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Cooperation Between IMU and Tehrik e-Taliban?

by Florian Flade

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Anew video release has been announced today by the Jundullah Studio, the media outlet of the „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU) in cooperation with „Umar Media“ the propaganda wing of the Tehrik e-Taliban.

The new video is the first known cooperation by the two terrorist grouos. It is announced to be about Jihadi prisoners that have been freed by the IMU and Tehrik e-Taliban in recent months.

According to the preview the video will feature several prominent IMU fighters including German national Yassin Chouka aka „Abu Ibrahim al-Almani“, the Saudi terrorist Adnan Rasheed and the Russian Jihadist Abdul Hakim al-Russi.

Adnan Rasheed who was caught after a failed December 2003 assassination attempt on former Pakistani President Pervez Musharraf, was freed during a militant´s assault on a prison in the city of Bannu. The IMU featured him in a video release about the attack.

Wer ist der „König von Setterich“?

von Florian Flade

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Manchmal sind es winzige Details, die überraschende Botschaften enthalten. Die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) hat jüngst ein neues Video veröffentlicht. Es trägt den Titel „Ein verlorenes Volk – Die Tragödie von Burma“. Darin zu sehen ist der spirituelle Mentor der IBU, Mufti Abu Zarr al-Burmi. Thema seiner Rede: der Mord an der muslimischen Minderheit in Myanmar.

Für deutsche Sicherheitsbehörden sicherlich interessanter als der Inhalt dieses neuen Propagandafilms ist sicherlich der Name der Videodatei – „der_koing_von_Setterich“. In korrekter Schreibweise wohl eher „Der König von Setterich“.

Ein deutscher Dateiname für eine Videopredigt auf Burmesisch Arabisch? Weshalb die Bezeichnung obwohl es im Video keinerlei Deutschland-Bezug gibt? Und wer ist „Der König von Setterich“?

Setterich liegt in Nordrhein-Westfalen. Es ist der östliche Stadtteil von Baesweiler in der Region Aachen. Knapp 7.500 Menschen leben dort. Jahrzehntelang prägte der Bergbau die Gegend. Es kamen Gastarbeiter aus Marokko und der Türkei, um hier zu arbeiten.

Die „Islamische Bewegung Usbekistans“ übt seit Jahren eine fast schon magnetische Wirkung auf radikale Islamisten aus Deutschland aus. Zahlreiche junge Männer und Frauen haben sich der Gruppierung angeschlossen und wurden in ihren Ausbildungslagern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet terroristisch geschult.

Viele der IBU-Rekruten stammen aus den nordrhein-westfälischen Salafisten-Hochburgen. So etwa das Bonner Bruderpaar Mounir und Yassin Chouka, der Deutsch-Afghane Abdullah H. aus Essen oder Samir H. aus Aachen. Könnte also der ungewöhnliche Dateiname des jüngsten IBU-Videos ein Hinweis sein auf einen Dschihadisten aus Baesweiler-Setterich?

Denkbar wäre, dass in der Medienabteilung der IBU, dem sogenannten „Jundullah Studio“,  ein Islamist aus Setterich tätig ist und dem Video nach der Bearbeitung kurzerhand den Dateinamen „König von Setterich“ verpasste.

In Setterich gibt es zwei Moscheegemeinden, die eine türkisch, die andere marokkanisch geprägt. Es scheint durchaus nicht unrealistisch dass sich in der Vergangenheit ein junger Islamist aus der Region nach Waziristan abgesetzt hat, und dort nun für die IBU tätig ist.

Ebenfalls denkbar ist, dass sich im Raum Setterich ein Helfer der IBU aufhält, der die islamistischen Propagandafilme ins Netz stellt. In Sicherheitskreisen ist bekannt, dass insbesondere die Brüder Chouka regelmäßig Kontakt zu Vertrauenspersonen in Deutschland halten. Eine Reihe dieser Terrorhelfer wurde in den vergangenen Monaten bereits festgenommen.

IBU bestätigt Tod von Samir H. aus Aachen

von Florian Flade

Im März tötete ein US-Drohnenangriff in Pakistan den deutschen Islamisten Samir H. aus Aachen. Das hatte seine Schwester behauptet. Nun bestätigt eine Terrorgruppe den Tod und präsentiert den Islamisten als „Märtyrer“.

Samir H. wollte weg. Der Aachener war getrieben vom Wunsch, dass seine Kinder in einem muslimischen Land aufwachsen sollten. Deshalb entschloss sich der Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers, im November 2009 auszuwandern. Samt Ehefrau und den beiden Kindern reiste Samir H. nach Pakistan. In der Grenzregion zu Afghanistan begann der Deutsche ein neues Leben – als Dschihad-Kämpfer „Abu Laith der Deutsche“.

Nur wenige Wochen nach H.s Ausreise folgte ihm seine jüngere Schwester nach. Die damals 18-jährige Muslima reiste allein in das pakistanische Stammesgebiet Waziristan zu ihrem Bruder und seiner Familie. Samir H. hatte sich dort inzwischen der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU) angeschlossen, einer gefürchteten Terrororganisation die in Pakistan gegen die Regierung und für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates kämpft.

Anders als viele islamistische Kämpfer aus Deutschland, hatte Samir H. nur einmal einen kurzen Auftritt in einem Propaganda-Video der IBU. Im September 2010 war er in einer Videoszene zu sehen, vor einem Maschinengewehr sitzend, das Gesicht war verpixelt. Samir H. sprach über den „Heiligen Krieg“ (Dschihad) gegen die pakistanische Armee.

Ende März meldete sich überraschend Samirs Schwester per Skype aus den pakistanischen Bergen bei ihrer Mutter in Aachen. Sie überbrachte die Nachricht vom Tod ihres 29-jährigen Bruders. Eine US-Drohne habe am 9.März einen Pick-Up-Truck angegriffen, berichtete die Schwester, es seien mehrere Taliban-Kämpfer und Samir getötet worden.

Deutsche Sicherheitsbehörden registrierte die Todes-Nachricht aus Waziristan. Einen Beweis oder andere Hinweise auf den Tod von Samir H. gab es aber bislang nicht. Jetzt hat erstmals die Terrorgruppe IBU bestätigt, dass Samir H. in ihren Reihen getötet wurde.

Ein einstündiges Propaganda-Video, das „Welt Online“ vorliegt, zeigt für wenige Sekunden den Aachener Islamisten mit der Bildunterschrift „Ash-Shaheed Abu Laith aus Deuschland“. „Ash-Shaheed“ ist das arabische Word für „Märtyrer“. Weitere Details nennen die Terroristen nicht.

Samir H. ist bereits der zweite deutsche Staatsbürger der von einer US-Drohne in Pakistan getötet wurde. Im Oktober 2010 starb der Wuppertaler Bünyamin E. bei einem ähnlichen Raketenangriff auf ein Haus nahe der Ortschaft Mir Ali. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt im Fall Bünyamin E. eingeleitet.

Vorausgegangen war ein fast zweijähriger Prüfvorgang, der klären sollte, ob die Bundesanwaltschaft in diesem Fall zuständig ist. Dies ist nur gegeben, sollte der Tod im Zuge eines bewaffneten Konfliktes eingetreten sein. Im Fall von Samir H. müsste die Bundesanwaltschaft nun bald den nächsten Prüfvorgang zu einem Drohnen-Toten einleiten.