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Ex-Fußballspieler stirbt im syrischen Bürgerkrieg

von Florian Flade

Ayoub Ch. war ein Fußballtalent. Er spielte für Darmstadt, Tottenham Hotspur und zuletzt Gera. Jetzt ist der 24-jährige Deutsch-Marokkaner offenbar als Dschihad-Kämpfer in Syrien getötet worden – bei einem Selbstmordanschlag einer verfeindeten Rebellengruppe.

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Das Foto aus dem Nordosten Syriens zeigt einen Berg von Mauerteilen, Steinen, Lehmbrocken, Dachziegeln. Dazwischen Kleidung, Teppiche, Decken. Die Überreste eines Hauses. Hier lebten islamistische Kämpfer der Terrortruppe „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (ISIG).

Am 20.April wurden die Dschihadisten der ISIG, die sich dem Kampf gegen das Assad-Regime verschrieben haben, selbst Ziel eines Terroranschlags. Ein Selbstmordattentäter der verfeindeten Gruppe Jabhat al-Nusrah (JN) attackierte den Stützpunkt der ISIG-Kämpfer. Mindestens ein Dutzend von ihnen sollen bei dem Anschlag ums Leben gekommen sein. 

Darunter auch zwei junge Männer aus Deutschland. Einer von ihnen: Ayoub Ch., ein 24-jähriger Deutsch-Marokkaner aus Frankfurt am Main, geboren 1990 im marokkanischen Nador, Kampfname: „Abu Talha al-Maghribi“.

Als Ayoub Ch. noch in Deutschland lebte, sah alles danach aus, als stünde ihm eine Karriere als Fußballprofi bevor. Ch. kickte beim FC Germania Schwanheim, beim 1. FC Eschborn, kurzzeitig in der U19-Mannschaft von Tottenham Hotspur, dann beim SV Darmstadt 98 und zuletzt als Mittelfeldspieler beim inzwischen aufgelösten 1. FC Gera 03.

Im Juni 2012 beendete Ch. seine Laufbahn als Fußballspieler. Aus Sicherheitskreisen heißt es, der Deutsch-Marokkaner habe sich fortan immer stärker dem Islam zugewandt. Ayoub Ch. rutschte offenbar in die radikale Salafisten-Szene ab.

In Hessen beteiligte er sich mehrmals an Koran-Verteilaktionen. Als „Szene-Aktivist“ sei er jedoch nicht aufgefallen, heißt es aus Sicherheitskreisen, eher als „Randfigur“. Und so fiel es Verfassungsschutz und Polizei offenbar auch nicht auf, als der 24-Jährige die Bundesrepublik verließ.

Islamistische Quellen melden, Ayoub Ch. habe sich als Student an der angesehenen Al-Azhar-Universität in Kairo eingeschrieben. Deutsche Sicherheitsbehörden können dies nicht bestätigen.

Fest steht nur: Der ehemalige Fußballspieler Ch. verschwand Anfang des Jahres in Richtung Syrien, wo er nun offenbar dem blutigen Bruderkrieg zwischen der ISIG und der JN zum Opfer fiel.

Ayoub Ch. ist damit einer von rund 20 Islamisten aus Deutschland, die nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden bislang in Syrien ums Leben kamen. Unter ihnen ist auch Burak Karan, ein weiterer früherer Fußballspieler. Im Oktober 2013 starb der Wuppertaler bei Gefechten in der nordsyrischen Stadt Azaz.

Bevor er seine Karriere im Jahr 2008 beendete, spielte Karan als defensiver Mittelfeldspieler bei Hannover 96 und bei Alemannia Aachen und absolvierte insgesamt sieben Spiele in der U16- und U17-Nationalmannschaft.

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Ex-Fußballprofi stirbt im syrischen Dschihad

von Florian Flade

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Burak Karan lebte den Traum vieler junger Männer. Der 26-jährige Deutsch-Türke kickte in der Jugend-Nationalmannschaft U17 und U18, an der Seite von bekannten Fußball-Stars wie Kevin-Prince Boateng oder Sami Khedira. Karan spielte für Hertha BSC, Hannover 96, Leverkusen, Alemannia Aachen und den Hamburger SV. Der Wuppertaler war offenbar auf dem besten Weg die Karriereleiter in den Profisport zu erklimmen. Er hätte mit Fußball sein Leben finanzieren können, sagt ein ehemaliger Trainer.

Am 1.Juli 2008 war plötzlich Schluss. Burak Karan legte das Trikot ab. Beendete seine Karriere. „Burak sagte mir, Geld und Karriere seien ihm nicht wichtig“, erinnert sich sein Bruder Mustafa im Gespräch mit der BILD-Zeitung. Der Fußball-Profi habe stattdessen im Internet Videos aus Kriegsgebieten geschaut. „Er war verzweifelt, voller Mitleid für die Opfer“.

Karan kam mit dem radikalen Islam in Kontakt. In der Salafisten-Szene von Wuppertal verkehrten zum damaligen Zeitpunkt mehrere Islamisten, die der Verfassungsschutz im Visier hatte. Unter ihnen auch Emrah Erdogan. Gemeinsam mit ihm beschloss Burak Karan offenbar in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet auszuwandern. Eine Region, in der Terrororganisationen wie Al-Qaida ihre Kämpfer ausbilden.

Die Reise führte die Wuppertaler Islamisten zunächst am 8.April 2010 in die Türkei. Während Emrah Erdogan und ein weiterer Islamist am 11.April 2010 von Istanbul aus nach Teheran weiterreisten, kehrte Burak Karan noch in der Türkei um. Am 23.April 2010 kam er nach Deutschland zurück.

Der Rückkehrer stand anschließend unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes, während es Karans einstigem Weggefährten Emrah Erdogan gelang, sich in das pakistanische Stammesgebiet Waziristan durchzuschlagen. Die Islamisten, so der Verdacht der Ermittler, sollen auch dann weiterhin Kontakt gehabt haben.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe leitete daher ein Ermittlungsverfahren gegen Burak Karan wegen des „Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung“ ein. Mehr als ein Anfangsverdacht ergab sich allerdings nicht.

Für den Wuppertaler Ex-Fußballer entwickelte sich der Bürgerkrieg in Syrien offenbar zu einem enormen Radikalisierungsfaktor. Zuerst sammelte Karan noch Spendengelder, schickte Hilfslieferungen in das Kriegsgebiet. Anfang des Jahres dann reiste Karan selbst, samt Ehefrau und den beiden Söhnen Abdullah und Abdul Rahman nach Syrien.

Ende Oktober tauchte im Internet ein Video auf. Der Titel „Der Märtyrer Abu Abdullah at-Turki – Oh Mutter trauere nicht um mich“. Es zeigt Burak Karan aus Wuppertal. Mit Vollbart, mal mit seinen Kindern auf dem Schoss, mal mit Kalaschnikow in der Hand. Elf Tage bevor das Video ins Netz gestellt wurde, am 11.Oktober 2013, kam Karan mit 26 Jahren ums Leben. Er starb bei einem Luftangriff der syrischen Luftwaffe nahe der Stadt Azaz.

„Die Mudschahidin in Azaz berichtet, dass er wie ein Löwe in das Gebiet der Ungläubigen (kurdischen PKK-Miliz) gestürmt ist und Freude daran hatte, sie zu bekämpfen“, heißt es in der Beschreibung zu dem Märtyrervideo. „Nun ist er bei seinem Herrn (…) Möge Allah ihn akzeptieren.“

Mustafa Karan sagte der BILD-Zeitung, er wolle nun nach Syrien reisen, um die Ehefrau und die Kinder seines Bruders zu finden und nach Deutschland zurück zu holen. „Es ist auch für mich die Suche nach der Wahrheit“, so der 29-jährige.