim Mujahed Muhammad. Der afroamerikanische Konvertit schoss im beschaulichen Little Rock (Bundesstaat Arkansas), auf zwei amerikanische Soldaten, die vor einem Rekrutierungsbüro der US-Armee an einem Einkaufszentrum warteten. Ein Soldat kam ums Leben, der andere wurde verletzt. Der Schütze war ein Einzelgänger, war 2007 in den Jemen gereist, hatte dort zwei Jahre eine Sprachschule besucht und kam offenbar mit Islamisten in Kontakt.

Bei seiner Rückkehr in die USA im Januar 2009 war Abdulhakim Mujahed Muhammad überzeugt, er müsse in den Heiligen Krieg ziehen und Ungläubige töten. Vor Gericht bezeichnete sich der 24jährige später als „Soldat der Al-Qaida im Jemen“ – ob er jemals direkte Kontakt zu dieser Gruppe hatte ist fraglich.

Roshonara Choudhry, eine 21jährige Englisch-Studentin des Londoner King´s College galt als Muster-Studentin und Sprachtalent, sie beherrschte sprach Englisch, Bengali, Französisch, Arabisch. Im Mai 2010 wurde aus der jungen Frau aus einer bengalischen Familie, eine dschihadistische Attentäterin.

Choudhry ließ sich am 14.Mai 2010 einen Termin beim britischen Labour-Abgeordneten Stephen Timms geben. Kaum hatte sich der Politiker zur Begrüßung der jungen Frau von seinem Stuhl erhoben, sprang Choudhry auf ihn zu und stach mehrfach mit einem Küchenmesser zu. Timms, der das Attentat überlebte, sollte sterben, so Choudhry, weil er für den Irak-Krieg gestimmt hatte.

Die inzwischen zur lebenslangen Haft verurteilte Studentin war ebenfalls eine „Einsame Wölfin“, verärgert über die britische Politik gegenüber Muslimen und getrieben von Rachegefühlen. Inspiriert hatte auch sie der jemenitische Prediger Awlaki. Dutzende seiner Videopredigten fanden sich auf Choudharys Computer.

In wie weit der Frankfurter Flughafen Attentäter Arid U. durch das Internet radikalisiert wurde, werden Ermittlungen zeigen. Fest steht bereits jetzt, der 21jährige Computerspiele-Fan verbrachte viel Zeit im Internet, surfte auf islamistischen Webseiten, sah und kommentierte Youtube-Videos, die den Kampf gegen Ungläubige verherrlichen.

Die Facebook-Freundesliste des kosovarischen Todesschützen von Frankfurt, enthält aber auch lokale Kontakte, Prediger aus dem Großraum aus dem Rhein-Main Gebiet, Personal der Missionsbewegungen „Die Wahre Religion“ und „Einladung zum Paradies“. Arid U., so zeigt sein Facebook-Profil, war nicht nur Fan des chinesischen Actionfilm-Stars Jackie Chan, sondern auch vom salafistische Konvertit Pierre Vogel. Ob U. jemals direkten Kontakt zu Vogel und den anderen Predigern hatte, ist unklar.

Im Internet ist Arid U. bereits jetzt ein Held für die dschihadistische Szene.