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Öl, Geiseln und Antiquitäten

von Florian Flade

BBC_IS

Acht Millionen Menschen in Syrien und dem Irak leben unter der Herrschaft der Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS). Innerhalb einer Jahres haben die Dschihadisten ihr Einflussgebiet massiv ausgeweitet und dabei Großstädte, Militärbasen, Banken und Öl-Felder erobert. Entstanden ist ein bislang beispielloser Terror-Staat.

Peter Taylor, Terrorismus-Experte der BBC, geht in der neuen, sehenswerten Dokumentation „The World´s Richest Terror Army“ der Frage nach, wie sich der IS finanziert und weshalb es den Islamisten gelang ein derart großes Territorium an sich zu reißen.

Der Film, in dem sowohl britische, amerikanische und irakische Geheimdienstler, Militärs und Terrorismus-Experten als auch IS-Anhänger zu Wort kommen, beleuchtet ein vielschichtiges Finanzsystem, gespeist durch Steuerabgaben, Öl-Schmuggel, Geiselnahmen, dem Handel mit antiker Kunst und staatlichen Gehältern, die lange Zeit im IS-Gebiet immer noch an irakische Beamte ausgezahlt wurden.

Sehen Sie die Dokumenation von Peter Taylor hier:

http://www.bbc.co.uk/iplayer/episode/b05s4ytp/this-world-worlds-richest-terror-army

 

UPDATE zu „Schweizer Geiseln in Pakistan“

Geiselvideo von Olivier O. und Daniela W. – mit falschem Datum

259 Tage arbeitete eine „Task Force“, eine Art Krisenstab des Schweizer Außenministeriums, an der Freilassung der beiden von Taliban in Pakistan verschleppten Schweizer Touristen Olivier O. und Daniela W. – gestern kamen das Berner Pärchen endlich frei.

Nach offizieller Version – vertreten durch die Schweizer Regierung und pakistanische Behörden – floss keinerlei Lösegeld für die Freilassung von Olivier O. und seinr Lebensgefährtin. Angeblich gelang den Schweizern die Flucht aus der Taliban Geiselhaft und sie schlugen sich durch bis zu einem Militärcheckpoint der pakistanischen Armee in Waziristan.

Wie aus Pakistan zu erfahren ist, war das Ende der Geiselhaft wohl eher keine spektakuläre Flucht aus einem Gehöft der Taliban, sondern das Resultat einer Lösegeld-Zahlung in Millionenhöhe.

Mitarbeiter des „Fata Research Center“ in Islamabad erfuhren aus Geheimdienstkreisen dass die Taliban-Geiselnehmer die beiden Schweizer offenbar nach Absprache an einem Checkpoint in der Nähe der Ortschaft Miranshah in Nord-Waziristan auf freien Fuß gesetzt hatten. Zuvor soll Lösegeld geflossen sein.

Pakistanische Quellen berichten, dass Gelder in Höhe von bis zu 8 Millionen Euro an die Taliban gezahlt wurden um die sichere Freilassung von Olivier O. und Daniela W. zu gewährleisten. Zusätzlich seien „mehrere Dutzend“ Taliban-Kämpfer des Kommandeurs Wali ur-Rehman aus Gefängnissen in den pakistanischen Stammesgebieten freigelassen worden.