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Etikettenschwindel bei der IBU?

von Florian Flade

IBU_jundullah„Jundullah“ – das Logo der IBU-Medienabteilung

Ruhig war es geworden in den vergangenen Monaten um die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU). Die Dschihadisten-Truppe, die sich im Norden Afghanistans, mehrheitlich aber im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan eingenistet hat, hielt sich ansonsten nicht mit Propaganda zurück.

Beinahe monatlich produzierte die Medienabteilung der IBU, das „Jundullah Studio“, neue Propagandavideos in usbekischer, russischer und deutscher Sprache. Insbesondere die Bonner Islamisten-Brüder Yassin und Mounir Chouka haben sich in den vergangenen Jahren zu den wohl prominentesten Protagonisten in den IBU-Videobotschaften entwickelt.

Im April veröffentlichte die IBU in den Weiten des Internets gleich zwei neue Propaganda-Videos. In dem einen feierten die Choukas einen weiteren „Märtyrer“ aus Deutschland, den Marokkaner Ahmad B. aus Setterich in Nordrhein-Westfalen. Er fiel einen Drohnenangriff im Oktober 2012 zum Opfer.

Das zweite Video erzählt die Geschichte eines weiteren Drohnen-Toten, des Aachener Islamisten Samir H.. Er starb im März 2012 als eine US-Drohne Raketen auf einen Geländewagen der Terroristen feuerte.

In den vergangenen Wochen folgten zwei weitere Videos bzw. Audiobotschaften der Chouka-Brüder, die auf den zweiten Blick reichlich ungewöhnlich wirken.

„Rede an Obama“ – zur großen Überraschung stammt diese Audiobotschaft von Mounir Chouka zumindest offiziell nicht aus der Propaganda-Schmiede der IBU sondern von der „Badr at-Tawheed“, der Medienabteilung der „Islamic Jihad Union“ (IJU).

IBU_video_badrtawheed

Der IBU-Terrorist Chouka liefert einen Gastbeitrag für die IJU? Wieso das?

Um die Verwirrung unter Terrorismus-Beobachtern zu verstehen, muss man wissen, dass die beiden Gruppierungen IBU und IJU auf eine nicht gerade harmonische Vergangenheit geschweige denn auf eine friedfertige Koexistenz zurückblicken. Im Gegenteil. Man könnte sagen, IBU und IJU waren sich jahrelang spinnefein.

Die winzige IJU, die seit Jahren keine nennenswerten Lebenszeichen mehr von sich gegeben hat, soll jetzt also eine Audiobotschaft von Mounir Chouka herausgegeben haben?

Na gut. Ausnahmen bestätigen die Regel. Überraschungen, inklusive völlig unerwarteter Kooperationen, gibt es auch in den Bergen Waziristans, könnte man sagen.

Nach der Audioaufnahme von Mounir Chouka erschien vor kurzem die bislang letzte Propaganda-Botschaft aus dem Hause Chouka. Diesmal spricht Yassin alias „Abu Ibrahim“ und richtet seine „Liebesgrüße“ direkt an den Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert und den österreichischen Islamisten Mohamed Mahmoud.

Und wieder: kein Logo von „Jundullah Studio“, kein Hinweis auf die IBU. Im Video zu sehen ist das Logo „Islam Awazi“, der Propagandaabteilung der  „Islamic Party of Turkestan“, einer islamistischen Terrorgruppe aus dem muslimischen (uighurischen) Teil der Volksrepublik China.

IBU_video_awazi

Erst IJU statt IBU, dann IPT statt IBU – warum hetzen und drohen die Choukas nicht mehr unter dem Label der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU)?

Es sind nur Vermutungen, aber denkbar wäre:

  1. Die Choukas sind nicht mehr Teil der IBU. Ihre Botschaften werden daher von anderen Gruppen aus der Region Waziristan verbreitet.
  2. Die IBU will durch die fremden Etiketten suggerieren, die Kooperation mit anderen dschihadistischen Gruppen in der Region sei enger als bislang gedacht.
  3. Jemand, der weder Kontakt zur IBU noch zur IJU oder der „Islamic Party of Turkestan“ hat, bearbeitet die Chouka-Botschaften und verpasst ihnen schlichtweg die Logos anderer Gruppen.

Fest steht: Nach meinen Informationen wurden die jüngsten Chouka-Videos nicht in pakistanischen Stammesgebieten ins Netz hochgeladen, sondern in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Von wem, ist fraglich.

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USA setzen drei deutsche Islamisten auf Terror-Liste

von Florian Flade

Drei Islamisten aus Deutschland werden von den USA nun offiziell als Terroristen gesucht. Es handelt sich um ein Brüder-Paar aus Bonn, die derzeit in Pakistan vermutet werden, und um einen Deutsch-Türken aus Ludwigshafen.

 

 

 

 

 

 

Die USA haben am Donnerstag drei Islamisten aus Deutschland zur Liste weltweit gesuchter Terroristen hinzugefügt. Bei den Personen handelt es sich um die Bonner Brüder Yassin und Mounir Chouka (Fotos siehe oben) und den aus Ludwigshafen stammenden Deutsch-Türken Mevlüt K..

In einer Presseerklärung des US-Außenministeriums heißt es, alle in den USA deponierten Vermögenswerte der drei Terroristen seien ab sofort eingefroren und jegliche finanzielle Transaktion mit den genannten Personen sei nun in den USA verboten.

„Die Brüder Yassin und Mounir Chouka sind Kämpfer, Rekrutierer, Logistiker und Propagandisten für die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU), eine ausländische terroristische Organisation“, erklärt das amerikanische Außenministerium, „Mevlüt K. ist ein Logistiker und Rekrutierer für die „Islamische Dschihad Union“ (IJU).“

Yassin („Abu Ibrahim“) und Mounir („Abu Adam“) Chouka hätten als IBU-Kämpfer an Kampfhandlungen der Gruppe im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet teilgenommen. Zudem seien die Chouka-Brüder langjährige Mitglieder der Medien-Abteilung der Gruppe IBU. Die Islamisten aus Bonn hätten im Namen der IBU im vergangenen Jahr die Verantwortung für mindestens zwei Terroranschläge in Afghanistan übernommen, bei denen US-Amerikaner ums Leben kamen.

Die Chouka-Brüder werden derzeit im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan vermutet, wohin sie im Jahr 2007 zur Terrorausbildung reisten. Regelmäßig traten Yassin und Mounir Chouka seitdem in Propagandavideos der IBU auf und riefen deutsche Muslime auf, sich dem Dschihad anzuschließen.

Die dritte Person aus Deutschland, die nun offiziell von den USA als Terrorist gesucht wird, ist der 1978 in Ludwigshafen geborene Mevlüt K..

„K. wird derzeit von der Regierung des Libanon gesucht und ein Interpol Haftbefehl wurde ausgestellt“, so das US-Außenministerium, „Er wurde in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt weil er versucht hat eine Al-Qaida Zelle im Libanon zu gründen.“ Mevlüt K. habe zudem mehr als 20 Zünder für Bomben beschafft mit denen die sogenannte „Sauerland Gruppe“ im Herbst 2007 amerikanische Ziele in Deutschland angreifen wollte.

Der gesuchte Deutsch-Türke soll sich aktuell in der Türkei aufhalten. Von Seiten der deutschen Bundesanwaltschaft läuft seit 2009 ein Ermittlungsverfahren gegen Mevlüt K.. Er gilt als mutmaßlicher Helfer der „Sauerland Gruppe“.

 

Berlin Jihadi arrested in Austria

by Florian Flade

Yusuf O. aka „Ayyub al-Almani“

Two years ago he threatened Germany with terror attacks on major cities from his hideout somewhere in Waziristan, now he was arrested – Yusuf O.. Austrian police arrested the 26 year-old Turkish national from Berlin in the Austrian capital Vienna on May 31. There was no press release or any sign from authorities in Austria or Germany that Yusuf O. was in their custody. His arrest was a secret because investigators regard him as a major source for information about Europe-based terrorism supporters and recruiters.

Yusuf O., a German of Turkish origin, was seen as a prime example of integration in Germany. In 2005 he graduated from school with the highest middle school degree possible and shortly after began his studies of engineering at Berlin´s University. On the Internet Yusuf O. described himself as a „pretty creative mind“, someone interested in „spirituality, engineering and fire arms“.

Around 2008 it seems, Yusuf O. rediscovered his Muslim faith. He went to the mosque more often, prayed and befriended with a group of Salafi Muslims in Berlin, among them Fatih T.. T. was a also a „reborn Muslim“, born into a Turkish family whose process of radicalization started in University.

In May 2009 Yusuf O. and Fatih T. left Germany for Jihad. Both traveled to Pakistan via Turkey and joined up the „Deutsche Taliban Mujahidin“ (DTM) in the tribal areas along the border with Afghanistan. Several other Germans, including the late Saarländer convert Eric Breininger, were members of that group who began to grow with the arrival of Fatih T. and Yusuf O.

During summer and fall of 2009, Yusuf O. was featured in several of DTM´s propaganda videos. The most famous one was released a few days prior to the German parliamentary elections in September 2009. In it Yusuf O. aka „Ayyub al-Almani“ threatened the German public with terror attacks if German troops would not withdraw from Afghanistan. „Jihad will tear down the German walls“, he said, „your security is only an illusion.“

Suspected terror targets were seen in the video including Berlin´s Brandenburger Gate, the Cologne cathedral and Munich´s Oktober-Fest. German counter-terrorism officials called the video „the most direct and most serious threat against Germany yet“. In another videos, Yusuf O. called for German Muslims to came to Waziristan and join the Jihad or to sent money to the Mujahidin.

While his friend Fatih T. rose to the become the „Amir“ of the DTM, Yusuf O. made his way back to Europe. Austrian police arrested him in late May. Germany had given out an international arrest warrant for the Berlin Talib. How and when Yusuf O. entered Austria is unclear. The arrest was not made at the Vienna Airport, which could suggest he traveled from Pakistan to an East European country – the Czech Republic, Hungaria or the Balkans – and then made his way to Austria.

O.´s arrest was not made public till other terror-related news in Austria broke and it became known a person with that name had been captured. On Wednesday four terror suspects were arrested in several raids across Vienna. Austrian convert Thomas al-J. was arrested by the police in this apartment while another 25 year-old convert, his 19 year-old wife and a Chechen man were arrested at the airport. They were allegedly on their way to the Waziristan terror camps of the DTM.

Thomas al-J. is a known radical convert who has connections to other Islamists across the border in Germany and was a blogger admiring Jihadi cleric Anwar al-Awlaki. Authorities in Austria believe al-J. recruited the other arrested terror suspects and organized their trips to Pakistan. In his Vienna apartment police found a Computer flight simulation game. Al-J., Austrian media reported yesterday, had trained to fly a commercial airliner in order to attack the German parliament.

All of the arrested Austrian terror suspects were released on Wednesday evening. The intention to travel to a terror camp was not enough evidence to keep them in custody.

Media reports said that the arrests might have been linked to the arrest of the German Yusuf O.. It is very likely O. who has been in Waziristan recently, knew of the supporter and recruiter network in Vienna. Unconfirmed information says he even met Thomas al-J. shortly before his arrest.

Austrian authorities would not comment on Yusuf O. but I received information he is still in Austrian custody waiting to be sent to Germany. Prosecution in Karlsruhe investigates Yusuf O.´s case since he appeared in the September 2009 propaganda video. They accuse him of being a member of the DTM, recruitment for a terrorist organization and support of terrorism.