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Kreuzigungen im Namen Allahs

von Florian Flade

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Es sind verstörende Bilder, die seit einigen Wochen in regelmäßigen Abständen durch die sozialen Netzwerke geistern. Fotos von toten, blutüberströmten Menschen, mal mit Einschusswunden, mal mit durchgeschnittenen Kehlen, an Holz- oder Metallkreuze gebunden oder geschlagen. Oft hängen an den Leichen Schilder mit unmissverständlichen Warnungen.

Die Toten sind die Opfer des „Islamischen Staates im Irak und Großsyrien“ (ISIG). Mit äußerster Brutalität setzen die Dschihadisten des ISIG in den von ihnen kontrollierten Gebieten martialische Strafen durch, für all jene, die nach ihrer Auffassung der Errichtung eines Gottesstaates im Wege stehen.

Erst heute wieder meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass die ISIG-Extremisten in der Ortschaft Deir Hafer im Osten von Aleppo acht Männer hingerichtet und anschließend auf dem Marktplatz der Stadt gekreuzigt hätten. Drei Tage sollen die Leichen dort nun als Warnung verbleiben. Angeblich handelt es sich bei den Hingerichteten um Angehörige einer rivalisierenden Rebellengruppe.

Dschihadisten erschießen, sie sprengen in die Luft und enthaupten ihre Opfer. All das war bislang bekannt und in unzähligen grausamen Propagandavideos dokumentiert. Doch die Kreuzigung als Strafe trat in den Dschihad-Gebieten der vergangenen Jahre nicht auf. Sie entwickelt sich aber augenscheinlich zur favorisierten Abschreckungstaktik der Dschihadisten in Syrien und Irak.

Aber weshalb kreuzigen Islamisten?

Die Antwort findet sich in der Fünften Sure des Koran („Al-Ma´ida“ – Der Tisch), im Vers 33.

إِنَّمَا جَزَاءُ الَّذِينَ يُحَارِبُونَ اللَّـهَ وَرَسُولَهُ وَيَسْعَوْنَ فِي الْأَرْضِ فَسَادًا أَن يُقَتَّلُوا أَوْ يُصَلَّبُوا أَوْ تُقَطَّعَ أَيْدِيهِمْ وَأَرْجُلُهُم مِّنْ خِلَافٍ أَوْ يُنفَوْا مِنَ الْأَرْضِ ۚ ذَٰلِكَ لَهُمْ خِزْيٌ فِي الدُّنْيَا ۖ وَلَهُمْ فِي الْآخِرَةِ عَذَابٌ عَظِيمٌ

Dort heißt es:

„Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

In Aussagen des Propheten Mohammed und in Rechtsgutachten islamischer Gelehrter findet sich zudem der Hinweis darauf, dass manche Strafen öffentlich zu vollstrecken sein, als Mahnung und Warnung an andere Feinde und Kriminelle.

Der ISIG wendet die Kreuzigung sowohl bei Regierungssoldaten des Assad-Regimes, als auch bei verfeindeten Rebellen, bei kurdischen und schiitischen Milizionären und sogar bei Dschihadisten aus den eigenen Reihen an, falls diese gegen ein Gesetz verstoßen haben.

So veröffentlichte jüngst ein deutscher Dschihadisten auf seinem Facebook-Profil das Bild eines getöteten und gekreuzigten Islamisten. „Abu Abbas al-Anadani, ein Soldat des islamischen Staates“, heißt es in der Beschreibung. „Er wurde durch den Befehl von Abu Bakr al-Bagdadi dazu verurteilt, getötet und 3 Tage gekreuzigt zu werden.“ Grund für die Bestrafung des Dschihadisten: „Er hatte bei einem Checkpoint viel Geld von Muslimen geraubt, mit der Ausrede, sie würden Kuffar sein. Die Sharia Urteile laufen über jeden, selbst wenn er aus den eigenen Reihen ist.“

 

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Islamisten wollen vor Bundesverfassungsgericht demonstrieren

von Florian Flade

In Karlsruhe ist eine Islamisten-Demo geplant. Gastredner soll ein britischer Extremist sein, danach wird vor dem Bundesverfassungsgericht für die Einführung der Scharia demonstriert.

Der britische Islamistenführer und bekennende Bin-Laden-Sympathisant Anjem Choudary will am Mittwoch vor dem Gebäude des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe einen Vortrag zum Thema „Göttliches (islamisches) Gesetz oder deutsches Gesetz?“ halten.

Das kündigte er am Dienstag in einer E-Mail an. Demnach soll in Karlsruhe eine Demonstration für die Einführung des islamischen Scharia-Rechts stattfinden.

Choudary wird laut Ankündigung mittags auftreten und über die Scharia-Gesetzgebung sprechen. Auch weitere radikale Islamisten, unter anderem Vertreter der Gruppe „Islam für Deutschland“, werden als Sprecher erwartet.

„Dieses Gericht hat den Vorsitz und ist Zeuge über die Kriminalisierung derjenigen, die die Ehre des Propheten Mohammed verteidigen wollten, der Unterdrückung derjenigen die ihre Religion praktizieren mochten“, heißt es in der Ankündigung der Islamisten.

Bei anderen Besuchen außerhalb Großbritanniens, u.a. in Belgien, war Choudary in der Vergangenheit festgenommen worden. Sicherheitsbehörden in Belgien hatten ihn als Repräsentanten eines militanten Islams eingestuft.

Unterrichtsverbot für Braunschweiger Islamschule

von Florian Flade

Wenn Muhamed Ciftci predigt, dann spricht er mit ruhiger Stimme. „Viele denken, dass die Juden am gefährlichsten sind. Das stimmt nicht. Die Christen sind gefährlicher als die Juden.“ In einem anderen Vortrag geht es um die Ehe im Islam. „Wenn du dieser Frau den Stock zeigst, dann kriegt sie Angst. Das Ziel vom Schlagen ist, der Frau Angst zu machen. Pass auf, ich habe den Stock.“ Predigten wie diese wird Ciftci, der Leiter der Islamschule Braunschweig, künftig nicht mehr als Online-Studium anbieten dürfen. Nach Informationen der „Welt“ aus Behördenkreisen hat die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) einen Antrag Ciftcis abgelehnt, Fernunterricht zu erteilen.

Die Sicherheitsbehörden haben Ciftci und seine Islamschule schon länger im Visier. Der Deutsch-Türke, der in Braunschweig geboren wurde, unterrichtete seit 2007 Hunderte Muslime in Deutschland per Fernstudium im Internet. Damit ist nun Schluss. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die ZFU die Islamschule aufgefordert, eine Zulassung vorzulegen. Deshalb hatte Ciftci tatsächlich kürzlich einen Antrag gestellt. Diesen lehnte ein Gutachter in der vergangenen Woche allerdings ab. Die Voraussetzungen für eine Lehrerlaubnis, so das Ergebnis der Prüfung, seien nicht gegeben. Demzufolge ist ab sofort kein Online-Studium mehr an der Braunschweiger Islamschule erlaubt. Der Schulleitung wurde nach Informationen dieser Zeitung eine 14-Tage-Frist gestellt, auch die Webseite der Schule zu löschen. Zurzeit steht auf der Webseite, dass keine Anmeldung möglich sei.

Knapp 300 Muslime aus dem gesamten Bundesgebiet waren dort zuletzt als Internetstudenten eingeschrieben. Sie lernten gegen eine monatliche Studiengebühr von 55 Euro Arabisch und Theologie. Als Lehrmaterialien dienten unter anderem Video- und Audio-Predigten von Muhamed Ciftci alias Abu Anas. Seinen Angaben zufolge lehrte er nach den Richtlinien der Universität Medina in Saudi-Arabien, wo er nach eigenen Angaben selbst studiert hat.

Für die Sicherheitsbehörden ist die Islamschule des 39-jährigen Salafisten-Predigers keineswegs eine harmlose Lehranstalt, sondern eher eine radikal-islamische Kaderschmiede. „In Ciftcis Predigten wird die Scharia in ihrer orthodoxesten Form gelehrt, also: Theokratie statt Demokratie, Diskriminierung von Frauen und Andersgläubigen, Tötung von Glaubensabtrünnigen“, sagte Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel der „Welt“. Nach außen gebe sich der Braunschweiger Prediger zwar gewaltfrei, in seinen Predigten aber schüre er Hass gegen Juden und Christen. Durch das in Braunschweig angebotene Online-Studium würden junge Muslime per Mausklick radikalisiert. „Dieses Studium in deutscher Sprache … verdeutlicht die erst durch moderne Techniken ermöglichte Globalisierung der salafistischen Ideologie“, heißt es einer Broschüre des niedersächsischen Verfassungsschutzes.

Wie gefährlich die Indoktrinierung durch das Studium an der Islamschule ist, verdeutlichen die gewalttätigen Salafisten-Proteste in Bonn im Mai dieses Jahres. Fünf Islamisten, die bei der Veranstaltung Polizisten angegriffen hatten, waren eingeschriebene Online-Studenten an Muhamed Ciftcis Schule. Unter ihnen war auch Murat K., ein 25-jähriger Salafist aus Hessen, der zwei Bonner Polizisten mit einem Messer lebensgefährlich verletzte.