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Deutscher Student stirbt als Kämpfer in Aleppo

von Florian Flade

In Syrien tobt der Kampf zwischen dem Assad-Regime und Rebellengruppen. Inzwischen schließen sich immer mehr ausländische Kämpfer der Opposition an. Jetzt soll ein Medizinstudent aus Deutschland im Gefecht getötet worden sein.

Ein Dschihad kommt nicht über Nacht. Ein Dschihad braucht einige Monate, bis er erkennbar wird. So auch aktuell in Syrien. Seit einigen Wochen tauchen sie vermehrt auf: Hinweise auf ausländische Kämpfer in den Reihen der Rebellen, die sich mit Assads Truppen blutige Schlachten liefern. Sie strömen ins Land, schließen sich Kampfgruppen wie den „Al-Sham Falken-Brigade“ oder der „Al-Nusrah Front“ an. In islamistischen Internetforen werden die gefallenen als Märtyrer gefeiert. Es sind Söldner des Dschihad aus Ägypten, Tunesien, den Palästinensergebieten, dem Libanon, Kuwait, Jemen und Deutschland.

Vor wenigen Tagen gab es in einem der prominentesten Dschihad-Foren im Netz eine Meldung, die aufhorchen lässt. Ein Kämpfer aus Deutschland soll im Gefecht mit den Truppen Assads getötet worden sein. Inzwischen liegen Fotos des jungen Mannes vor, der am 31.Juli in Aleppo ums Leben gekommen sein soll. Hussam ad-Din al-A. war nach Angaben von radikalen Islamisten als Medizinstudent an einer deutschen Universität eingeschrieben bevor er sich entschied in Syrien zu kämpfen. Angeblich stammt der junge Rebell ursprünglich aus Aleppo im Norden Syriens. Er beendete seine medizinische Karriere, heißt es in dem Interneteintrag zum Tod von al-A., um sich „in Syrien den Mudschaheddin anzuschließen“. Al-A. wurde Mitglied der „Freien Syrischen Armee“.

Als Beweis für seine Existenz veröffentlichten Gesinnungsgenossen im Internet zwei Fotos. Sie zeigen einen jungen Mann in den Zwanzigern. Einmal fröhlich lächelnd beim Skifahren an einem unbekannten Ort. Einmal in Kampfmontur mit Gebetsmütze und Scharfschützengewehr im Anschlag in einer Ruine irgendwo in Syrien. Aus einem Medizinstudenten wurde ein Guerilla-Kämpfer.

Deutscher Sicherheitsbehörden gehen nach meinen Informationen derzeit davon aus, dass sich eine nicht unerhebliche Zahl gebürtiger Syrer aus der Bundesrepublik in ihr Heimatland abgesetzt haben um dort gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu kämpfen. Hussam al-A. war womöglich einer von ihnen.

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Saif al-Islam´s Silver-Plated Rifle

by Florian Flade

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His name is one with a very powerful and well-respected meaning – „Sword of Islam“. Yet the most prominent son of former Libyan dictator Muammar Gaddafi, Saif al-Islam al-Gaddafi, has never truely lived up to the meaning of his name. Maybe for that reason the Libyan opposition fighters labeled him „Saif al-Kufr“ instead – Sword of Disbelief.

Today Saif al-Islam al-Gaddafi was captured by captured by the forces of the Transitional Council in Obari in the South of Libya and taken to Tripolis in a plane.

For months the Gaddafi son had been living in hiding, releasing audio tapes in which he called the opposition enemies of Libya. „Go to hell you rats and NATO“, he said in a audio tape released in October.

Just before the regime in Tripolis collapsed Saif al-Islam announced he would lead a Jihad against NATO and their Libyan allies. The 39 year-old Gaddafi son declared he had joined with Islamic forces and was ready to fight. Truth was Saif al-Islam fled the capital and was hiding somewhere in the desert region close to the border to Niger.

Two Gaddafi son´s were killed by the NATO bombing in recent months, two others fled to Algeria. Saif al-Islam it was reported, was ready to surrender and turn himself in for criminal prosecution.

Videos from Libya that were uploaded onto the Internet today show Saif al-Islam´s private gun he was carrying when rebels arrested him. It appears to be a silver-plated assault rifle.

 

„Mitten in der Hauptstadt Kabul…“ – Deutscher Dschihadist übernimmt Verantwortung für Kabul-Anschlag

von Florian Flade

Mounir C. („Abu Adam“)

Der deutsche Dschihadist Mounir C. hat im Namen der „Islamischen Bewegung Usbekistan“ (IBU) die Verantwortung für den Anschlag von Kabul Ende Oktober übernommen, bei dem 13 NATO-Soldaten ums Leben kamen. Dies geht aus einer knapp 15-minütigen Audiobotschaft hervor, die am Montag auf dschihadistischen Internetseiten veröffentlicht wurde

Mounir C. alias „Abu Adam“ erklärt in der Tonbandbotschaft, die anlässlich des muslimischen Opferfestes Eid ul-Adha veröffentlicht wurde, dass ein Mitglied der IBU den Selbstmordanschlag in Kabul beging.

„Am 29.Oktober machte sich einer unserer Istischhadi (Selbstmordattentäter) auf den Weg, um seinen Herren zu treffen“, prahlt der deutsche Islamist Mounir C., „Er opferte sein Leben um die Ummah zu beleben. Mitten in der Hauptstadt Kabul gelang es ihm mit Allahs Hilfe und Beistand 25 Soldaten der Besatzungsmächte, die niemand eingeladen hat, ein Ende zu setzen.“

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte am 29.Oktober ein Selbstmordattentäter mit einem sprengstoffbeladenen Auto einen NATO-Militärbus gerammt und 13 US-Soldaten sowie vier Afghanen getötet. Die afghanischen Taliban hatten die Verantwortung für das Attentat übernommen.

Nun behauptet der aus Bonn stammende Mounir C., die „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) sei für den schweren Terroranschlag verantwortlich. „Die Nachricht ging um die ganze Welt und erreichte unachtsame Herzen“, sagt der deutsche Dschihadist in seiner Audiobotschaft, „sie erreichte ungläubige Herzen und nährte den Schrecken.“

Wenige Tage vor dem Anschlag, am 28.Oktober, so berichtet Mounir C., hätten zwei US-Drohnenangriffen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet mehr als zwei Dutzend islamistische Kämpfer getötet. „Am 28.10.2011 mussten wir selber hier in Waziristan 25 Mudschaheddin begraben“, erklärt der deutsche Islamist.

Mounir C. und sein Bruder Yassin C. sind Mitglieder der Gruppierung „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU), die sowohl im pakistanischen Stammesgebiet Waziristan als auch in einigen afghanischen Provinzen operiert. Der IBU schlossen sich in den vergangenen Jahren mehrere deutsche Islamisten an, von denen einige bei Kämpfen, Drohnenangriffen und Selbstmordanschlägen starben.

Ob das Attentat von Kabul auch von einem deutschen IBU-Kämpfer verübt wurde, ist nicht bekannt. Überhaupt lässt sich eine IBU-Täterschaft für einen der schwersten Anschläge auf NATO-Truppen in Afghanistan, aktuell nicht überprüfen. Ohne Frage wäre die Gruppierung trotz der Verluste in der Kommando-Ebene – insbesondere in den nord-afghanischen Provinzen – weiterhin zu derartigen Anschlägen auch in Kabul fähig.

Am wahrscheinlichsten dürfte die Version sein, dass es sich bei dem Attentäter um einen von der IBU ausgebildeten Afghanen oder Usbeken handelt, der dann unter dem Kommando und der Anleitung lokaler Taliban-Kräfte auf seine Tat vorbereitet wurde.