Schlagwort-Archive: Kenia

„Ey, was ist mit Allah?“

von Florian Flade

Emrah E. aus Wuppertal war Deutschlands meistgesuchter Terrorist – bis er vor knapp einer Woche in Ostafrika festgenommen wurde. Salafisten-Karrieren wie die seine, will die Politik nun verstärkt verhindern. Fraglich bleibt, ob dies mit großangelegten Razzien und Vereinsverboten, wie in der vergangenen Woche geschehen, erfolgreich sein kann.

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Ex-US-Soldat wollte Dschihad-Kämpfer in Somalia werden

von Florian Flade

Ein ehemaliger US-Soldat konvertierte zum Islam und entschied sich innerhalb weniger Monate in den Dschihad zu ziehen. In Somalia wurde der Amerikaner festgenommen.

Im Internet glaubte Craig Baxam auf die ultimative Wahrheit gestoßen zu sein. Der 24jährige US-Amerikaner war im Sommer 2011 als Soldat in Südkorea stationiert und las beim Surfen im Internet eines Abends auf einer islamischen Internetseite einen Artikel über „Den Tag des Jüngsten Gerichts“. Baxam begann über den Tod, über den Sinn des Lebens und über Religion nachzudenke. „Er wollte mehr über den Islam lesen“, analysiert die US-Bundespolizei FBI in ihrem Untersuchungsbericht zu Baxam, „und je mehr er las umso mehr wollte er.“

Heimlich und nur weniger Tage bevor er die US-Armee verließ, konvertierte Craig Baxam aus Takoma Park (Maryland) im Juli 2011 zum Islam. Seit 2007 hatte der US-Amerikaner im Militär gedient und war in Texas als Militär-Informatik und Verschlüsselungs-Experte ausgebildet worden. Baxam war im Irak stationiert und anschließend auf einer US-Militärbasis in Südkorea.

Nachdem er dem Militär den Rücken gekehrt hatte, lebte Baxam zunächst in Laurel (US-Bundesstaat Maryland). Das Leben in seinem Heimatland Amerika wurde für den islamischen Konvertiten jedoch zunehmend unerträglich. Als Muslim müsse man in den USA „zu viele Kompromisse eingehen“. Baxam schmiedete Pläne in ein „wahrhaft islamisches Land“ auszuwandern und ein Leben unter Scharia-Gesetzen zu führen.

Laut eigener Darstellung kamen für den Ex-US-Soldaten dabei nur das von den Taliban regierte Afghanistan oder das von der Islamisten-Miliz Al-Shabaab kontrollierte Somalia in Frage. Baxam entschied sich für letzteres.

Als ausgebildeter Militärgeheimdienstler und Informatiker wusste Craig Baxam dass die US-Sicherheitsbehörden seine Spur verfolgen würden, sollte er auf dem heimischen Computer nach Kontakten zu den Al-Shabaab Terroristen in Somalia suchen. Der Konvertit zerstörte daher seinen Computer und entsorgte die Einzelteile sorgfältig.

Von seinen Ersparnissen kaufte sich Craig Baxam für 1,600 US-Dollar ein Flugticket. Am 20.Dezember 2011 flog er von Baltimore aus zunächst nach London und anschließend weiter nach Kenia. Per Nachtbus reiste er von der kenianischen Hauptstadt Nairobi weiter ins nördlich gelegene Mombasa nahe der Grenze zu Somalia.

Baxam hatte keinerlei Kontaktpersonen in Kenia oder Somalia. Er verhielt sich unauffällig, besuchte Moscheen zum Gebet, sprach aber auch dort kaum mit Fremden. Völlig auf sich alleine gestellt, wollte sich der Irak-Veteran im Bürgerkriegsland Somalia den Islamisten der Al-Shabaab anschließen. Craig Baxams Plan war es mit Taxis und Bussen die Grenze zu Somalia zu überqueren und in der nächstbesten Moschee nach Al-Shabaab Kontakten zu erkundigen. Über 600 US-Dollar hatte er bei sich und wollte sie sobald wie möglich den Al-Shabaab-Kämpfern spenden.

Auf der letzten Etappe seiner Reise, in einem Bus zur Grenzstadt Garissa, wurde Craig Baxam von einem Kenianer angesprochen. „Wo gehst du hin?“, „Sprichst du die Sprache der Leute dort?“, „Hast du Familie hier?“, wollte der Fahrgast wissen. Baxam hielt den Fremden für einen Glaubensbruder und verriet ihm seinen Wunsch in den Dschihad zu ziehen. Der Fremde versprach ihm bei seinem Vorhaben zu helfen.

Das FBI vermutet, der neugierige Bus-Passagier war in Wahrheit ein Informant des kenianischen Geheimdienstes, denn nur kurze Zeit später stoppte die Polizei den Reisebus. Die Reise des Craig Baxam in den somalischen Dschihad war am 23.Dezember 2011 beendet. Der ehemalige US-Soldat wurde verhaftet und wenige Tage später von Beamten des FBI im Hauptquartier der kenianischen Anti-Terror Einheit verhört.

„Baxam hatte nie geplant, aus Somalia zurück zu kehren. Baxam wollte mit einer Waffe in seiner Hand sterben“, heißt es in einem FBI-Untersuchungsbericht. Sollte er jemals aus der Haft entlassen werden, wolle er sich um seinen kranken Vater kümmern, erklärte Baxam den US-Beamten. Nach dem Tod des Vaters würde er dann entscheiden ob er sich erneut Al-Shabaab anschließen wolle.

Der angehende Dschihadist Craig Baxam befindet sich nun in US-Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kriegsveteran vor geplant zu haben eine ausländische terroristische Vereinigung zu unterstützen.

Al-Qaida´s East-Africa Leader Killed in Somalia

by Florian Flade

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One of the most-wanted al-Qaida figures was allegedly killed in Somalia on Wednesday. Fazul Abdullah Mohammed, a terrorist commander born in the Comoros Islands in 1974 , was a al-Qaida veteran who joined the organization in the 1990s after traveling to Pakistan. He was trained at an al-Qaida camp in Afghanistan and was allegedly sent to Somalia in 1993 where he took part in the famous incident known as „Black Hawk Down“ in which two US military helicopters were shot down in Mogadishu and 18 US troops were killed.

Fazul Abdullah Mohammed is thought to be a mastermind of the 1998 US Embassy bombings in Kenya and Tanzania as well as a suicide bombing on a luxury hotel complex in Mombasa (Kenya) in 2002. The US placed a bounty of US$ 5 Million on the terrorist whom the counter-terrorism officials say speaks five languages including French and English.

Since 2006 the US has been hunting Abdullah Mohammed as a main al-Qaida target in East Africa. In January 2007 a US airstrike on a al-Qaida training camp in Somalia failed to kill him. Back then, Fazul Abdullah Mohammed had joined the Islamic Courts, a militant group that later became Al-Shabaab. Allegedly Mohammed established several training camps in Southern Somalia and was bringing foreign fighters into the country.

When in November 2009 US special forces carried out a raid in Somalia and killed al-Qaida´s East-Africa leader Saleh Ali Saleh Nabhan, Fazul Abdullah Mohammed was chosen as his successor by the al-Qaida leadership in Pakistan. „I will honestly perform my duties following my appointment to this new big position by Sheikh Osama bin Laden“, the new al-Qaida East-Africa commander said in speech that was recorded as an audio message.

According to intelligence reports, Mohammed was suspected of traveling in and out of Somalia. He holds a Kenyan passport which led those hunting him believe he would occasionally slip into neighboring Kenya.

On Wednesday last week Somali government troops opened fire on a „Toyota Surf“ SUV heading towards a checkpoint in Somalia´s capital Mogadishu. Two terrorists were killed. The soldiers searched their bodies. One of the two militants carried a South African passport bearing the name „Daniel Robinson“. It was issued in April 2009 and showed that the man had entered Tanzania March 19 and was granted visa there. Additionally US$ 40,000 in cash found in the car.

Initially Somali media reported a Canadian national had been killed by government troops in a firefight. A Al-Shabaab fighter named „Abdurrahman al-Kanadi“ was tought to be the one who was shot dead.

Today Kenyan newspaper The Daily Nation quoted Somali security sources as saying Fazul Abdullah Mohammed was one of the terrorists killed in Mogadishu on Wednesday. Kenya Television Network (KTN) claimed police chief Matthew Iteere confirmed Mohammed´s death.

The US State Department would not comment on the reports coming out of Somalia. Pictures published by Radio Mogadisho of the terrorist´s car and one dead body seem to indicate that it was indeed Fazul Abdullah Mohammed who has been killed.