Schlagwort-Archive: Mounir Chouka

Statthalter der Choukas in Bonn festgenommen

von Florian Flade

Yassin Chouka alias „Abu Ibrahim“

Ob Mohammed Salim A. ahnte was ihm bevorstand? Der 20-jährige Deutsch-Afghane hatte am Montag gerade die Kanzlei seines Anwalts in Bonn verlassen, als Beamte des BKA zugriffen. A. wurde am Bonner Stiftsplatz festgenommen. Das Zugriff musste schnell erfolgen. Hatte A. vielleicht schon etwas von den Ermittlungen gegen ihn mitbekommen?

 Mohammed Salim A. gilt als ein islamistischer Terrorhelfer, Statthalter der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU) in Deutschland.

A., der sowohl die afghanische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, wurde in Idar Oberstein geboren und wuchs in Sankt Augustin auf. Nachdem sich die Eltern scheiden ließen, zog er nach Offenbach am Main wo er bis heute gemeldet ist. Der Hauptschüler soll dringend verdächtig sein, die IBU durch eine Geldüberweisung unterstützt zu haben. So soll A. im August 2010 über eine Filiale der „Western Union“ in Offenbach etwa 800 Euro an einen IBU-Kontaktmann in Pakistan übermittelt haben.

Ab Oktober 2011, so heißt es von Seiten der Bundesanwaltschaft, sei Mohammed Salim A. ein Mitglied der IBU gewesen sein. Er fungierte nach Darstellung der Ermittlungsbehörden als Statthalter der Chouka-Brüder in Deutschland. Zu seinen Aufgaben soll unter anderem gehört haben, Informationsmaterial über die aktuelle politische Situation in Deutschland zu sammeln und an „Jundullah Studio“, die Propagandaabteilung der IBU im pakistanischen Waziristan zu übermitteln.

Möglicherweise ist A. damit die Antwort auf die Frage, wie es den in den pakistanischen Stammesgebieten lebenden deutschen Dschihadisten regelmäßig gelingt überraschend schnell und präzise auf politische Ereignisse hierzulande zu reagieren. Nur kurz nach den gewalttätigen Salafisten-Krawallen von Solingen und Bonn im Mai veröffentlichte die IBU eine Tonbandnachricht von Mounir Chouka. Darin ruft der Bonner Islamist die deutsche Anhängerschaft auf Politiker der rechten Splitterpartei „Pro NRW“ sowie Journalisten zu ermorden.

Der nun festgenommene A. soll außerdem dafür zuständig gewesen sein, in Deutschland Kämpfer für den Dschihad zu rekrutieren und Gelder für die Organisation zu beschaffen. Angeblich beabsichtige der Offenbacher zuletzt selbst aus Deutschland auszureisen und sich der IBU in Waziristan anzuschließen.

Der mutmaßliche Terrorhelfer Mohammed Salim A. blickt auf eine längere islamistische Karriere zurück. Bereits im sogenannten „GIMF“-Prozess spielte der Deutsch-Afghane eine Rolle. Damals wurde der 18-jährige beschuldigt, 75 Beiträge islamistischer Terrorgruppen im Namen der „Globalen Islamischen Medienfront“ (GIMF) im Internet veröffentlicht zu haben.

Im damaligen Terrorprozess gegen mehrere Beschuldigte sagte A., er „lehne jede Form von Gewalt ab und bereue, so gehandelt zu haben“. Das Oberlandesgericht München sprach den Islamisten im September 2011 nach Jugendstrafrecht schuldig. Die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe wurde für die Dauer von 2 Jahren zur Bewährung ausgesetzt. A. wurde ein Bewährungshelfer zugeteilt und er wurde angewiesen 80 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Nur einen Monat später ernannten ihn offenbar die Bonner Brüder Mounir und Yassin Chouka aus dem fernen Waziristan zu ihrem Statthalter in Deutschland. Per verschlüsselter E-Mail kommunzierte A. mit dem berüchtigen Brüderpaar im entfernten Pakistan.

Schweizer Taliban-Geiseln trafen Mounir Chouka

von Florian Flade

Ein Schweizer Pärchen befand sich monatelang in der Hand der pakistanischen Taliban. Die Geiseln wurden im Stammesgebiet Waziristan festgehalten und erlebten eine Zeit des Schreckens und der Ungewissheit. Sie berichten von Drohnen, vom Leben mit den Taliban – und von der Begegnung mit zwei deutschen Dschihadisten.

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Deutscher Dschihadist preist Toulouse-Attentäter

von Florian Flade

„Auf eigene Faust und durch heldenhaften Mut, machte der Ritter von Toulouse, den südfranzösischen Boden unter seinen Füßen zu dem Boden seines persönlichen Dschihads“ – heißt es in einer neuen Tonband-Botschaft des deutschen Dschihadisten Mounir Chouka alias „Abu Adam“ aus dem pakistanischen Waziristan. In der neuen Botschaft aus den Bergen Nordwest-Pakistans preist der aus Bonn stammende Islamist (Mitglied der Islamischen Bewegung Usbekistans) den Attentäter von Toulouse als Helden und ruft Muslime in Europa auf seinem Beispiel zu folgen.

„Frankreich entriss der muslimischen Frau ruckartig den Hijab und entblößte ihre Aura und Frankreich beteiligt sich an den Verbrechen in Afghanistan“, sagt Mounir Chouka, „Mohammed Merah war somit ein Racheakt für die hinterhältigen und blutigen Verbrechen der französischen Armee! Und seien Tat war eine Reaktion der Juden, die über eine Millionen palästinensische Kinder auf dem Gewissen haben.“

Muslime in Europa seien nun aufgerufen dem Beispiel des französischen Todesschützen zu folgen, so Chouka. „Allah will dass du deine Religion mit Blut unterstreichst! Zunächst mit dem Blut der Feinde, dann mit deinem eigenen Blut!“

Die Attentate einzelner radikalisierter Islamisten, „Einsame Wölfe“ genannt, sollten sich nach dem Willen des Bonner Terroristen als Gesamtstrategie auf Europa übertragen. „London, Madrid, Frankfurt und nun Toulouse“, so heißt es in Choukas knapp 6-minütiger Rede, „Oh geehrte Muslime in Dublin, in Luxemburg, in Lissabon, steht auf und helft Allahs Religion! Lasst dem arabischen Frühling einen europäischen Sommer folgen!“

Wie schon einer kürzlich veröffentlichten Tonbandbotschaft des Bruders von Mounir Chouka, Yassin Chouka, sollen Muslime im Westen durch die Hetzpredigt aufgerufen werden, sich ohne Anbindung an eine Gruppierung oder Ausbildung in einem Terrorcamp im Ausland, am Dschihad zu beteiligen. Die perfide Strategie den islamistischen Amoklauf zu provozieren, wurde erst gestern von mir in einem Stück für „Die Welt“ thematisiert.

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