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„Menschen wie wir“ – Interview mit Martin Schäuble

von Florian Flade


Der Sozialforscher und Autor Martin Schäuble wagt einen interessanten, längst überfälligen, jedoch nicht unumstrittenen Vergleich: er stellt in seinem neuen Buch „Black Box Dschihad“ die Biografien zweier islamistischer Attentäter gegenüber und fragt, weshalb Menschen zu Terroristen werden.

Der eine heißt Sa´ed, ist ein palästinensischer Jugendlicher aus dem Westjordanland, der sich in Jerusalem in die Luft sprengte und sechs Israelis mit in den Tod riss. Der andere Islamist stammt aus dem Saarland, ist ein Scheidungskind, Gymnasiast, HipHop-Fan. Bevor er zum Islam konvertierte hieß er Daniel, heute nennt er sich „Abdullah“ – die Rede ist von Daniel Schneider, einem Mitglied der „Sauerland-Gruppe“, einer islamistischen Terrorzelle der „Islamischen Dschihad Union“ (IJU), die im September 2007 festgenommen wurde. Die Männer, darunter zwei deutsche Konvertiten, hatten geplant, Anschläge auf amerikanische Militäreinrichtungen in Deutschland zu verüben.

Was haben Daniel der Deutsche und Sa´ed der Palästinenser gemeinsam? Was verbindet die beiden selbsternannten Krieger Allahs aus so unterschiedlichen Kulturen? Warum wollten beide für ihren Glauben sterben? Martin Schäuble gelingt durch aufwendige, mehrmonatige Recherche in den Palästinensergebieten und der sauerländischen Provinz eine Gegenüberstellung der Lebensgeschichten zweier junger Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch den gleichen Traum hegten – als Märtyrer zu sterben. Der Autor sprach mit ehemaligen Schulkameraden und Freunden des mittlerweile zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilten Daniel Schneider und traf die Familie des palästinensischen Selbstmordattentäters Sa´ed.

Im Interview erklärt Martin Schäuble weshalb Terrorismus oft sehr persönliche Ursache haben kann, warum kein Attentäter ist wie der andere und warum wir immer noch zu wenig über das Phänomen des militanten Islamismus wissen.

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Herr Schäuble, was macht einen Menschen zum Selbstmordattentäter?

Ich hab zwei Einzelfälle untersucht. Von diesen auf alle Fälle zu schließen, ist unmöglich. Im Fall des deutschen Konvertiten Daniel Schneiders Fall sehe ich biografische Elemente, die vielleicht bei anderen Jugendlichen auch auftreten. Wie lief die Sozialisation, gab es Bindungsstörungen, wie offen ist man für Autorität und Autoritätspersonen – all das hab ich diesem Fall hinterfragt. Dass Daniel ein Dschihadist wurde ist auch nicht selbstverständlich, sondern eher zufällig. Durch Basketball kam er mit autoritären Leuten in Kontakt zu denen er sich hingezogen fühlte, und letztendlich schlitterte er hinein. Hätte er in diesem Moment in dem er anfällig war, auch verletzlich, andere Ideologien kennengelernt wäre er auch für die offen gewesen.

Er hätte also auch Neo-Nazi werden können?

Nein, das glaube ich nicht. Es gibt zwar im Saarland eine ausgeprägte rechte Szene, aber das entspricht überhaupt nicht seiner Bildungsschicht. Er ist Gymnasiast, hat zwar abgebrochen, hätte es aber auch zu Ende bringen können, überlegt jetzt auch im Gefängnis sein Abitur nachzuholen. Er ist nicht der klassische Rechtsextreme wie ihn der Verfassungsschutz im Saarland beobachtet. Ins Linksextreme-Spektrum hätte Daniel auch nicht richtig reingepasst.

Warum wurde dann aus Daniel Schneider dem getauften Katholiken, „Abdullah“ der islamistische Gotteskrieger?

Für Daniel war ganz entscheidend, dass er einen muslimischen Freund hatte, einen Deutsch-Iraker. Der hat ihn während des US-Einmarsches im Irak ziemlich instrumentalisiert. Als Daniel in einer Sinnkrise steckte, war dieser Freund da, der zu Hause im Fernsehen sah, wie der Irak angegriffen wurde. Daniel war offen für solche Sachen, er war sehr politisch engagiert und interessiert. In der Schule war er immer an vorderster Front dabei wenn es um politische Dinge ging. Der muslimische Freund hat ihn dann in dieser Situation an die Hand genommen und beeinflusst.

Das heißt Daniel Schneider wurde nicht in irgendeiner Hinterhof-Moschee zum Extremisten?

Es lief nicht über die klassische Dschihadisten-Schiene, d.h. dass man in der Moschee mit radikalen Personen in Kontakt kommt, dann in der Gruppe, sich irgendwo zu Hause trifft und gemeinsam Propagandamaterial anschaut. Daniels Zugang war ein sehr guter Freund, den er vom Basketball und vom HipHop kannte. Da war Vertrauen. Dieser Deutsch-Iraker war zunächst gar nicht religiös, aber durch das US-Engagement in Afghanistan und dem Irak 2002 und 2003 wurden seine politischen Ansichten verschärft und Daniel hat sich dadurch anstecken lassen.

Aber er wurde nicht sofort zum gewaltbereiten Islamisten.

Daniel war dann noch nicht radikal. Er wollte zunächst auswandern, hatte die Nase voll von allem. Als er dann von seinem Auswanderer-Fantasie gescheitert aus Brasilien wieder kam, war der Iraker weg und Hussein war da. Als er Hussein kennengelernt hat, kannte sich Daniel schon etwas mit dem Islam aus. Die groben Strukturen waren ihm bekannt, so dass Hussein ihn da gut abholen und hineinführen konnte. Alles davor war politisch motiviert, durch Hussein kam dann das Religiöse.

Sie schreiben am Anfang Ihres Buches, „Daniel und Sa´ed könnten unterschiedlicher nicht sein“ – warum dann der direkte Vergleich der beiden Islamisten?

Der Vergleich ist sehr spannend, weil man so sehen kann, ob es Gemeinsamkeiten gibt – trotz unterschiedlicher Lebenswege, unterschiedlicher Motivation, unterschiedlicher politischer Situationen. Dennoch haben beide Parallelen, vor allem was die Ideologie angeht.

Mein Anspruch war daher auch zu klären: Was ist eigentlich Dschihad, wenn wir davon sprechen? Wir müssen die Biografien genauer anschauen, vielleicht gibt es da doch Gemeinsamkeiten. Zu sehen was so reizvoll ist an dieser Dschihad-Ideologie und Vorurteile zu bekämpfen. Es gibt vielleicht doch nicht „den Dschihad“, sondern unterschiedliche Motivationen.

Ist das nicht trotzdem ein Vergleich von Äpfeln und Birnen – der eine junge Mann erlebt Krieg am eigenen Leib, hat mit Israel einen klar definierten Feind. Der andere stammt aus dem friedlichen Saarland und kennt keine Kriegserlebnisse und keinen eindeutigen Feind.

Auf den ersten Blick wirkt es tatsächlich wie ein Apfel-Birnen-Vergleich. Aber es gibt in beiden Lebensläufen Gemeinsamkeiten, vor allem in der Ideologie. Es gibt im Dschihadismus ein Gerüst von Weisungen wie man in Situationen handeln soll. Bei Sa´ed ist die Situation ganz anders als bei Daniel: Freunde sterben, das Haus wird zerstört, es gibt den Konflikt zwischen israelischer Armee und palästinensischen Kämpfern, Ausnahmezustand in den Palästinensergebieten. Bei Daniel ist die Lebenssituation keine existentielle im direkten Vergleich. Er war auf der Suche nach Antworten, die ihm sein ganzes Leben keiner geben konnte. Der Dschihadismus gibt einfache Antworten auf komplizierte Fragen – das sehe ich bei Sa´ed und Daniel als eine Parallele.

Ist der Dschihadismus deshalb ein attraktiver Lebensweg für Personen aus verschiedenen Kulturkreisen?

Die Dschihad-Ideologie, weil sie so breit interpretierbar ist, hat einen großen Nährboden. Sie spricht viele verschiedenen Seiten an. Es gibt genaue Vorgaben was man tun muss, welche Rolle das eigene Leben spielen soll. Die Ideologie ist außerdem attraktiv, weil man sehr schnell zu einer Heldenfigur werden kann. Sa´ed beispielsweise ist aus palästinensischer Sicht damals ein Held gewesen und Daniel sah sich auch als Held im seinem islamistischen Freundeskreis.

Warum fiel Ihre Wahl bei der Recherche ausgerechnet auf Daniel Schneider und nicht auf andere deutsche Konvertiten wie Fritz Gelowicz oder Eric Breininger?

Bei Daniel habe ich mir vor Ort angeguckt, an welche Personen aus seinem Umfeld ich herankommen kann. Das wichtigste bei einer solchen Recherche ist, das Vertrauen von Personen aus dem Lebensumfeld zu gewinnen. Ich wusste die Familien der Sauerland-Attentäter waren mir nicht zugeneigt.
Bei Daniel hatte ich ein besseres Gefühl was das Umfeld angeht, also ehemalige Freunde, Bekannte, entfernte Verwandte, Lehrer, Schulkameraden, der Pfarrer, der ihn noch betreut hat als er aktiv in der katholischen Kirche war. Dort konnte man genug Informationen sammeln, das war bei Fritz Gelowicz nicht der Fall. Dazu kommt natürlich dass es nicht so viele deutsche Konvertiten gibt, die Dschihadisten geworden sind und ein solches Medienecho ausgelöst haben. Man konnte den Prozess und die Verurteilung der Sauerland-Attentäter ja in Echtheit beobachten.

Wieso wurde Sa´ed zum palästinensischen Beispiel in Ihrer Doppel-Biografie?

Bei Sa´ed war ich sehr angewiesen auf eine Kontaktperson der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, weil ich wusste dass man als Außenstehender auf sehr großes Misstrauen trifft. Ich habe vor Ort eine Person gefunden, die für mich sprechen konnte und die mir vertraute. Der habe ich meine Prämisse genannt: ich habe einen Selbstmord-Attentäter gesucht, der 1985 geboren wurde, also gleich alt war wie Daniel. Er sollte Kontakte zu einer Organisation gehabt haben, damit man auch wie bei Daniel Schneider die Gruppe untersuchen kann. So hat mich die Kontaktperson an die Familie von Sa´ed herangeführt.

Wie verlief die Recherche in den Palästinensergebieten?

Die Familie, besonders die Eltern und Geschwister von Sa´ed, waren meinem Projekt gegenüber sehr aufgeschlossen. Aber auch Freunde, Onkel, Tante, Großmutter. Leute die ihn wirklich kannten, waren bereit zu reden. Das war sehr komfortabel für mich, eine Situation, die ich so aus dem Saarland her nicht kannte.

Was ist ausschlaggebend bei der Motivation von Attentätern wie Sa´ed und Daniel – Religion, Politik oder das eigene Schicksal?

In Sa´eds Fall war Religion ein Rückzugspunkt, ein Halt. Er war anfänglich gar nicht religiös. Die Moschee war eher Fluchtort. Während der 2.Intifada gab es nicht viele sicherere Orte, und in der Moschee konnte man sich treffen, neue Freunde finden. Später war Religion dann auch Trost. Ich glaube nicht dass Sa´ed durch Religion zum Selbstmordattentäter wurde, aber er hat in der Religion Trost gesucht. Nicht nur um sicher zu gehen, dass man ihn in den Palästinensergebieten als Märtyrer feiert, sondern auch dass das Leben nach dem Tod weiter geht. Ich würde nie behaupten, dass Paradiesvorstellungen in seinem Fall die Motivation waren.

Also doch die politischen Umstände?

Politik war unter dem Mikroskop betrachtet natürlich das Hauptausschlaggebende. Sein Leben wurde dadurch direkt beeinflusst. Die Ausgangssperren betrafen ihn, die Checkpoints, sein Vater war oft nicht da, weil die Reisebedingungen erschwert waren. Freunde starben, im engsten Familienumfeld gab es Konflikte mit israelischen Soldaten. Der Alltag war diese realerlebte politische Situation, die ihn motivierte. Ich habe herausgefunden, dass in Sa´eds Fall, die Organisation, die Terrorgruppe, gar nicht so wichtig war. Er wurde zwar an die Strukturen herangeführt, aber er wäre wohl auch ohne Organisation zur Tat bereit gewesen.

Und der Deutsche Daniel Schneider – war er ein religiöser Fanatiker?

Bei Daniel war Religion sicher auch Zufluchtsort als Sinn stiftendes Element. Er hat versucht Halt zu finden, ein halbwegs vernünftiges Leben zu organisieren. In der Gruppe hat Daniel Wärme gefunden und sie hat ihm Orientierung vermittelt. Dass er sich dann radikalisierte, hat viel mit einzelnen Kontaktpersonen zu tun. Er hätte sich nach seiner Konversion sicher auch ganz anders entwickeln können. Politisch interessiert war er schon immer und hatte auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Der Einmarsch westlicher Staaten in muslimischen Ländern – nach seiner Sicht der Angriff auf Muslime – hat Daniel stark beeinflusst. Er hat sich überidentifiziert. Er ist zwar ein Konvertit, war aber aus seiner Sicht der „Super-Muslim“, der allen anderen den Islam erklärte und ihnen sagte was falsch und richtig ist.

In seinem persönlichen Leben gab es einiges, was seine Entwicklung ungünstig beeinflusste. Natürlich kann man nicht sagen: aus Scheidungskindern werden Terroristen, aber im familiären Umfeld lief einiges schief. Er hätte professionelle Hilfe gebraucht. Daniel hatte keinen Anker, er hatte niemanden der ihn hätte auffangen können.

Glauben Sie Daniel Schneider hätte – wäre „Sauerland-Zelle“ nicht gescheitert – den Anschlag letztendlich durchgeführt und wäre als Selbstmordattentäter gestorben?

Das glaube ich schon. Ich denke er war an einem Punkt, an dem er den Märtyrertod durchaus akzeptiert hätte.

Konnte man Daniels Entwicklung erahnen? Was sagt sein Umfeld?

Viele haben Daniels Abrutschen beobachtet. Ein Lehrer sagte mir, Daniel sei vor aller Augen zum Terroristen geworden aber keiner habe es gesehen. Das trifft es.

Die Sauerland-Zelle um Daniel Schneider scheiterte. Was kann getan werden, damit es gar nicht erst zu Sauerland-Zellen kommt? Wer kann Radikalisierung wie im Fall von Daniel verhindern?

Mein Eindruck war, dass Menschen permanent überfordert waren mit Daniels Schicksal. Lehrer hatten zu wenig Zeit, Sozialarbeiter waren nicht ausreichend vorhanden. Niemand hat nachgefragt, wieso innerhalb eines Jahres aus einem Super-Schüler ein Durchschnittsschüler wurde. Daniel hatte gute Freunde, aber auch diese Leute konnten das Abrutschen nicht mehr verhindern. Professionelle Sozialarbeiter in Moscheen, Schulen und Gefängnissen wären sinnvoll. Dort gibt es Milieus, die vor aller Augen abrutschen. Ich finde man sollte durchaus mehr Geld in solche Betreuungsangebote stecken anstatt in Sicherheitsbehörden.

Aber auf der anderen Seite ist Dschihadismus in Deutschland kein Massenphänomen.

Absolut. Dschihadismus ist nur eine Variante in die Menschen in solchen Lebenssituationen abrutschen. Daher glaube ich Investition in Prävention ist durchaus sinnvoll. Viele Psychoanalytiker haben mir gesagt, dass sie das was man bei Daniel beobachten konnte, tagtäglich auf ihrer Coach sehen. Leute, die offen sind für radikale Strömungen. Spannend ist zu fragen, weshalb einige dann Terroristen werden, die anderen nicht.

Sie haben weder mit Daniel, noch mit Sa´ed sprechen können – kann so überhaupt ein authentisches Bild eines Islamisten gezeichnet werden? Ist eine psychologische Analyse eines Attentäters aus den Aussagen von Freunden, Bekannten, Lehrern überhaupt möglich?

Die Personen, die den Attentäter kannten, wollen diese Person natürlich nur positiv darstellen. Hätte ich mit Daniel gesprochen, hätte er mit mir über seine Übertritt zum Islam gesprochen. Eine Recherche in Daniels Umfeld ist erfolgreicher, weil keiner mehr Probleme damit hat, kritisch über ihn zu sprechen. Während bei Sa´ed das Problem darin besteht, dass er als Märtyrer verherrlicht wird. In den Palästinensergebieten will man diesen Märtyrerstatus erhalten und nicht den Eindruck erwecken, dass seine Tat aus familiären Problemen oder Frustration geschah. Trotzdem habe ich herausgefunden, was in Sa´eds Familie nicht stimmt und mich sehr nah einem realistischen Bild genähert. Ein vollkommen realistisches Bild hätte es auch nicht gegeben, wenn ich mit den beiden Terroristen selbst gesprochen hätte.

Was würden Sie Daniel Schneider fragen, wenn Sie könnten?

Die erste Frage, die ich hätte, stammt von einer Psychologin: „Daniel, was stand in deinem Kinderzimmer und was hat von diesem Spielzeug dir gehört?“ Es ist faszinierend, weil ich wohl eher über seine Konversion zum Islam fragen würde, aber psychologisch ist es wichtiger sich über das Verhältnis zu Geschwistern und Eltern heranzutasten. Ich glaube wenn wir über Religion reden würden, wäre Daniel ratlos. Warum Dschihad gut sein soll und all diese Fragen konnte er schon im Prozess nicht wirklich beantworten. Ich glaube er hat den Koran noch nie so intensiv gelesen wie im Gefängnis.

Was glauben Sie hält Daniel Schneider von Ihrer Biografie über ihn?

Daniel hat sich leider nicht bereit erklärt, mit mir zu sprechen. Er hat allerdings das Buch als erster erhalten. Noch bevor es veröffentlicht wurden, hat sein Anwalt das Buch bekommen. Bis heute hat Daniel mich nicht kontaktiert. Ich hatte gehofft dass – wenn er schon nicht während der Recherche mit mir spricht – wenigstens mit mir redet, nachdem er das Buch gelesen hat. Ich hoffe das klappt noch.

Welche Botschaft hat „Black Box Dschihad“?

Mein Wunsch wäre, dass man aufhört auf komplizierte Fragen einfach zu antworten. Es gibt eben nicht den Terroristen. Es sind Menschen wie wir, die so werden können. Wenn wir darüber sprechen ist es wichtig sich anzuschauen wie diese Menschen dazu geworden sind. Das heißt nicht, dass man ihre Taten relativieren soll, sondern zeigen dass wir uns genau anschauen müssen, was in Kindheit und Jugend ablief anstatt Telefone abzuhören wenn wir etwas tun wollen gegen dschihadistischen Terrorismus. Wenn wir erst dann eingreifen, wenn die Person kurz vor der Tat steht, dann haben wir wenig gewonnen.

German Jihad News

by Florian Flade

This is a summary of the latest developments in Jihad terrorism-related cases in Germany. As I was very busy in recent weeks I could not update my blog and therefore think it is necessary to provide a little overview for those of you who are interested in German Jihadi News.

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Money to Waziristan – Jihadi Veteran & Brother arrested

IMU Jihadi militants in Waziristan

Turgay C. had just left his Cologne apartment, when police approached the 28 year-old German national of Turkish origin, arresting him on the spot Monday morning, February 21. It is not known if Turgay knew at that moment his younger brother, Ömer C., had also been detained by German police. Ömer was hospitalized in Essen´s University Hospital, some 75 kilometers north of Cologne, when he was arrested.

Since February 18, police were in possession of two arrest warrants fo the brothers who are now accused of financially supporting terrorism. Ömer C. and Turgay C. are suspected of being members of a Jihadi supporters network, reaching from France to the Netherlands and Germany. The group, German intelligence learned, was collecting donations from Jihad supporters in Europe and sending it to the Pakistan-based „Islamic Movement Uzbekistan“ (IMU).

Investigation by German authorities showed the C.-Brothers were recruited by a man named Irfan D., a French-Dutch national of Turkish descent, who had lived in France and is suspected of being involved in supporting IMU since the 1990s. D. is said to be closely linked with people living in the Cologne region of Western Germany, associated of the self proclaimed „Calliph of Cologne“, Mettin Kaplan. One of the now arrested Islamists is a son-in-law of Kaplan, who was arrested in 2004 and extradited to Turkey on charges of plotting to overthrow the Turkish government in a terror coup. In Turkey he was sentenced to life in prison for treason.

German prosecution is now preparing to charge Turgay C.. The charges are support of terrorist activities abroad. Turgay C., investigators claim, had sent 39,000 EUROs to Pakistan to support IMU. Phone-calls and e-mails he received from the terror group ordered him to transfer the donations, which police believe came from several supporters living in Germany. According to my information, German investigators are convinced the support for IMU is not one based on single individuals but on a whole network collecting large sums not only in Germany but several European countries.

Turgay´s brother Ömer C. has been to a Jihadi training camp in Waziristan. He traveled to Pakistan in September 2009 and returned almost exactly one year later. What made him return to Germany was an injury he got while fighting the Pakistani military in the tribal areas.

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Adnan Loves Guns


German TV HR was reporting last week, a convicted Jihadi terrorist, Adnan V., was able to obtain a license to legally buy firearms in Germany – and so he did. Adnan V., who was arrested in October 2009 after authorities learned he had recruited people over the Internet from to join Jihad and he himself had built explosive devices in his apartment in Offenbach. In 2008 V. bought two rifles and a handgun and regularly attended a local shooting range for practice.

The local administration was unaware of Adnan V.´s Islamist background, police said after HR reported the story. Obtaining the weapon´s license was perfectly legal back then – V. had passed all the necessary tests and had no crime record.

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The Frankfurt Raid – Haddid Again?


As I reported two weeks ago, German police raided numerous sights in the city of Frankfurt on February 22, as part of an investigation into a possible Jihadi recruitment network led by a prominent Salafi preacher from Morocco. Though it was kind of surprising such a famous cleric like Sheikh Abdullatif (who is part of a Youtube-Preacher generation and part of the „Die Wahre Religion“ missionary movement) would be involved in terror recruiting, the most surprising fact is the arrest of another person in the Frankfurt raid.

In the police´s press release to the media it only read several men of Eritrean, German, Moroccan and Afghan nationality were being investigated and their property have been searched. The Afghan man it turns out, is Haddid N. For those not following this blog that often: Haddid N., born to Afghan parents, is the Frankfurt University student who was detained by US forces in Kabul (Afghanistan) back in January and then released after the news was spread by German media and German politicians intervened.

N.´s sister had told a German newspaper she suspected German officials of having given information about Haddid´s whereabouts to the Americans. Haddid N. was arrested in his father´s house in Kabul only a few days after German police had visited the sister and asked about why her brother had traveled to Afghanistan after originally vacationing in Dubai.

German counter-terrorism had investigated Haddid because it was suspected he harbors the desire of traveling to Pakistan and join a terror group for Jihad. By summer 2010 police stopped the observation and where then alarmed when Haddid and a friend traveled to the Middle East. Haddid´s friend had then returned to Germany but the Frankfurt student instead decided to take a flight to Afghanistan.

As it seems now, police still following possible links between Haddid N. and terror-related activities. Police questioned Sheikh Abdullatif but did not arrest anybody else.

The Frankfurt-based Salafi missionary group „DawaFFM“ meanwhile released a video statement, highlighting the action of the police in last week´s raid and calling the whole accusation a „war against Islam“.

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„Mrs.Jihad“ Found Guilty – German Terror Supporter Network Widens

German convert Eric Breininger saying thank-you to Filiz G.

In Berlin the trial against supporters of the „Deutsche Taliban Mujahidin“ (DTM) group is going on with a new suspect charged. Filiz Gelowicz (wife of convicted Sauerland Terrorist Fritz Gelowicz), and Alican T. are standing on trial since November 4 2010, accused of sending money to Waziristan and thereby financing a terrorist group.

Fatih K., the new defendant appeared in front of the court for the first time last Friday, spotting shoulder-long hair. K. was hunted by German police since August 2010 but was able to escape the surveillance and flee to Turkey where he was hiding near the Syrian border till local authorities arrested him in September 2010.

At the start of his trial in Berlin, Fatih K. confessed having sent money to DTM in Pakistan, communicating with the leaders of the group, mainly German-born Turkish national Ahmet M. („Salahuddin Turki“). M., who was killed in a gunbattle with Pakistani troops in Waziristan in April 2010, was also in touch with Filiz Gelowicz, sending her e-mails almost every day, telling her to raise money and produce videos to attract donations.

Filiz Gelowicz, arrested in February 2010, has confessed the charges back in December. She managed the German-speaking Online Jihad in 2008 and 2009, and admitted of having been online for almost 24 hours a day, posting messages, statements and videos on the Ansar Forum´s German section. Under the anonymous „fisebilillah“ she informed other forum members of the situation in Waziristan, translated postings by the Turkish Jihadi militants in Pakistan and also called for violent Jihad, writing about „slaughtering the dirty kuffar“. More than a 1.000 entries were posted by Gelowicz, including Jihadi videos.

From November 2009 to February 2010 Filiz Gelowicz, Alican T. and Fatih K. sent 4300 EUROs to the Jihadi militants of DTM residing in Waziristan. The money was transfered via Western Union accounts in Turkey. „Of course I knew it was used to buy weapons“, Filiz Gelowicz said in court. In addition, other material, food items and books, were sent to Pakistan by „Mrs.Jihad“.

The German Taliban Mujaheddin did thank Filiz Gelowicz in at least two propaganda videos for the money, her comittment and effort. „Thank you to fisebillah“ and „Thank you Abu Kaka“ – the texts in the video read. „fisebillah“ was Gelowicz´s Online username, „Abu Kaka“ was choosen by Fatih K..

Mrs.Gelowiczs was found guilty on March 9 and sentenced to two-and-a-half years in prison. In her last statement in front of the judge, Filiz Gelowicz claimed she feels sorry for what she did. Islam was a religion of peace, not of war and hate, Gelowicz said, „I have done harm to my religion.“

The terrorist wife was allowed to leave prison until her prison term starts. Until then „Mrs.Jihad“ is a free person.

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Kevin The Wannabe-Jihadi On Trial

Kevin S. in video threatening terror attacks in Germany

Last November, Kevin S. appeared in a amateurish home made video threatening terror attacks in Germany and demanding the release of convicted terrorist Daniel Schneider („Sauerland-Zelle“). On Friday, the 19 year-old Muslim convert of Cameroonian origin appeared in a courtroom in Saarbrücken to face charges.

S. converted to Islam and rapidly radicalized in his political and religious mindset. He admired fellow convert Daniel Schneider, whom he had met personally before the Sauerland Zelle´s arrest in September 2007, and wanted the Pakistan-trained terrorist to be released from prison.

In the beginning he wanted to travel to Afghanistan to fight Jihad, Kevin S. told in courtroom last week, but he lacked money. So he decided to wage Jihad in Germany by building home-made explosive devices.

While attending the mosque he met a man who he befriended with. Both Islamists plotted to build the bombs with the help of manuals which they downloaded from the Internet. According to Kevin S., it was this other person who convinced him to shoot the threat videos which were then posted onto Youtube. „More than 10 Mujahidin are ready strike“, Kevin S. said in one of the tapes, „if brother Daniel Schneider is not released.“

On November 19 2010 police stepped in and arrested Kevin S.. Since summer of 2010 they had monitored the terror suspect and read his e-mails. Authorities knew of Kevin´s intention to wage Jihad.

As it becomes known now through his testimony in court, Kevin is accusing the police of placing a „V-Mann“, a undercover agent posing as a Islamist to drive him into extremism and then arrest him. S. claims the idea of recording the terror threats on camera came were those of his friend, who was working as a police informant. For sure it will be interesting to see how the police will explain this mysterious „friend“ – he also appeared in one of the videos threatening attacks against Germany. Was this all part of a police investigation?

On March 4, Kevin S. was found guilty. His sentence is 16 months in prison.

After Video-Threats – German Terror Suspect Arrested

by Florian Flade


Yesterday I reported on Welt Online about video threats made by German individuals against Germany, demanding the release of imprisoned terrorist Daniel „Abdullah“ Schneider. The three videos, posted on Youtube in Mid-October, featured two men with hidden faces, threatening bomb attacks in Germany if Schneider is not released and sent back to Afghanistan by plane.

Daniel Schneider, a convert to Islam who was trained in Waziristan terror camps, was part of the so-called „Sauerland-Gruppe“, a group formed by members of the „Islamic Jihad Union“ (IJU) in West Germany. Together with fellow convert Fritz Gelowicz and German-Turkish Adem Yilmaz, Schneider plotted to attack U.S. military bases in Germany. Police intervened as the group was building bombs in a rented house in the Sauerland region of western Germany.

In Spring, the „Sauerland-Zelle“ was sentenced for establishing a terror organization and plotting murder. Daniel Schneider was sentenced to twelve years in prison. His lawyer told me, Schneider does not know who is behind the video threats and does not recognize the voices. Overall he does not even want to rejoin Jihad in Afghanistan, as the unknown men in the videos demanded.

Today, in the early morning hours, police commandos raided a flat in Neunkirchen, in the Sauerland region, arresting a young man (Kevin S.) who is said to have recorded the threat videos and uploaded them to Youtube. Police spokesman said the terror suspect, a former Christian from Cameroon, was under 24-7 surveillance for at least two weeks. A press conference on the arrest is expected later today.