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Ausgebloggt? – Islamisten-Webseite gelöscht

von Florian Flade

Monatelang verbreiteten deutsche Salafisten aus Ägypten heraus Terror-Propaganda über einen eigenen Webblog. Jetzt wurde die Webseite gelöscht. Auslöser war womöglich eine Morddrohung gegen die Bundeskanzlerin.

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Es scheint die perfekte Symbiose zu sein. Der Österreicher Mohamed Mahmoud ist ein bekennender Islamist. Er predigt den Dschihad gegen die Ungläubigen, preist den Märtyrertod und die Terroristen der Al-Qaida. Miranda K. teilt dieses Gedankengut offenbar. Sie ist eine deutsche Islam-Konvertitin. Und seit dem Frühjahr 2012 auch die islamisch angetraute Ehefrau von Mohamed Mahmoud. Unter dem Namen „Muqatilah“ war Miranda K. lange Zeit als radikalislamische Bloggerin aktiv.

Das Paar lebte zunächst in der gemeinsamen Wohnung im hessischen Ort Erbach. Dann drohte das hessische Innenministerium dem Extremisten Mahmoud mit Abschiebung. Prompt packten Miranda K. und ihr Ehemann, der Prediger und die Bloggerin, die Koffer. Sie verließen Deutschland und begannen im ägyptischen Kairo ein neues Leben. Doch das Predigen und das Bloggen gaben beide nicht auf.

Mahmoud, der als Kopf der in Deutschland verbotenen islamistischen Gruppe „Millatu-Ibrahim“ gilt, verhält sich im ägyptischen Exil keineswegs ruhig. Mehrere radikale Salafisten aus Deutschland sind dem Österreicher inzwischen nachgefolgt. Sie bilden nun eine Art islamistische Exil-Gemeinde am Nil und betrieben in den vergangenen Monaten über eine eigene Webseite fleißig Dschihad-Propaganda. Unter dem Label „Globale Islamische Medienfront“ (GIMF) veröffentlichten die Islamisten um Mahmoud zahlreiche Videopredigten, Hetzschriften und islamistische Acapella-Lieder.

Zuletzt sorgte vor einer Woche ein Drohvideo für Schlagzeilen. Es handelte sich um ein islamistisches Kampflied, gesungen von einem gewissen „Abu Azzam“, wohl einem Salafisten aus dem Umfeld von Mohamed Mahmoud. In dem Lied drohte der Extremist Deutschland mit Terroranschlägen. „Oh Allah gib dem deutschen Volk, was es verdient“, heißt es in der Botschaft, „wir wollen Obama und Merkel tot sehen!“

Veröffentlicht wurde die Drohbotschaft auf einer Webseite, die nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden von Mohamed Mahmoud und seiner Ehefrau Miranda K. betrieben wurde. Am Freitag nun löschte der Internetprovider „WordPress“ das islamistischen Blog. Es ist unklar, ob die Löschung nach dem Hinweis deutscher Behörden erfolgte. „Das Blog wurde archiviert oder gelöscht, weil es gegen unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen hat“, so lautet die simplen Begründung des Webseiten-Betreibers.

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten die deutsche Islamisten-Webseite seit einiger Zeit im Blick. Aus Sicherheitskreisen heißt es, die Seite sei vermutlich primär von Mahmouds Ehefrau betrieben worden. Die deutsche Salafistin Miranda K. gilt als Internet affin. Als sie noch in Deutschland lebte, war sie nach Informationen der „Welt“ eine aktive Bloggerin, verbreitete wöchentlich islamistisches Gedankengut und Videopredigten. Über soziale Netzwerke warb sie für Live-Predigten im Internet.

In Ägypten nun riefen Mahmoud und Miranda K. eine neue Webseite ins Leben, die als Plattform für ihre extremistische Propaganda diente. Die dortigen Hassbotschaften werden von Sicherheitsbehörden mit Sorge registriert. „Die Truppe um Mahmoud versucht aus dem Exil heraus, mit ihrer Propaganda Glaubensbrüder in Deutschland zu Anschlägen zu motivieren“, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der „Welt“. Bislang aber gebe es keine Hinweise dass Attentate geplant seien.

Es sei davon auszugehen, dass die Salafisten-Gruppe um Mahmoud nach der Löschung ihrer Webseite versuchen werde über andere Kanäle Propaganda zu betreiben, heißt es aus Sicherheitskreisen. Ohnehin seien viele Videos und Schriften von der „Globalen Islamischen Medienfront“ innerhalb kürzester Zeit auch in arabischsprachigen Internetforen aufgetaucht.

„Wir bleiben standhaft so Allah will“, stand unter dem Titel des nun gelöschten Blogs, „bis der Kopf fliegt!“

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„Wir haben Blut gerochen“ – Drohvideo gegen Deutschland

von Florian Flade

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Er ging, und sie folgten ihm. Mohamed Mahmoud alias „Abu Usama al-Gharib“ verließ Deutschland im Frühjahr 2012. Knapp einen Monat später ließ das Bundesinnenministerium Mahmouds Organisation, die islamistische „Millatu-Ibrahim“-Gruppierung verbieten. Die Folge: zahlreiche Salafisten packten ihre Koffer und verschwanden aus Deutschland.

Die Anhängerschaft von „Millatu-Ibrahim“ wanderte in den Folgemonaten nach Ägypten aus, teilweise mit ihren Familien. Seitdem existiert in Kairo so etwas wie eine Exil-Gemeinde von „Millatu-Ibrahim“. Eine deutsche Salafisten-Kolonien.

Grund zur Sorge für deutsche Sicherheitsbehörden. Ägypten drohe zur Drehscheibe für islamistische Terroristen zu werden, sagte jüngst Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Am Nil rekrutiere Al-Qaida inzwischen massiv neuen Terror-Nachwuchs für die Schlachtfelder in Somalia, Libyen, Syrien oder Mali.

Einige deutsche Islamisten sollen bereits über Ägypten in diese Konfliktgebiete gereist sein. Mindestens zehn Salafisten kehrten jedoch inzwischen aus Ägypten zurück nach Deutschland. Andere wollen offenbar zurück, wie aus Sicherheitskreisen zu vernehmen ist.

Prediger Mahmoud und seine Jünger sind bislang nicht in den Dschihad gezogen. Sie setzen auf die Propaganda-Strategie. Unter der Marke „Globale Islamische Medienfront“ veröffentlichen sie seit Monaten regelmäßig deutschsprachige Video- und Tonbandbotschaften sowie Hetzschriften.

Heute nun tauchte ein weiteres Drohvideo der Exil-„Millatu-Ibrahim“-Gemeinde auf. Ein knapp dreiminütiges „Nasheed“, ein islamistisches Kampflied, gesungen von einer Person namens „Abu Azzam al-Almani“.

Bevor es noch weitere Nachfragen gibt: Nein, bei „Abu Azzam“ handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht um den Berliner Konvertiten Florian L., der den gleichen islamischen Namen benutzt und im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geriet, weil er bei einer Sicherheitsfirma an der Baustelle des neuen Berliner Flughafens BER gearbeitet hat.

Lesen Sie meinen Bericht zu den neuen Drohungen aus dem Umfeld von Mohamed Mahmoud:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article113328134/Islamisten-drohen-Wir-wollen-Merkel-tot-sehen.html

German Al-Qaida Terrorist Killed in Afghanistan

by Florian Flade

Bekkay Harrach („Abu Talha“) – Al-Qaida´s German Spokesman

„Since 1993 my greatest wish is to blow myself up for Allah“ – the masked man says in perfect German, holding a RPG-launcher in his hands. That´s the scene that shocked Germany in January 2009 when a German national of Moroccan origin appeared for the first time in an al-Qaida propaganda tape threatening terror attacks in Germany. The German al-Qaida man was known to security officials. He was born in Morocco in 1977, came to Germany with his family in 1981 and grew up in Bonn-Tannenbusch, a neighborhood of the former German capital many immigrants moved into and created large Muslim communities.

Bekkay Harrach known as „Abu Talha the German“ graduated from school, became a German citizen in 1997 and had close contacts to those attending notorious King Fahd-Acadamy, a Saudi education centre created for the children of Arabian diplomats in Bonn. Harrach´s religious ambitions grew. He gave lectures, invited young Muslims into his apartment for prayer and talks.

In 2002 Harrach enlisted at Koblenz University to study mathematical economics and laser technology. Due to bad results he was expelled from university two years later and started to work in a callshop in the Tannenbusch neighborhood. To friends and neigbours Harrach was known as a friendly guy, always caring about looking well-dressed. Regularly he attended so-called „Islam Seminars“, Salafi events in different places in Germany, where Harrach became a popular speaker.

While he was a student in Koblenz, Harrach travelled to Palestinian Westbank in summer 2003. Near Hebron he was injured during clashes with Israeli soldiers who arrested the German national. Thanks to German authorities, Harrach was extradited to Germany after a short time. His clothes and other belongings were bloodsoaken when he returned to Germany.
In 2004 he again went on Jihad-vacation, this time to Iraq where he came in contact with terror networks and possibly fought against coalition troops.

Upon his return to Germany, Harrach travelled to Syria. Security forces arrested the suspected Jihadi terrorists when he entered the country. Bekkay Harrach was held in Syrian custody for a few weeks till German authorities again negotiated his release. Later the Jihadi thanked the German government for their help in getting him out of Israeli and Syrian prison.

Shortly after Harrach returned from Syria, German intelligence tried to recruit him as an informant of the Islamist community. Harrach refused to work for the police. He wanted to join al-Qaida and move to the Afghan-Pakistani tribal region. Meanwhile he had married a German-Polish woman named Elisabeth who had converted to Islam. She never left home without being fully covered. Harrach´s wife became pregnant but had a miscarriage. The unborn son died. His name the couple had chosen was Talha. Harrach therefore called himself „Abu Talha“ since then.

Aleem Nasir, a convicted al-Qaida supporter, recruited Harrach for al-Qaida and sent him to Pakistan in 2007. Via Iran Harrach reached the Pakistani tribal area of Waziristan and rose quickly in the hierarchy of the terror netzwork. During this time he was in touch with his family in Bonn via e-mail and phone. His wife had given birth to a son, a boy named Hamza. Both, mother and child left Germany in May 2008 for Waziristan and joined with Bekkay Harrach in Waziristan.

One year later Bekkay Harrach threatened Germany with bloody al-Qaida terror. He appeared in a German-language As-Sahab video titled „Rettungspaket für Deutschland“ and talked about how Germans can safe themselves from terror by voting for a party that would withdraw the German military from Afghanistan.

In September of 2009, just before the Parliamentary Elections, Harrach was featured again in a propaganda time, this time unmasked, dressed in a tie and suite. Slowly and confident „Abu Talha the German“ talked about how the outcome of the coming elections would effect al-Qaida´s decision to attack Germany. A few days later al-Qaida´s As-Sahab Media released two more Harrach tapes which were produced some time ago and not directly related to the terror threats.

Now Bekkay Harrach, the German who threatened Germany, is dead. A German communique released by the „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU) confirms the rumors of Harrach´s death in 2010. Mounir Chouka, another German Jihadi from the city of Bonn, tells in the document that „Abu Talha“ died fighting in Afghanistan. It is reported the German-Moroccan was killed when he led a group of twenty fighters of al-Qaida, Tehrik e-Taliban and IMU in an assault on the US-Military base Bagram.

„Our friend Bekkay from Bonn, alias Abu Talha, the fierceless preacher, that threatened the whole of Germany, died in this operation the martyr´s death“, the communique reads.“ A video of the assault on Bagram will soon be released by As-Sahab Media and IMU´s media wing. Further the documents states Bekkay Harrach is „another martyrs who has written German Jihadi-History in this region, a brother whom we call a role-model to all the scholars in Germany.“

Rumors about Harrach´s death circulated in September last year. German authorities investigated reports the German al-Qaida member died in a US drone strike in Afghanistan. This information was never confirmed, neither by German officials nor by al-Qaida.