Schlagwort-Archive: Frankfurt

16-jähriger Deutsch-Türke aus Hessen stirbt in Syrien

von Florian Flade

In Syrien ist offenbar ein junger Mann aus Frankfurt getötet worden. Er wurde gerade einmal 16 Jahre alt. Hessens Innenminister fordert bundesweites Präventionsprogramm gegen den Islamismus.

pic231213

Die islamistische Szene in Deutschland kennt derzeit nur ein Thema: Syrien. Wie kaum eine andere Region zieht das Bürgerkriegsland am Mittelmeer derzeit radikale Islamisten aus aller Welt magnetisch an. Bis zu eintausend Dschihadisten aus Europa sollen inzwischen auf Seiten der Rebellengruppen gegen das Assad-Regime kämpfen. Unter ihnen mehr als 200 Islamisten aus Deutschland.

Die Sicherheitsbehörden sind aufgrund dieser Entwicklung seit Monaten alarmiert. Woche für Woche reisen junge Muslime aus Deutschland nach Syrien. Die meisten von ihnen sind deutsche Staatsbürger, einige sogar noch minderjährig. So wie „Enes“.

Der 16-jährige Deutsch-Türke aus Frankfurt am Main ist wohl erst vor wenigen Wochen in Syrien angekommen. Und ist jetzt bereits tot. Im Internet feiern ihn seine Glaubensbrüder als „Märtyrer“.

„Enes erreichte Aleppo erst vor drei Tagen und ist schon ein Shahid (Märtyrer)“, heißt es in einem Internet-Eintrag zum Tod des Frankfurters. Fotoaufnahmen, die der „Welt“ vorliegen, zeigen den Leichnam des jungen Mannes und blutverschmierte Kleidung. Und dann gibt es da noch eine Fotocollage, die offenbar Kampfgefährten des Getöteten ins Internet gestellt haben. Darauf zu sehen: ein junger Mann mit Kalaschnikow-Sturmgewehr in der Hand.

Deutsche Sicherheitsbehörden prüfen die Echtheit der Todesmeldung und der Fotoaufnahmen. Sie gehen Hinweisen nach, dass es sich bei dem Getöteten um Enes Ü. handeln könnte, einen von mehreren minderjährigen Islamisten, die aus Hessen ausgereist sind. Bestätigt ist dies aber bislang nicht.

Während einige Islamisten im Internet den Märtyrertod des Jungen aus Deutschland feiern, äußern einige auch Kritik. „Ein 16 jähriger hat nichts in Syrien verloren“, heißt es in einem Interneteintrag zum Tod von „Enes“. „Guckt mal wie es den Jungen seinen Eltern geht.“

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte auf der Innenministerkonferenz (IMK) am 5.Dezember ein bundesweites Frühwarnsystem gefordert, um zu verhindern, dass sich junge Muslime weiter radikalisieren und womöglich noch mehr Minderjährige nach Syrien ausreisen.

Eine Studie im Auftrag des hessischen Innenministeriums kam zu dem Ergebnis, dass sich unter den 23 Fällen von hessischen Islamisten, die in den syrischen Dschihad gezogen waren, auch neun Schüler befanden. Die islamistischen Rekrutierungsbemühungen zielten zunehmend auf Minderjährige, so Rhein. Daher sei es notwendig die Präventionsarbeit zu verstärken und bundesweit zu vernetzen.

„Die Anwerbung von Schülern durch radikale Salafisten macht nicht an den hessischen Landesgrenzen halt“, sagte Rhein im Vorfeld der Innenministerkonferenz. „Ein solches bundesweites Präventionsnetzwerk sollte einerseits zu einer verbesserten Beratung von Angehörigen, Lehrern, Freunden oder Arbeitgebern führen.“ Andererseits solle das Netzwerk auch zu einer verbesserten Intervention, beispielsweise bei kampferprobten Syrien-Rückkehrern, beitragen.

Für Enes Ü. auf Frankfurt kommt dieses Projekt wohl zu spät.

Islamist aus Hessen in Syrien getötet

von Florian Flade

pic110913

Er glaubte offenbar, dass er im Visier der Sicherheitsbehörden stand. Vermutlich deshalb nahm „Abu Handala“ mehrere Audiobotschaften über das Leben des Propheten Mohammed nur mit elektronisch verzerrter Stimme auf, bevor er sie ins Internet stellte. Es handelte sich um deutsche Übersetzungen eines Buches des jemenitischen Al-Qaida-Predigers Anwar al-Awlaki.

Überhaupt war Awlaki wohl ein großes Vorbild für „Abu Handala“ aus Hessen. Denn auch sein Facebook-Profil zierte ein Foto des Al-Qaida-Terroristen. Genau wie Anwar al-Awlaki weilt auch „Abu Handala“ nicht mehr unter den Lebenden. Der Islamist aus Frankfurt am Main, der auf seinem Blog Gedichte über den „Heiligen Krieg“ veröffentlichte, ist tot. Er starb vor kurzem im syrischen Bürgerkrieg.

Nach meinen Informationen gehen deutsche Sicherheitsbehörden davon aus, dass der gebürtige Nordafrikaner mit Kampfnamen „Abu Handala al-Maghribi“ am 15.August in Syrien bei Kämpfen gegen das Assad-Regime ums Leben kam. Ein Eintrag in einem radikalislamischen Internetforum, den mutmaßlich die Witwe des Islamisten verfasste, scheint dies zu bestätigen. „Er war in der vordersten Reihe, wurde getroffen und kehrte mit einem strahlenden Lächeln und voller Licht zu Allah zurück“, heißt es darin.

Der Fall bestätigt den Trend radikaler Islamisten, von Deutschland aus nach Syrien in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen. Ein Phänomen, das Sicherheitsbehörden große Sorge bereitet. Seit Ende 2012 sollen laut Verfassungsschutz bis 120 Personen aus der islamistischen Szene nach Syrien aufgebrochen sein. Die meisten davon, um an der Seite der Rebellen gegen das Assad-Regime zu kämpfen. Wie viele tatsächlich in Syrien ankamen ist unklar.

Fest steht: es mischen wohl einige Dutzend Dschihadisten aus der Bundesrepublik im syrischen Bürgerkrieg mit. Mehrheitlich schlossen sie sich offenbar den zahlreichen Splittergruppen der Rebellen-Bewegung an. Deutsche Sicherheitsbehörden vermuten allerdings, dass einige Islamisten inzwischen auch in den Reihen der Al-Qaida-nahen Gruppen „Jabhat al-Nusrah“ und „Islamischer Staat im Irak und Scham (Levante)“ (ISIS) kämpfen.

The Day Rami met Yassin

by Florian Flade

Yassin al-Suri is one of the World´s most wanted men. He is Al-Qaida´s main money man and responsible for sending financial donations from the Gulf region to Pakistan. German Jihadist Rami M., now imprisoned, met the mysterious Al-Qaida figure in Waziristan.

___________________________________

Weiterlesen