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Ein iPhone-App gegen Taliban

by Florian Flade

Helm, Weste, Gewehr, iPhone – immer mehr US Soldaten tragen Smartphones im Kampfeinsatz. Einer von ihnen entwickelte jetzt ein Handy-Programm das den Kampf gegen die Taliban erleichtern soll.

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Wer bislang dachte die zahllosen Mini-Programme (Applikationen, kurz „Apps“), die für Smartphones erhältlich sind, wären nur zu gebrauchen um sich die Zeit mit lustigen Spielchen zu vertreiben, das eigene Handy als Wasserwaage zu verwenden oder am Stammtisch Freunde zu belustigen indem man ein virtuelles Bier zu leeren, der irrt.

Der Ernst des Krieges hat längst die Welt der modernen Kommunikationsmittel erreicht und damit auch findige Programmierer auf den Plan gerufen. Da immer mehr U.S. Soldaten im Irak oder Afghanistan-Einsatz ein iPhone, einen Blackberry oder ein Android-Handy besitzen, stellt sich die Frage: Gibt es ein App, das der Truppe nützlich sein könnte?

Der US-Soldat Jonathan J.Springer hat den Krieg in Afghanistan hautnah erlebt – und er besitzt ein iPhone. Der 31jährige aus Fort Wayne, Indiana, ist seit Mai 2010 im gefährlichsten Gebiet Afghanistans stationiert, dem Pech River-Valley in der östlichen Provinz Kunar. In keiner anderen Region des Landes ließen mehr US-Soldaten ihr Leben. Taliban und al-Qaida regieren hier die steilen Berghänge, amerikanische Truppen gerade fast täglich in Feuergefechte oder unter Raketen- und Mörserbeschuss.

Als am 25.Juni 2010 zwei Kameraden – einer von ihnen war erst 19 Jahre alt – in einem Taliban-Hinterhalt starben, keimte in Springer der Wunsch, den Soldaten in Afghanistan ihren gefährlichen Einsatz etwas erleichtern und vielleicht sogar sicherer machen zu können. „Ich hab lange darüber nachgedacht“, sagte mir der US-Soldat, „Aber die eigentliche Idee kam mir erst im Traum – ich weiß das klingt verrückt.“ In einer Nacht Ende Juli 2010 kam Springer plötzlich die vielversprechende Idee.

„Ich habe viele Soldaten mit iPhones und anderen Handys gesehen und habe mir gedacht: Warum macht das Militär daraus nichts?“, so Springer. Die Idee war geboren. Springer wollte eine Software für Handys entwickeln, die ihm und seinen Kameraden im Kampfeinsatz nützliche Dienste erweisen würde. Am nächsten Tag machte er sich daran, seine Idee umzusetzen. „Ich rief meine Frau und meine Eltern in den USA an und erklärte ihnen was ich vor hatte“, berichtet der US-Soldat, „sie haben mich von Anfang an sehr in meiner Idee unterstützt.“

Jonathan Springer kontaktierte einen Software-Entwickler im US-Bundesstaat Arizona und erläuterte ihm seinen Plan: er wollte ein App für Smartphones entwickeln, das wie ein erweitertes GPS-Gerät funktioniert. Soldaten sollten auf virtuellen Karten Wegpunkte speichern und Feindstellungen markieren können. Die genauen Daten der Position des Feindes sollen dann an Luftwaffe oder Artillerie weitergegeben werden, um Bombenangriffe anzufordern. Die gesamte Navigationselektronik, die ein Soldat im Gefecht benötigt, sollte in ein iPhone passen – so Springers Grundidee. „Es ist im Prinzip nur eine Karte, ein Kompass und eine Kamera“, so der App-Erfinder, „und die Karte funktioniert nach einem Referenz-System das auch unsere Luftwaffe benutzt.“

„Im August 2010 habe ich die erste Beta-Version erhalten, um sie draußen im Feld zu testen“, berichtet Springer, „Vor wenigen Tagen habe ich die letzte Version geschickt bekommen.“ Diese übertreffe seine Erwartungen bei weitem, so Jonathan Springer. Die Software sei nun in der Lage mit dem Handy aufgenommene Fotos automatisch mit präzisen GPS-Koordinaten zu versehen. Somit können Bilder von bestimmten Gebieten übermittelt und sofort zugeordnet werden. „Der Kompass zeigt in Metern an, wie weit man sich vom Zielpunkt entfernt befindet“, erklärt der US-Soldat, der derzeit noch in Afghanistan stationiert ist, „Es gibt eine Art Fadenkreuz, das man auf der Karte bewegen kann und mit dem Ziele markiert werden können. So lassen sich auch Wegpunkte festlegen und verbinden.“

Im Osten Afghanistan wurde das App auf die Probe gestellt. Springer testete es auf seinem iPhone und stellte fest, dass die Software mindestens so präzise ist, wie jedes meist sehr kostspielige zivile GPS-Gerät. „Es ist vergleichbar mit den GPS-Geräten die das US-Militär nutzt“, so Springer, „Die Koordinatenangaben sind absolut korrekt. Es funktioniert einwandfrei.“

Zwischen 26.000 und 30.000 US-Dollar seiner eigenen Ersparnisse investierte der 31jährige bislang in das App-Projekt. Genau könne er nicht sagen, wie viel ihn die Software letztendlich kosten wird, da er die endgültige Rechnung noch nicht erhalten habe. Im Februar soll das App namens „TacticalNav“ über den App-Store von Apple erhältlich sein, für den Bruchteil des Preises eines regulären GPS-Gerätes.

Von Seiten des amerikanischen Militärs erhielt Jonathan Springer keine Rückmeldung, wie die Entwicklung seiner Software aufgefasst wird. Längst aber hat man im Pentagon begriffen, dass Smartphones zur Grundausstattung vieler US-Soldaten im Einsatz gehören. Inzwischen werde an militärisch-nutzbaren Apps gearbeitet, vermutet Springer, seine Erfindung aber wurde bislang weder kommentiert noch gefördert. „Smartphones sind schon lange nicht mehr nur Telefone“, meint er, „sie sind kleine, leistungsfähige Computer mit hohem Potential, das genutzt werden muss.“ Sein Programm solle über das Internet nicht nur den US-Truppen zur Verfügung gestellt werden, sondern auch den Soldaten der verbündeten NATO-Staaten.

Original-Artikel auf „Welt Online“

„Soldat entwickelt Anti-Taliban-App für das iPhone“

Russia´s Old Enemies Return – Suicide Bombing at Moscow Airport

by Florian Flade

Aftermath of today´s bomb explosion at Domodedovo Airport, Moscow

Once again Russia was struck today by the forces of terrorism from the North Caucasus. This time Moscow´s International Airport Domodedovo was the target, hit by one or possibly even multiple explosions in the late afternoon hours. According to various news reports at least 31 people died and 130 others were injured when a suspected suicide bomber blew himself up inside the aiport.

Domodedovo has been closed, all flights canceled and airplanes diverted to other Moscow airports. The Moscow transport system including the underground which was the target of Islamist terrorists in the past are on high alert right now.

Russia´s President Dimitri Medwedew said on State TV those responsible for today´s terror attack will be hunted down and punished.

Latest reports from Russia suggest North Caucasian networks are suspected of being the masterminds of the explosion at the airport today. Detail information is very rare at this point. Some reports say the bomb went of near the Asian Café in a lounge area of the aiport. Other media outlets are quoting witnesses as saying at least two explosions happened near the custom´s area or even the luggage claim.

The area were the alleged terror attack happened is frequented by passengers from Ukraine, Egypt, Germany, the UK, Greece, Belgium and Cuba. It is unconfirmed if there are foreigners among the casualties.

In October 2010 two female suicide bombers struck Moscow´s underground system, killing dozens. Both women were from the North Caucasus, widows of Jihadi rebels belonging to the „Islamic Emirate of the Caucasus“ network led by Dokku Umarov. Recently the Umarov network struggled from an internal fight about leadership position named a „fitna“ by colleague Aaron Zelin in his report.

Even with the internal fights between different regional commanders of the „Islamic Emirate“, the terror group remains a potent and lethal enemy to Russia itself and its allies in the Caucasus. In 2009 Dokku Umarov re-established the „Riyad us-Salihin – Brigade“, a special unit responsible for suicide bombing. This martyrdom-seeker´s unit carried out several attacks in the Caucasus Republics of Chechnya, Dagestan, Ossetia and Kabardino-Balkaria and is actively recruiting men and women from the local population.