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Frankreich und die dschihadistische Hydra

von Florian Flade

In Frankreich wollten vier Islamistinnen offenbar einen Anschlag für die Terrormiliz IS verüben. Der Vorfall verdeutlicht wie hoch die Terrorgefahr im Land weiterhin ist – und vermutlich noch Jahre bleiben wird.

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Quelle: Google Maps

Patrick Calvar, Direktor des französischen Inlandsnachrichtendienstes DGSI, hatte eine Vorahnung, was da noch so kommen würde. „Ich bin sicher, dass sie Autobomben und Sprengsätze einsetzen werden“, sagte Calvar im Mai bei einer Befragung im Unterhaus des französischen Parlaments zum Anti-Terror-Kampf. Der dschihadistische Terrorismus, so prophezeite Frankreichs ranghöchster Geheimdienstler, werde die Nation wohl noch in den kommenden Jahren beschäftigen.

Am vergangenen Donnerstag wäre Calvars Vorhersage beinahe Realität geworden. Einige hundert Meter von der Kathedrale Notre-Dame in Paris entfernt, wurden Passanten auf ein Auto aufmerksam, das ohne Kennzeichen in der Nähe von Bars und Cafés abgestellt worden war. Polizisten rückten an und untersuchten den Wagen. Im Kofferraum und auf den Rücksitzen des Peugeot 607 entdeckten sie sechs Gasflaschen und drei mit Diesel gefüllte Kanister. Darüber lag eine mit Benzin getränkte Decke. Mit einer angerauchte Zigarette sollte die explosive Ladung wohl gezündet werden – was glücklicherweise misslang.

Schon kurze Zeit später erfolgten die ersten Festnahmen. In Boussy-Saint-Antoine, rund 40 Autominuten südöstlich von Paris, nahmen Polizeieinheiten insgesamt vier Frauen und eine Jugendliche fest. Es soll sich um radikale Islamistinnen handeln, die mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sympathisiert haben sollen. Bei den Verdächtigen handelt es sich um:

Sarah H., 23 Jahre
Ornella G., 29 Jahre – ihre Fingerabdrücke waren in der Autobombe gefunden worden
Inès M., 19 Jahre – die Tochter des Fahrzeughalters
Amel S., 39 Jahre – sie wurde gemeinsam mit ihrer 15-jährigen Tochter festgenommen

Als die Polizei bei den Wohnungen der Terrorverdächtigen anrückte, griffen Inès M. und Sarah H. die Beamten mit Küchenmessern an. Ein Polizist erlitt dabei Verletzungen am Bauch. Inès M. wurde anschließend durch Schüsse eines anderen Polizisten an der Hüfte und am Knöchel verletzt. In ihrer Handtasche entdeckten die Beamten einen Brief, in dem sie der Terrormiliz IS die Treue schwören soll. „Ich greife euch auf eurem Boden an (…) um euch zu terrorisieren“, soll sie geschrieben haben.

Frankreichs oberster Staatsanwalt, Francois Molins, erklärte bei einer Pressekonferenz die islamistische Terrorzelle habe im Auftrag des IS gehandelt und einen Autobombenanschlag verüben wollen. Der IS benutze „Frauen als Kombattantinnen“, so Molins. Und weise diese aus der Ferne an Attentate zu begehen.

Molins gab außerdem noch weitere Details zu den Islamistinnen bekannt, die verdeutlichen, dass es offenbar weitverzweigte Kennverhältnisse und Verflechtungen in die dschihadistische Szene gibt. Inès M. und Sarah H. beispielsweise waren den französischen Behörden als gewaltbereite Extremistinnen bekannt. Über die Frauen wurde eine sogenannte „Fiche S“ geführt, eine Akte für Personen, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.

Sarah H. war eine Verlobte von Larossi Abballa, jenem Attentäter der im Juni in Magnanville bei Paris einem Polizisten vor dessen Haus auflauerte, zuerst ihn und dann seine Lebensgefährtin mit einem Messer tötete bevor ihn die Polizei erschoss. Abballa hatte kurz nach der Bluttat per Livestream über Facebook erklärt im Namen es IS gehandelt zu haben.

Nach dem Tod Abballas soll Sarah H. einem weiteren islamistischen Gewalttäter die Ehe versprochen haben: Adel Kermiche, der im Juli in der nordfranzösischen Kleinstadt Saint-Étienne-du-Rouvray während eines Gottesdienstes mit einem Komplizen in eine Kirche eindrang und dort einem 85 Jahre alten Priester die Kehle durchschnitt. Anrückende Polizeeinheiten erschossen die beiden Terroristen anschließend, die per Videobotschaft dem IS den Treueeid geschworen hatten.

Der aktuelle Verlobte von Sarah H., der 22-jährige Salafist Mohamed Lamine A., der ebenfalls am Donnerstag festgenommen wurde, gilt auch als radikaler Islamist, der bereits in Anti-Terror-Ermittlungen eine Rolle spielte.

Und noch eine Verbindung führt ins terroristische Milieu: Mindestens eine der festgenommen Frauen kannte nach Informationen der französischen Geheimdienste Hayat Boummedienne, die Witwe des Terroristen Amedy Coulibaly, der im Januar 2015 kurz nach dem Anschlag auf die Redaktion des Satire-Magazines Charlie Hebdo, einen jüdischen Supermarkt in Paris angriff und mehrere Menschen ermordete. Boummedienne soll sich in Syrien aufhalten und sich dort dem IS angeschlossen haben.

Tatsächlich verfolgen die Ermittler derzeit auch eine Spur nach Syrien. Von dort, so heißt es, soll die weibliche Terrorzelle „ferngesteuert“ worden sein. Als möglicher Kontaktmann gilt Rachid Kassim, ein 29-jähriger Dschihadist aus dem südfranzösischen Roanne. Kassim war bereits in IS-Propagandavideos zu sehen, unter anderem auch bei einer Enthauptung. Über seinen Telegram-Kanal soll Kassim seit Monaten mit IS-Sympathisanten in Frankreich in Verbindung stehen und auch direkt zu Anschlägen auf Zivilisten aufrufen – auch mit Autobomben.

„Füllt Autos mit Gasfalschen, gießt Benzin drüber, parkt das Auto in einer belebten Gegend und…BOOM“ – Aufruf von Rachid Kassim über Telegram

Französische Ermittler gehen davon aus, dass auch der Magnanville-Attentäter Larossi Abballa und die Priester-Mörder Adel Kermiche und Abdel Malik Petijean mit Rachid Kassim kommunizierten. Möglicherweise verschickten sie sogar an ihn die Bekennervideos, die später von der IS-Propagandaagentur Amaq Agency veröffentlicht wurden.

Auch bei einer weiteren Festnahme am Samstag soll es eine Verbindung zu IS-Rekrutierer Rachid Kassim geben. Ein 15-jähriger Schüler wurde in Paris verhaftet, weil er einen Anschlag geplant haben soll. Reuters berichtet, der Junge habe in Kontakt zu Kassim gestanden.

In Frankreich machen sich Sicherheitsbehörden, Justiz und Politik derweil wenig Illusionen: Die islamistische Terrorgefahr bleibt auch rund ein Jahr nach den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 mit 130 Toten hoch. „Eine Gruppe wurde neutralisiert“, sagte Staatspräsident Francois Hollande am Freitag nach der Festnahme der IS-Terrorzelle um Sarah H. und Inès M.. „Andere sind noch da draußen.“

Wie groß das terroristische Potenzial in Frankreich tatsächlich ist, vermag wohl niemand seriös zu beziffern. Angesichts der hohen Zahl von radikalen Islamisten gelten weitere Attentate in den kommenden Jahren allerdings als wahrscheinlich: Rund 12.000 Personen sollen inzwischen mit einer „Fiche S“ eingestuft worden sein, gelten also als gefährlich und gewaltbereit. 2165 Islamisten sind mit Bezug zum Konflikt in Syrien und im Irak bekannt, davon sollen sich 689 noch in der Region aufhalten, 203 Rückkehrer wurden gezählt, 193 Extremisten gelten als tot, 180 sind noch auf der Reise in das Kriegsgebiet oder bereits auf dem Heimweg und 900 Ausreisen wurden bislang verhindert.

Die Jagd nach Terroristen mit Tarnkappe

von Florian Flade

Der „Islamische Staat“ (IS) hat Terrorzellen nach Europa entsandt – getarnt als Flüchtlinge. Mindestens zwei Attentäter aber konnten aufgehalten werden, bevor sie morden konnten. Die Geschichte einer Jagd quer durch Europa.

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Adel H. und Mohamed Ghani U. – IS-Terrorverdächtige sitzen in Salzburg in Haft

Diese Geschichte könnte in einer Novembernacht mitten in Paris beginnen. Oder auf einer kleinen griechischen Insel im Oktober. Vielleicht aber auch irgendwann im Spätsommer vergangenen Jahres im Norden von Syrien. Doch eigentlich beginnt sie noch viel früher. An einem Sonntagabend, dem 21. September 2014.

Da tauchte im Internet eine Tonbandnachricht der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) auf. Der Mann, dessen Stimme darin zu hören ist, gilt bis heute als Phantom. Seine echte Identität ist nicht bekannt, es gibt kaum authentische Fotos von ihm. Und das, obwohl er eine wichtige Funktion inne hat. Abu Mohammed al-Adnani ist der offizielle Sprecher des IS. Sozusagen die Stimme des Terror-Kalifats.

Adnanis Botschaft an jenem Tag war eine Warnung. Mehr noch: Eine Kriegserklärung an die Europäer. „Wir werden euch in euren Heimatländern angreifen!“, prophezeite der IS-Sprecher. Die in Europa lebenden Muslime rief er auf, Anschläge zu begehen. Speziell gegen „die boshaften und dreckigen Franzosen“.

Der IS hat Europa im Visier – das war die unmissverständliche Botschaft. Aus Sicht der europäische Geheimdienste aber gab es damals noch keine Hinweise darauf, dass demnächst mit IS-Terror zu rechnen sein könnte. Die Organisation verfolge weiter eine „regionale Agenda“, hieß es. Es gehe vor allem um „Terroritorialgewinne“ vor Ort. Um eine Expansion des Kalifats in der Region.

Ein gefährlicher Trugschluss. In Wahrheit arbeiteten die Dschihadisten längst daran, den Terror nach Europa zu bringen. Eine internationale Koalition, angeführt von den USA, hatte im Herbst 2014 damit begonnen, den IS im Irak und Syrien zu bombardieren. Aus Sicht der Terroristen ein Angriff von außen – einer, auf den sie mit Vergeltung reagieren mussten.

Der IS soll dafür eigens eine Abteilung für „Externe Operationen“ gegründet haben, an der Spitze soll Abu Mohammed al-Adnani stehen. Die Einheit ging, so beschrieben es europäische IS-Dschihadisten nach ihrer Rückkehr in Verhören, aus dem internen IS-Geheimdienst „Amniyat“ hervor. Gezielt sollen Islamisten aus dem Westen für diese Elitetruppe rekrutiert worden sein. Extremisten, die sich in Europa auskennen, dort aufwuchsen, bei ihrer Rückkehr womöglich sogar Freunde und Helfer aktivieren können.

Der Mann, dem die Aufgabe übertragen worden sein soll, Anschläge in Europa zu planen, war ein Belgier. In Syrien nannte er sich „Abu Omar al-Belgiki“. Geboren wurde er am 08. April 1987 als Abdelhamid Abaaoud im Brüsseler Vorort Molenbeek. Der ehemalige Kleinkriminelle entwickelte sich zu einem äußerst kreativen und damit gefährlichem Kader in der Terrorgruppe. Jemand, der energisch und mit großer Geduld nach passenden Rekruten Ausschau hielt, sie teilweise sogar selbst schulte und anschließend nach Europa entsandte, um dort im Namen des IS zu morden.

Abaaoud soll Mehdi Nemmouche, den französische Syrien-Rückkehrer, der im Mai 2014 im Jüdischen Museum von Brüssel vier Menschen erschoss, gekannt haben. Außerdem steuerte er jene Terrorzelle, die im Januar 2015 im belgischen Verviers Anschläge vorbereitete und durch einen Polizeieinsatz wohl noch kurz vor Ausführung gestoppt werden konnte. Ebenso soll Abdelhamid Abaaoud den Franzosen Sid Ahmed Ghlam instruiert haben, in Paris eine Kirche an einem Sonntag, während eines Gottesdienstes, anzugreifen. Nur weil sich Ghlam auf dem Weg dorthin versehentlich mit einem Sturmgewehr ins Bein schoss, gab es kein Blutbad.

Abdelhamid Abaaoud nahm den Auftrag des IS offensichtlich sehr ernst. Er versuchte es immer wieder mit dem Terror in Europa. Die hiesigen Sicherheitsbehörden wussten das, es gab mehrfach Besprechungen zwischen den Nachrichtendiensten, zuletzt am Tag der Anschläge von Paris. Dabei ging es auch um die Frage, wie gefährlich der Belgier für Europa werden könnte. Und was dort in den Terrorcamps von Syrien noch so alles geplant wird.

Womit die Geheimdienste nicht rechneten, war, dass ein historischer Zufall Abaaoud in die Karten spielen würde. Im vergangenen Jahr spitzte sich eine der aktuell größten politischen Herausforderungen für den Kontinent maßgeblich zu: Die Flucht von hunderttausenden Menschen aus den Bürgerkriegen in die Europäische Union. Sie kamen aus Syrien, Irak, Afghanistan, aus Eritrea, Somalia, Nigeria, Pakistan und zahlreichen anderen Krisenherden der Welt. Geflüchtet vor Krieg, Terror, Hunger, Armut und Leid, mit der Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, nahmen sie lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers in Kauf, reisten zu Fuß über Wochen die sogenannte Balkan-Route gen Norden.

Die Terrorstrategen des IS sahen ihre Chance gekommen. Ihr perfider Plan: Attentäter als Flüchtlinge getarnt nach Europa zu schicken. Die Grenzsicherung der EU war im Herbst vergangenen Jahres mit dem Zustrom der Flüchtlinge völlig überfordert. Es fehlte an Registrierungen, und denen die kamen, fehlte es oft an Ausweisdokumenten. Niemand wusste mehr, wer da genau einreiste. Ideale Umstände, um Terroristen über Grenzen hinweg, durch mehrere Staaten hindurch zu schleusen. Selbst jene Dschihadisten, die vielleicht bei den sonst üblichen Grenzkontrollen aufgefallen wären, gingen nun im Chaos und der Masse unter.

Es sei „unwahrscheinlich, dass Terroristen die waghalsige Bootsflucht über das Mittelmeer nutzen, um nach Europa zu gelangen“, sagte der scheidende BND-Präsident Gerhard Schindler damals. Bis heute heißt es, es gab keinerlei Belege für ein solches Vorgehen des IS. Ausgeschlossen, so betonen Geheimdienstler im Gespräch vehement, habe man diese Möglichkeit jedoch ausdrücklich nie.

Wie falsch die Hypothese der Terrorfahnder war, wurde jedoch erst an einem Freitag, dem 13. November 2015 klar. Gleich mehrere Terrorkommandos schossen und bombten sich in jener Nacht durch Paris. Sie ermordeten 130 Menschen und setzten damit das Versprechen des IS-Sprechers Abu Mohammed al-Adnani auf blutige Weise in die Tat um. Es war vollbracht: Der IS hatte in Europa zugeschlagen.

Noch während die Menschen in Frankreich und anderenorts in Schock und Trauer verharrten, begann für die Ermittler in Paris die eigentliche Arbeit. Wer waren die Mörder? Wie war es die Terroristen gelungen derartige multiple Anschläge durchzuführen? Und das nur zehn Monate nach dem verheerenden Attentat zweier Islamisten auf die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo.

Einer der Selbstmordattentäter vom 13. November hatte sich während des Freundschaftsspiels Frankreich vs. Deutschland vor dem Fußballstadion Stade de France, am Eingangstor D, in die Luft gesprengt. Er hatte wohl noch versucht, in das Stadion zu gelangen, war aber von Sicherheitspersonal daran gehindert worden.

Die Polizei fand schließlich den zerfetzen Leichnam des Terroristen. Daneben stießen die Ermittler auf einen ersten, aber entscheidenden Hinweis, wie der IS das Massaker wohl vorbereitet hatte. Neben dem abgerissenen rechten Fuß des Selbstmordbombers lag ein syrischer Reisepass. Nahezu unversehrt wirkte es so, als hätte ihn der Terrorist noch absichtlich von sich geworfen, bevor er seinen Sprengsatz gezündet hatte.

„Ahmad Almohammad“, stand auf dem Pass, geboren am 10. September 1990 in Idlib, Syrien. Es war die erste heiße Spur auf der Jagd nach den Paris-Attentätern. Umgehend starteten die französischen Behörden eine Abfrage in den Datenbanken. Die Informationen zu „Ahmad Almohammad“ wurden den europäischen Sicherheitsbehörden mitgeteilt. Schon nach wenigen Stunden gab es eine positive Rückmeldung. Aus Griechenland.

Ein Mann mit genau jenem syrischen Pass war nur knapp sechs Wochen zuvor auf der Insel Leros von griechischen Grenzbeamten als Flüchtling registriert worden. Es gab ein Foto des angeblichen Syrers. Und Fingerabdrücke. Sie stimmten mit dem Attentäter vom Stade de France überein. Aber damit nicht genug. Auch ein zweiter Terrorist, der sich vor dem Fußballstadion in die Luft gesprengt hatte, gab sich bei seiner Einreise in Griechenland als syrischer Flüchtling aus. Sein Name: „Mohammad Almahmod“, geboren am 01. Januar 1987.

Blitzschnell verbreitete sich am Folgetag nach den Paris-Anschlägen die Meldung: Pässe gefunden, auch syrische Flüchtlinge gehörten wohl zu den Attentätern. In Wahrheit war dies aber nur die Tarnung, mit der die Männer nach Europa gekommen waren. Die Angaben auf ihren Pässen waren falsch – die Ausweise an sich aber keine Fälschungen im eigentlichen Sinne. Und genau das elektrisierte die Ermittler.

„Ahmad Almohammad“ und „Mohammad Almahmod“ verfügten über authentische syrische Reisepässe. Sie trugen die Passnummern 0079814047 und 007773937. Für letzteren Pass gab es im Schengener Informationssystem (SIS) eine sogenannte „Sachfahndung“, nach diesem Pass wurde also bereits vor den Anschlägen von Paris gesucht.

Die Terrororganisation IS hatte bei ihrem Feldzug zahlreiche Städte und Ortschaften in Syrien unter ihre Kontrolle gebracht, darunter Raqqa und Deir ez-Zour. Den Dschihadisten fielen dabei nicht nur Militärkasernen, Waffenlager oder Gefängnisse in die Hände. Sondern auch Verwaltungsgebäude, und somit auch jene Stellen, in denen Ausweisdokumente ausgestellt wurden. Kurzum: Der IS hatte vermutlich tausende von Blanko-Pässen sowie Anlagen zur Pass-Herstellung erbeutet. Die Terroristen waren damit in der Lage, authentische syrische Reisepässe anzufertigen – auf jede erdenkliche Identität und mit beliebigen Angaben.

Der Umstand, dass der IS in den Besitz von syrischen Pässen gelangt war, war den europäischen Sicherheitsbehörden bekannt. Es war eines ihrer Horrorszenarien. Wie aber könnte verhindert werden, dass der IS diese „echten falschen“ Ausweise benutzt, um Kämpfer nach Europa zu schleusen?

Entscheidende Hilfe kam von einer eher unerwarteten Seite. Das syrische Regime übermittelte den Europäern schon im Sommer 2014 mehrere Listen mit Passnummern jener 3800 Blanko-Dokumente, die mutmaßlich vom IS gestohlen worden waren. In Raqqa waren wohl 1452 Pässe mit den Nummern 007773549 bis 007775000 abhanden gekommen. In Deir ez-Zour sogar 2348 Pässe mit den Nummern 006875653 bis 006876000, 006910001 bis 006911000 und 006951001 bis 006952000.

Die griechischen Behörden schrieben die Dokumente am 24. Juni 2014 im SIS-System zur Fahndung aus. Und auch die deutsche Bundespolizei pflegte die Passnummern in ihre Datenbanken ein. In einem internen Warnschreiben hieß es zudem, beim Antreffen einer Person mit einem dieser Pässe, sei große Vorsicht geboten – „Eigensicherung beachten!“ – außerdem sei unverzüglich die jeweilige Staatsschutzabteilung zu informieren.

Zwei der Paris-Terroristen waren also mit Pässen aus Syrien eingereist, die der IS vermutlich selbst produziert hatte. Und die eigentlich im Schengenraum zur Fahndung ausgeschrieben waren. Wieso aber kamen die späteren Selbstmordattentäter ungehindert nach Europa? Und wenn sie auf diese Weise hinein gelangten, gab es dann noch weitere Terroristen, die mit der Tarnung als Flüchtling gekommen waren?

Umgehend wurden die Ermittlungen auf jenes Boot ausgeweitet, mit denen die beiden Dschihadisten von der Türkei nach Griechenland gekommen waren. Im Herbst vergangenen Jahres, zur Hochzeit der Flüchtlingskrise, kamen zeitweise tausende Menschen täglich auf den griechischen Inseln an. Eine ihrer Anlaufstellen war Leros, knapp 100 Kilometer von der türkischen Küste entfernt.

In den frühen Morgenstunden des 03. Oktober 2015 kamen mehrere Boote mit insgesamt 198 Menschen nach Leros. Die meisten Passagiere gaben an, aus dem syrischen Bürgerkrieg geflohen zu sein. Ihre Daten wurden notiert, Fingerabdrücke genommen, zusätzlich wurden Fotos gemacht. Auf Leros sollen die griechischen Beamten zwar Zugang zum EURODAC-System, nicht aber zum SIS gehabt haben, heißt es. Das wäre eine Erklärung, weshalb die eigentlich zur Fahndung ausgeschriebenen Pässe aus Raqqa zunächst nicht auffielen.

So konnten „Ahmad Almohammad“ und „Mohammad Almahmod“ nach ihrer Registrierung ungehindert weiterreisen, beantragten an verschiedenen Stellen auf der Balkan-Route Asyl und landeten letztendlich in Frankreich.

Griechische Behörden übermittelten den europäischen Partnern die gesamte Liste der am 03. Oktober 2015 auf Leros registrierten Flüchtlinge. Es handelt sich dabei um die Registrierungsbögen von 142 Menschen, all jener, die älter als 16 Jahre waren.

In Berlin-Treptow befindet sich eine Liegenschaft des Bundeskriminalamtes (BKA). Hier residiert die Gruppe Staatsschutz 4, zuständig für Islamistischen Terrorismus. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), das auf demselben Gelände untergebracht ist, sah man sich in den Tagen nach den Paris-Attentaten die Flüchtlinge von Leros sehr genau an. Die These: Es kamen vermutlich noch weitere Terroristen an jenem Oktobermorgen nach Griechenland.

„Wir gingen davon aus, dass sich diese Personen als Asylbewerber getarnt vielleicht schon in Deutschland aufhalten“, berichtet ein Ermittler. Immerhin sei die Mehrzahl der Flüchtlinge im vergangenen Jahr in die Bundesrepublik gereist. So vermutlich auch weitere getarnten IS-Terroristen.

Also wurde versucht sämtliche Flüchtlinge aus Leros aufgrund ihrer Daten zu lokalisieren. Einige waren inzwischen in Schweden aufgetaucht, viele in Deutschland, andere in Slowenien. Doch gab es IS-Schläfer darunter?

Die BKA-Beamten legten die Listen der gestohlenen syrischen Blanko-Pässe neben die Registrierungsbögen aus Leros. Es gab zwei Treffer. Zwei weitere Männer hatten bei ihrer Ankunft in Griechenland Pässe vorlegt, die aus den IS-Beständen stammten. Auch sie gaben sich als Syrer aus – „Khaled Alomar“, geboren am 01. Januar 1980 in Aleppo. Und „Faysal Alaifan“, geboren am 05. Januar 1981.

Wo waren die beiden jetzt?

Beim BKA wurde eine Besondere Aufbauorganisation, die BAO „Echo“, ins Leben gerufen. Sie sollte ermitteln, wo sich die Terrorverdächtigen aufhalten. Einen ersten Hinweis lieferten die griechischen Behörden. Sie konnten rekonstruieren, dass die Männer von Frontex-Beamten bei ihrer Ankunft in Leros befragt worden waren. Dabei kamen erste Zweifel auf, ob es sich tatsächlich um Syrer handelte. „Faysal Alaifan“ sprach kaum Arabisch. „Khaled Alomar“ wiederum konnte keinerlei Fragen zu seinem angeblichen Heimatort Aleppo beantworten.

Es folgte eine Festnahme der Männer – jedoch nicht wegen Terrorverdacht. Sondern aufgrund eines Passdelikts. Sie kamen drei Wochen auf der Insel Kos in Haft und erhielten anschließend die Auflage, Griechenland innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Am 27. Oktober 2015 kamen beide frei und konnten am Folgetag ungehindert weiterreisen.

Als die Terrorkommandos unter Anleitung von Abdelhamid Abaaoud in Paris einen der schwersten Terroranschläge in der jüngeren europäischen Geschichte verübten, befanden sich die beiden Männer vom Flüchtlingsboot noch auf Reisen. Über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien kamen sie Anfang Dezember über den Grenzübergang Spielfeld nach Österreich. Sie gaben sich erneut als Flüchtlinge aus – diesmal allerdings aus Nordafrika stammend, mit den Namen „Nasser Said Moqaiss“ und „Mohamad al-Fatori“.

In diesen Tagen gab es bereits die ersten Fahndungen nach ihnen. Sowohl Behörden in Deutschland, als auch in Frankreich und Österreich gaben die Informationen zu den beiden Gesuchten im Schengener Informationssystem (SIS) ein. Da die echten Identitäten aber nicht klar waren, befanden sich dort lediglich die Alias-Namen, die sie bislang verwendet hatten sowie die Fotos, die von ihnen auf Leros und später in der Haft gemacht worden waren.

Interessant außerdem: Die mutmaßlichen IS-Terroristen waren nicht zur Festnahme ausgeschrieben, sondern lediglich zur „verdeckten Kontrolle“ (Österreich), „gezielten Kontrolle“ (Frankreich) oder zur „Polizeilichen Beobachtung“ (Deutschland). Der Grund dafür waren die mangelnden Belege für einen Terrorbezug. „Wir haben mit den Fahndungseinträgen ein Netz gelegt. Und wir wollten wissen, wo sie sich aufhalten“, sagt ein eingeweihter Ermittler. „Aber wir hatten nicht genug, um sie zu verhaften.“

Es soll das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) gewesen sein, das letztendlich den entscheidenden Hinweis auf die Männer an die österreichischen Behörden übermittelte. So konnten sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Salzburg ausfindig gemacht werden. Am Abend des 10. Dezember 2015 stürmte die Eliteeinheit „Cobra“ das Asylbewerberheim in der Münchner Straße und nahm beide Personen unter Terrorverdacht fest.

Mehr als 100 Stunden wurden die beiden Männer seitdem befragt, teilweise in Anwesenheit von französischen Geheimdienst-Mitarbeitern, die eigens eingeflogen kamen. Im Verhör gaben sie nicht nur ihre echten Identitäten preis – Adel H., 29, aus Algerien, und Mohamed Ghani U., 34, aus Pakistan – sondern bestätigten auch, dass sie tatsächlich für die Terroranschläge von Paris rekrutiert worden waren.

In Syrien habe der IS sie ausgewählt für eine „Mission“ nach Frankreich zu reisen. Im September habe es ein entsprechendes Auswahlgespräch mit einem IS-Kommandeur namens „Abu Ahmad“ in Raqqa gegeben. Dann seien Passfotos für die gefälschten Ausweise gemacht worden. Dann seien sie gemeinsam mit den gebürtigen Irakern, die sich später am Stade de France in die Luft gejagt hatten, zu Fuß in die Türkei gebracht worden. Ein Schleuser fuhr sie angeblich anschließend mit dem Auto bis nach Izmir, wo das Quartett eine Nacht in einem Hotel verbrachte.

Für rund 100 Euro hätten sie anschließend Schwimmwesten und wasserdichte Beutel für die Reisepässe gekauft. Der Schleuser, der die Dschihadisten nach Griechenland bringen sollte, verlangte angeblich knapp 1000 Euro für seine Dienste. In einem Gestrüpp nahe der Küste hätten beide auf die Überfahrt gewartet, berichteten H. und U. in den Vernehmungen. Es sei geplant gewesen, dass zwei Boote mit Flüchtlingen in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang nach Leros übersetzen sollten. Eine Gruppe sei jedoch von der türkischen Polizei festgenommen worden. Um 4 Uhr morgens begann die gefährliche Bootsfahrt für die vier Terroristen und dauerte eineinhalb Stunden. Dann griff die griechische Marine das Boot mit den rund 50 Flüchtlingen auf und brachte sie nach Leros.

Die österreichischen Ermittler konfiszierten bei der Festnahme auch die Mobiltelefone von H. und U.. So konnte rekonstruiert werden, dass die beiden wohl mehrfach über WhatsApp-Chat in Kontakt standen mit einem Verbindungsmann in Syrien. Einmal forderten sie Geld für die Weiterreise, und erhielten prompt 2000 Euro per Western Union. Einmal wollten sie wissen, was denn nun ihr Bestimmungsort sein sollte.

Zudem stießen die Ermittler auf einem der Handys auf eine türkische Telefonnummer, die auch auf einem zerknüllten Zettel befand, den einer der Selbstmordattentäter vom Stade de France in seiner Hosentasche bei sich getragen hatte. Die Nummer wird einem IS-Terroristen zugerechnet, der womöglich für die Logistik der Reisen zuständig war. Sie war bereits in einer Wohnung in Athen gefunden worden, aus der heraus Abdelhamid Abaaoud die Terroristen von Verviers instruiert haben soll.

Adel H., das soll eine erste Handyauswertung ergeben haben, verfügte über zahlreiche Kontakte zu anderen Flüchtlingen – einige davon kamen wie er in den Wochen zwischen September und Oktober nach Europa. Andere waren wohl schon vorher eingereist. Diesen Spuren gehen die Ermittler derzeit noch nach. Sie wollen wissen, ob es noch weitere Dschihadisten gibt, die vielleicht noch Attentate planen.

Kurz vor seiner Festnahme soll H. zwei Männer kontaktiert haben, die ebenfalls als Asylbewerber in Österreich lebten. Einem soll der Algerier sogar versucht haben, seine SIM-Karte zu übergeben. Nach mehrtägiger Observation griff die österreichischen Polizei auch hier zu. Nur rund eine Woche nachdem Adel H. und Mohamed Ghani U. verhaftet wurden, nahmen Polizisten ebenfalls in Salzburg einen 25-jährigen Marokkaner und einen 40-jährigen Algerier fest. Auch ihnen wird IS-Mitgliedschaft vorgeworfen. Sie befinden sich ebenfalls  in Untersuchungshaft.

Noch rätseln die Ermittler, ob die Terrorverdächtigen auch nach den Paris-Attentaten noch weiter auf tödlicher Mission unterwegs waren. Einerseits wirkten H. und U. in Salzburg recht orientierungslos. Als ob ihnen die genauen Instruktionen fehlten. Andererseits gibt es da noch die Interneteinträge auf dem sichergestellten Handy. Vor ihrer Festnahme interessierten sich die beiden wohl für Bahntickets – von Wien nach Paris.

Al-Qaida und die Paris-Attentate

von Florian Flade

Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat die Verantwortung für die Terroranschläge auf Charlie Hebdo in Paris übernommen. Wie glaubhaft ist die Selbstbezichtigung?

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Es war zu erwarten, dass es ein paar Tage dauern würde, bis sich ein Terrornetzwerk offiziell zu den schrecklichen Anschlägen von Paris äußern würde. Während auf Twitter bereits zahlreiche echte und Möchtegern-Dschihadisten die Bluttaten bejubelten, hielten sich die Terrorgruppen „Islamischer Staat“ (IS) und die diversen Ableger des Al-Qaida-Netzwerkes offiziell noch zurück.

Der Attentäter Cherif Kouachi hatte in einem Telefonat mit einem Journalisten des französischen Fernsehsenders BFMTV kurz vor seinem Tod erklärt, er handle im Namen der jemenitischen Al-Qaida. Der Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt Hyper Marche, Amedy Coulibaly, hingegen hatte ebenfalls gegenüber einem TV-Journalisten erklärt, er sei ein Mitglied des „Islamischen Staates“. „Ich will, dass sich die Armee aus dem Islamischen Staat zurückzieht, aus allen Gebieten, wo sie den Islam bekämpft“, sagte der 32-jährige. In einem späteren Bekennervideo schwor er schließlich auch dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi den Treueeid.

In wessen Auftrag also mordeten die Kouachis und Coulibaly in Paris?

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Am Mittwoch tauchte ein Video der jemenitischen Al-Qaida (AQAP) auf. Darin behauptet der Dschihadist Nasser Ibn Ali al-Ansi der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo sei das Werk von AQAP gewesen. „Wir von der Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel übernehmen die Verantwortung für diese Operation as eine Rache für den Gesandten Allahs“, sagt al-Ansi. „Wir machen der Ummah klar, dass derjenige, der das Ziel ausgewählt hat, den Plan gemacht und die Operation finanziert hat, die Führung unserer Organisation ist.“

Die Anschläge hätten nach einem Befehl von Al-Qaida-Führer Ayman az-Zawahiri und nach dem Willen von Osama Bin Laden stattgefunden. „Die Abmachung mit dem Anführer der Operation wurden von Sheikh Anwar al-Awlaki gemacht, der den Westen sowohl im Leben und als auch nach seinem Märtyrertod bedroht“, erklärt Al-Ansi weiter. „Diese gesegnete Schlacht wurde ausgeführt von zwei Helden des Islam, den Kouachi Brüdern Cherif und Said. Es war ein göttlicher Segen von Allah, dass diese Operation zufällig mit der Operation des Mudschahid-Bruders Ahmed Koulibali zusammenfiel.“

Al-Qaida habe die Mohammed-Karikaturisten weltweit vor den Konsequenzen gewarnt. Im „Inspire“-Magazin der jemenitischen Al-Qaida sei zudem eine Todesliste veröffentlicht worden, auf der sich auf der Charlie-Hebdo-Chefredakteur Charbonnier befand.

„Wir haben euch vorher vor den Konsequenzen dieser Taten gewarnt, dass eure Regierungen erlauben unter dem Kontext von Pressefreiheit und Meinungsfreiheit“, erklärt AQAP-Terrorist Al-Ansi außerdem.

Bislang unbestätigten Berichten zufolge soll es tatsächlich Verbindungen zwischen den Paris-Attentätern und der jemenitischen Al-Qaida gegeben haben. US-Geheimdienste übermittelten ihren europäischen Partnern wohl die Information, dass die Kouachi-Brüder im Jahr 2011 zunächst in den Oman und von dort aus weiter in den Jemen gereist sei. Am 25. Juli 2011 sollen die Islamisten demnach in den Jemen geschleust worden sein, wo sie anschließend in einem Ausbildungslager der Al-Qaida in der Region Marib an Waffen geschult worden sein sollen. Bis zu zwei Wochen sollen sich die Kouachis im Jemen aufgehalten haben, bevor sie am 15. August 2011 wieder über den Oman nach Frankreich zurückreisten.

Rund einen Monat später, am 30. September 2011 tötete eine US-Drohne den US-jemenitischen Prediger Anwar al-Awlaki. Der englisch- und arabischsprachige Extremist hatte Kontakte zu zahlreichen Islamisten in Europa und Nordamerika und rief sie zu Anschlägen in ihren Heimatländern auf.

Es wäre durchaus denkbar, dass Awlaki die Kouachi-Brüder zu ihrem späteren Attentat inspiriert hat. Ähnlich wie bereits zuvor im Fall des Ford-Hood-Attentäters Nidal Hassan oder des Nigerianers Umar Farouk Abdulmutallab, der im Dezember 2009 versuchte eine amerikanische Passagiermaschine mit einer Bombe in seiner Unterwäsche in die Luft zu sprengen.

Cherif Kouachi erklärte im TV-Interview am vergangenen Donnerstag, dass er von der Al-Qaida im Jemen beauftragt und von Anwar al-Awlaki finanziert worden sei. Dies öffentlich zu äußern, schien ihm sehr wichtig zu sein.

Das nun aufgetauchte Video von AQAP ist tatsächlich ein weiteres Indiz, dass es eine starke Jemen-Verbindung der Kouachi-Brüder geben könnte. Und die Organisation womöglich tatsächlich seit einigen Jahren über terroristische „Schläfer“ in Frankreich verfügte.