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Ausgewandert – Neues Nashid von „Deso Dogg“

von Florian Flade

Seit Monaten gab es kein Lebenszeichen mehr von Denis Cuspert. Der Berliner Ex-Rapper, ehemals bekannt als „Deso Dogg“, war im Juni aus Deutschland ausgereist – trotz Beobachtung durch deutsche Sicherheitsbehörden und Ermittlungen von Seiten der Justiz. Es gelang dem bekennenden Islamisten sich nach Ägypten abzusetzen.

In Sicherheitskreisen kursierten seitdem Gerüchte über den Verbleib des aus Berlin-Kreuzberg stammenden Extremisten. Womöglich sei Cuspert bei einem Unfall in Nordafrika ums Leben gekommen, hieß es. Dann gab es Hinweise, der Ex-Rapper könnte versuchen sich nach Syrien durchzuschlagen, um sich dort an Kampfhandlungen zu beteiligen. Nichts davon bestätigte sich.

Jetzt bricht Denis Cuspert sein Schweigen. Unter seinem islamischen Namen „Abu Talha al-Almani“ wurde in der vergangenen Nacht ein neues Kampflied mit dem Titel „Wir sind ausgewandert“ veröffentlicht. Darin besingt der Islamist die Migration im Namen Allahs, Dschihad und Märtyrertod.

„Wir sind ausgewandert in die Welt auf dem Weg Allahs, Allahs Wort das Höchste und die Scharia!“. Weiter heißt es: „Die schwarzen Flaggen heben wir und reiten in die Schlacht, nach Jerusalem zur Befreiung unserer Heiligen Stadt!“

Veröffentlicht wurde das neue Lied, sowohl in Video- als auch in MP3-Format, unter den Labels gleich zweier islamistischer Medienorganisationen. Die „Globale Islamische Medienfront“ (GIMF) stellte die Aufnahme ins Netz. Auf den Werbebannern aber prangt das Logo von „Millatu-Ibrahim“, jener islamistischen Gruppierung die Cuspert einst zusammen mit dem Österreicher Mohammed Mahmoud („Abu Usama al-Gharib“) ins Leben gerufen hatte, und die im Juni durch das Bundesinnenministerium verboten wurde.

Mohammed Mahmoud, so heißt es in Sicherheitskreisen, arbeite seit seiner Auswanderung im Mai fieberhaft an einer Neuorganisation von „Millatu-Ibrahim“ in Nordafrika. Er plante offenbar die Errichtung eines deutschsprachigen Medienzentrums für den Dschihad in Libyen. Unterstützung erhält der Islamist dabei von mehreren Salafisten die nach dem „Millatu-Ibrahim“-Verbot aus Deutschland ausgereist sind.

Bis zu 50 Salafisten wanderten seit Jahresanfang nach Ägypten aus. Einige von ihnen meldeten sich bei arabischen Sprachschulen an, andere wiederum folgten offenbar gezielt den Aufrufen von Mohammed Mahmoud. Die Befürchtung der Sicherheitsbehörden: Ägypten muss nicht Endstation für jene Islamisten aus Deutschland sein. Womöglich reisen einige Personen weiter in Konfliktgebiete wie Syrien, Jemen oder Mali.

„Übt Rache für den Gesandten!“

von Florian Flade

Recht unscheinbar blinkt der Werbebanner in den arabischen Internetforen der Al-Qaida & Co.. Er ist leicht zu übersehen, wäre da nicht der Text in deutscher Sprache: „Abrechnung mit Deutschland“.

Seit einigen Tagen kursiert eine achtseitige Propagandaschrift mit diesem Titel in diversen Dschihad-Foren. Veröffentlicht wurde sie von der „Global Islamischen Medienfront“ (GIMF), einem islamistischen Medienlabel, das seit Jahren immer wieder Propaganda für den „Heiligen Krieg“ macht. In mehreren Sprachen, in Video- und in Textform.

GIMF hat sich in erster Linie auf eines spezialisiert: die Übersetzung von arabischer Original-Propaganda. Diesmal aber ist es anders. „Abrechnung mit Deutschland“ ist ein deutschen Papier, verfasst von einem angeblich deutschen Autoren namens „Abu Assad al-Almani“.

Das Dokument ist im Prinzip nichts anderes als eine Lizenz zum Töten in PDF-Format. Der Verfasser behauptet, der Schauspieler, der in dem umstrittenen Mohammed-Video „Unschuld der Muslime“ den Propheten spielt, sei ein Deutscher. Grund genug die gesamte deutsche Bevölkerung ins Visier zu nehmen.

“Diese wertlosen Halbaffen, welche es nicht mehr verdient hatten, am Leben gelassen zu werden, beleidigten (…) zum wiederholtem Male unseren geliebten Propheten Muhammad
Neben den hässlichen Karikaturen wurde nun schließlich durch die Hände der Amerikaner ein Film gedreht, in welches diese Schweine sich über unseren geehrten Propheten lustig machten und ihn beleidigten. Derjenige, der unseren edlen Gesandten spielte war ein Deutscher…

Lasst euer Ziel diesen deutschen Schauspieler dieses Filmes sein, der die Rolle unseres edlen Gesandten spielte. Die Pro-NRW, die unseren geliebten Propheten in Karikaturen belustigten. Und jene Politiker, welche die Genehmigung für das zeigen dieser Karikatur guthießen und erlaubten. Und jene Mitbürger, die sie darin unterstützen, egal wer sie sind.
Ihr Blutvergießen bzw. ihre Tötung soll eine besondere Wichtigkeit in den Herzen jener haben, die darauf brennen den Gesandten Friede und Segen auf ihn) zu rächen, und die darauf brennen nach dem Wohlgefallen ihres Herrn zu streben.”

Experten von Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt haben die Hassschrift inzwischen ausgewertet. Ihr primäres Ziel: die Gefahr einzuschätzen, die von dem brisanten Papier ausgeht. Und die Urheberschaft festzustellen.

Bislang seien keine konkreten Anschlagspläne zu verzeichnen, heißt es von Seiten des BKA, die Gefährdungslage sei weiter abstrakt und konstant hoch. Deutschland sei immer noch im Visier radikaler Islamisten.

Das Satire-Magazin „Titanic“ hat für die Oktober-Ausgabe ein provokantes Titelblatt angekündigt. Das Titelfoto der Ausgabe, die am Freitag erscheinen soll, zeigt den Propheten Mohammed an der Seite von Bettina Wulff. Die Schlagzeile lautet „Auch das noch: Bettina Wulff dreht Mohammed-Film“.

In Sicherheitskreisen ist die Rede vom „Arid U.-Szenario“. Wie der Kosovare Arid U. im März 2011, so könnten sich weitere islamistische Einzeltäter motiviert fühlen, Anschläge zu verüben. Vielleicht auf Politiker und Anhänger der „Pro-Bewegung“, eventuell auf Vertreter der Medien oder der Sicherheitsbehörden.

Intern gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass „Abrechnung mit Deutschland“ nicht in Deutschland, sondern in Ägypten entstand. Der Verfasser wird am Nil vermutet und soll eine Person aus dem salafistischen Spektrum sein, die vor kurzem in das arabische Land ausgewandert ist. Der Islamist versucht nun Glaubensbrüder hierzulande zu Mordanschlägen und Attentaten anzustacheln.

Germany´s „Mrs. Jihad“ a Victim of Torture?

by Florian Flade

When she appeared in the courtroom, Filiz G. seemed to repent and regret some of her activities that led to her arrest in February 2010. The 29-year old German-Turkish woman was charged with providing material and financial support to a terrorist organization. G. had collected money in Germany and transferred it via Turkey to the terrorist group „Deutsche Taliban Mujahideen“ (DTM).

Soon after her arrest it became known that Filiz G., wife of imprisoned Sauerland-Bomber Fritz G., was in fact the main moderator of the German language Ansar al-Jihad Forum – acting under the cover name of „fisebillah“. She had posted thousands of statements, comments and provided download links to propaganda videos as well as translated statements by the DTM. On a daily basis she was online and in steady contact with DTM´s media official, German-born Ahmet M., who was killed in Pakistan in April 2010. M. had made contact with Filiz G. and convinced her to play a key role in spreading propaganda coming from Waziristan.

In March Filiz G. was sentenced to two years and six months in prison by a Berlin court. During the court hearings she acknowledged that her activities were wrong and that she does not believe in violent Jihad anymore. Most of her fans and supporters, some of whom even witnessed the trial in court, are praising G.´s activities, labeling her a „noble Mujahida“ and calling for her release.

A few weeks ago „Mrs.Jihad“ Filiz G. was mentioned in an Arabic language statement posted on the internet by the „Global Islamic Media Front“ (GIMF), a German-Austrian propaganda organization which translated numerous Al-Qaida videos and documents over the past years. GIMF was mainly operated by a 24 year-old Islamist named Mohamed M. aka „Abu Usama al-Gharib“ from Vienna, who was sentenced to four years in prison in 2009 for spreading Jihadi propaganda and producing terror threats himself by appearing in a homemade video.

It was „Abu Usama al-Gharib“ who wrote the GIMF document naming Filiz G. as a victim of torture. According to the author Filiz G. was abused and tortured in prison several times.

„The kuffar presented their real face, they attacked and abused her body“, al-Gharib writes, „they insulted her and her faith (…) the prison administration did not allow her to wear the hijab anymore. She was forced to wear tight jeans and tight shirts.“

Allegedly the German prison guards attacked Filiz G. shortly after court had sent her to jail. The guards pushed her against the wall, touched her body, prisoner „Abu Usama al-Gharib“ states, „with their dirty and filthy hands“.

Even water to wash for the prayer was not given to G., the statement by al-Gharib claims. Filiz G. allegedly wrote in a letter: „If I would tell you what happened to me: your hearts would break into pieces, your bones would depart from your flesh…the pain of their beatings was easier to handle than their insulting, violation of the honor, pride and faith.“

„Abu Usama al-Gharib“ then continues to call the Muslims to the duty of defending their sister Filiz G. against the kuffar attacks. „Where are we?“, he asks, „It is not our sister who is imprisoned, it is us caught in this dunya (worldly presence).“

Meanwhile the statement by al-Gharib has spread in German Jihadi community and was distributed via Facebook and dozens of websites. In the Arabic original statement the imprisoned Austrian Jihadi activist Mohamed M. („Abu Usama“) also calls for attacks against Germany and German politicians. These threats were deleted in the German translation of the document.

Question remains how Mohamed M. was able to obtain the alleged information from Filiz G. and if the two had been in contact prior to their imprisonment. Also noteworthy is the fact that M. is obviously able to get his messages out of his prison cell in Vienna.

Filiz G. distanced herself from the terror threats and accusation against German prison staff. She was never limited in performing prayer or living according to her religion, G.´s lawyer said.