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Das Leben und Sterben des Moez Garsallaoui

von Florian Flade

„Ich habe mein Zuhause verlassen, um in den Dschihad zu ziehen. Das bedeutet: um den Feind zu töten“

– Interview mit Moez Garsallaoui im Sommer 2009

Moezeddine Garsallaoui kam 1998 als Flüchtling aus Tunesien in die Schweiz. Er arbeitete auf Baustellen und als Computerfachmann. Dann lernte er über das Internet eine in Belgien lebende Marokkanerin kennen – Malika El-Aroud. Die vollverschleierte Salafistin ist die Witwe eines Al-Qaida-Selbstmordattentäters. Moezeddine Garsallaoui wurde ihr dritter Ehemann. Sie zog zu ihm in die Schweiz

Vom schweizerischen Düdingen (Kanton Freiburg) aus betrieb das Paar jahrelang zwei islamistische Internetseiten, auf denen es Propagandafilme von Enthauptungen und Bombenanschlägen verbreitete. El-Aroud und ihr Ehemann  etablierten sich als einige der führenden Dschihad-Unterstützer im Internet.

Im Jahr 2005 verhafteten Schweizer Behörden das islamistische Paar wegen Unterstützung terroristischer Organisationen. Garsallaouis Einbürgerungsverfahren wurde gestoppt. Das Schweizer Bundesstrafgericht verurteilte ihn und seine islamisch angetraute Ehefrau stattdessen im Juni 2007. Er erhielt 24 Monaten Haft, muss diese allerdings nicht sofort antreten.

Weil das Paar zunächst auf freiem Fuß blieb, konnten sich Garsallaoui und Malika El-Aroud ins Ausland absetzen. Sie floh nach Belgien, er reiste über die Türkei nach Pakistan.

Doch auch in Belgien ermittelten die Behörden gegen El-Aroud. Die Salafistin soll zu einer Gruppe radikaler Islamisten gehören, die junge Männer für den Dschihad rekrutieren. Im Mai 2010 folgte die nächste Verurteilung. Diesmal in Brüssel. Sowohl die Märtyrer-Witwe Malika El-Aroud als auch ihr im Ausland abgetauchter Ehemann wurden zu acht Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation verurteilt. Während El-Aroud die Haftstrafe antrat, kämpfte ihr Gatte in Afghanistan gegen NATO-Soldaten.

Im Stammesgebiet Waziristan schloss sich Garsallaoui islamistischen Terrorgruppen an. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste verkehrte er zuletzt im engeren Zirkel der Al-Qaida. Garsallaoui soll als Ausbilder in einem terroristischen Trainingslager tätig gewesen sein. Das Spezialgebiet des Tunesiers war angeblich der Bombenbau.

Nach Erkenntnissen von Experten gehörte Garsallaoui vermutlich zur Elite der Al-Qaida-Kommandeure in den pakistanischen Stammesgebieten. Er sprach fließend Französisch, Arabisch, Deutsch, Englisch und Paschtu und war damit prädestiniert um mit internationalen Terrorrekruten zu arbeiten. So soll er beispielsweise auch deutsche Dschihadisten während ihrer Ausbildung in Nord-Waziristan getroffen haben.

Seit seiner Flucht aus Europa gab Garsallaoui in diversen Internetforen regelmäßig Lebenszeichen von sich. Dort nannte er sich „Moez al-Qayrawani“ und veröffentlichte einige lange Traktate u.a. zur politischen Situation in Tunesien nach dem Sturz des Ben-Ali-Regimes. Per E-Mail soll der Dschihadist zudem mit Glaubensbrüdern und Verwandten in Belgien, der Schweiz und Nordafrika kommuniziert haben.

Ein Foto, das Garsallaoui seiner Ehefrau vor Jahren in einer E-Mail geschickt hatte, zeigt ihn mit einer Panzerfaust auf der Schulter irgendwo in den Bergen zwischen Afghanistan und Pakistan.

„Das Töten von amerikanischen Soldaten (…) ist kein moralisches Verbrechen für das wir uns schämen“, schrieb Garsallaoui vor drei Jahren in einer E-Mail an einen niederländischen Journalisten, „Ich habe in der Schweiz gelebt, ich will in dieses Land nicht zurückkehren oder irgendwo sonst nach Europa. Ich hoffe ich werde nie dazu gezwungen sein.“

Jetzt soll Moezeddine Garsallaoui tot sein. Dschihadistische Quellen in Pakistan melden, dass der Al-Qaida-Bombenexperte vor kurzem bei einem Luftangriff nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze getötet wurde

Garsallaoui sei zuletzt Anführer einer von kasachischen Islamisten dominierten Gruppierung namens „Jund al-Khilafa“ gewesen, heißt es in arabischen Internetforen. Etliche ausländische Kämpfer habe er ausgebildet. Sein Ziel sei es gewesen, selbst wieder nach Tunesien oder Europa für Dschihad-Aktivitäten zurück zu kehren.

Zuletzt sorgte der Dschihadst aus der Schweiz Herbst 2011 für Schlagzeilen. Damals tauchten mehrere Geiselvideos eines Schweizer Touristen-Paares auf, die im Juli 2011 im Süden Pakistans von Taliban-Kämpfer entführt worden waren. In einem der Videos waren bewaffnete Islamisten zu sehen, die hinter dem am Boden sitzenden Geiseln standen. Einer der Kämpfer stand etwas abseits. Als einzige Person hatte er ein verpixeltes Gesicht.

Da die beiden entführten Touristen aus Bern in dem Video in englischer Sprache sondern in Mundart um ihre Freilassung flehten, spekulierten Medien und Sicherheitsbehörden, der verpixelte Mann könnte womöglich die Funktion eines Dolmetschers haben. Vielleicht sei die Person vor Ort gewesen um den Text der Geiseln zu kontrollieren und für die Taliban zu übersetzen. Folglich müsse es sich um jemanden handeln der Schweizerdeutsch versteht – möglicherweise Moez Garsallaoui.

Die später freigelassenen Schweizer Geiseln klärten in der Vernehmung durch die Behörden schließlich auf, dass die verpixelte Person ihr Aufpasser war und nicht Garsallaoui. Der Islamist selbst dementierte über Internetnachrichten seine Verwicklungen in die Entführung.

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Bilanz 2011: Weltweit 66 Journalisten getötet

von Florian Flade

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat einen traurigen Jahresbericht vorgestellt. Im Jahr 2011 wurden weltweit 66 Journalisten aufgrund ihrer Tätigkeit getötet – die meisten in Pakistan, Irak, Mexiko und Libyen. Auch Blogger wurden Opfer von Gewalt und Repression.

María Elisabeth Macías Castro aus Nueva Laredo im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas war mutig. So mutig, dass die 39jährige Journalistin ihren Mut mit ihrem Leben bezahlte. Castro, Chefredakteurin der Lokalzeitung „Primera Hora“, wagte in diesem Jahr einen riskanten Schritt. Sie startete ein Internet-Projekt. Über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter berichtete María Castro regelmäßig über die Verbrechen der Drogenkartelle in ihrer Heimatstadt Nuevo Laredo.

Seit die mexikanische Drogenmafia die lokalen Medien mit Drohungen und brachialer Gewalt größtenteils zum Schweigen gebracht hat, erfahren viele Mexikaner oft nur noch über soziale Netzwerke von Morden und sonstige Verbrechen in ihrer Region. Für ihren Einsatz, die seit Jahren anhaltende Gewalt durch die Drogenkartelle in Mexiko im Internet anzuprangern, musste die Journalistin María Castro sterben.

Am 24.September wurde ihre Leiche an der Hauptstraße von Nueva Laredo gefunden. Die Journalistin war enthauptet worden. Ihren abgetrennten Kopf hatten die Mörder in einen Topf gelegt. Darin fanden sich zudem eine Computer-Maus, eine Tastatur, Kopfhörer und Kabel – Symbole für Castros Internet-Aktivitäten. „Ich bin hier wegen meinen und euren Berichten“, stand auf einem Zettel den das Drogenkartell „Zetas“ an der Leiche hinterließ.

María Elisabeth Macías Castro starb für ihren journalistischen Kampf gegen die Gewaltspirale, in der Mexiko seit Jahren versinkt. Sie ist eine von Dutzenden Reportern, Fotojournalisten und Bloggern die in diesem Jahr in der Ausübung ihres Berufes ihr Leben verloren. Insgesamt wurden im Jahr 2011 weltweit 66 Journalistinnen und Journalisten aufgrund ihrer Tätigkeit getötet. Dies geht aus dem diesjährigen Abschlussbericht von „Reportern ohne Grenzen“ (ROG) hervor der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Laut ROG starben damit neun Journalisten mehr als noch im Vorjahr. Gestiegen ist zudem die Zahl der Entführungen und Festnahmen von Journalisten und Mitarbeitern von Medien. Im Jahr 2011 wurden laut ROG 1044 Journalisten weltweit festgenommen, die meisten in Eritrea, dem Iran und Myanmar. 1.959 Journalisten wurden bedroht oder physisch angegriffen und 71 wurden Opfer von Entführungen.

Die politischen Entwicklungen in Nordafrika und Nahost, genannt der „Arabische Frühling“, seien verantwortlich für den Anstieg von Gewalt gegen Medienvertreter, analysiert ROG. Auch in anderen Ländern, in denen 2011 Demonstrationen und Bürgerprotest stattfand, wurden Journalisten Opfer von Regime-Gewalt und Unterdrückung. So etwa in Weißrussland, Uganda und dem Sudan.

Wie bereits 2010 starben die meisten Journalisten in diesem Jahr in Pakistan (10), gefolgt vom Irak (7), Mexiko (5) und Libyen (5). Zu den gefährlichste Regionen für journalistische Arbeit zählten laut ROG im Jahr 2011 die syrischen Städte Homs, Deraa und Damaskus, die libysche Stadt Misrata, sowie der Kairoer Tahrir-Platz, die pakistanische Provinz Belutschistan, Somalias Hauptstadt Mogadischu und der mexikanische Bundesstaat Veracruz.

Neben den Mitarbeitern offizieller Medien erwies sich 2011 auch als gefährliches Jahr für Blogger und Internet-Aktivisten. Fünf Online-Aktivisten verloren in diesem Jahr ihr Leben, 199 wurden festgenommen.

Eines der prominentesten Opfer der journalistischen Branche, die 2011 ums Leben kamen, ist der britische Kriegs-Fotograf Tim Hetherington. Er starb am 20.April bei einem Granatenangriff in Libyen. Hetherington, dessen Fotostrecken aus Afghanistan und ein Dokumentarfilm aus Liberia weltweit für Aufmerksamkeit sorgten, war im Auftrag des Magazins „Vanity Fair“ in Libyen unterwegs. In der libyschen Stadt Misrata geriet Tim Hetherington mit einigen Kollegen in ein Straßengefecht. An seiner Seite starb Fotograf Chris Hondros von der Agentur „Getty Images“.

Der österreichisch-südafrikanische Fotograf Anton Hammerl wurde in diesem Jahr ebenfalls in Libyen getötet. Hammerl wurde am 5.April nahe der ostlibyschen Stadt Brega von Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi angegriffen. Der freischaffende Journalist erlitt einen Bauchschuss an dem er kurze Zeit später verstarb. 

In Pakistan starb 2011 mit Syed Saleem Shahzad einer der bekanntesten Enthüllungsjournalisten des Landes. Shahzad, der für die „Asia Times“ über die Taliban, Al-Qaida und den pakistanischen Geheimdienst ISI berichtete, verschwand am 29.Mai in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Am Folgetag wurde der Leichnam des Journalisten rund 150km südöstlich von Islamabad in einem Kanal gefunden. Wie die „New York Times“ berichtete, sollen US-Regierungskreise über Informationen verfügen dass Elemente in Pakistans mächtigem Geheimdienst ISI die Ermordung von Syed Saleem Shahzad anordneten.

Bin Laden-Son´s Letter About Father´s Death

by Florian Flade

Letter signed by Omar Bin Laden

For the first time since US Special Forces killed al-Qaida leader Osama Bin Laden nearly one week ago, relatives of the most-wanted terrorist have issued a statement on his death. A blog operated by one a former Jihadi colleague of Osama Bin Ladens, released a document yesterday allegedly written by the sons of the al-Qaida founder. The letter bears the signature of Osama Bin Laden´s fourth son, Omar.

„We have received the news given by US-President Obama that US troops attacked the compound of our father, Osama Bin Laden (…) and killed him instead of arresting him“, reads the single-page letter. The killing of Bin Laden is regarded by the family as the „strongest violation of human feelings“, according to the document. Now, the letter says, President Obama is obliged to fully investigate the fate of Osama Bin Laden and release the DNA analysis.

Dumping Bin Ladens body in the sea is „not acceptable from humanitarian and religious standpoint“, it is described as a „reckless and abusive towards the family“. The feelings of hundreds of millions of Muslims were hurt by this action, the Bin Laden son writes. As children of Osama Bin Laden, his sons now feel the responsibility and right to demand full investigation into the death of their father.

The letter, who´s authenticity cannot be independently verified was signed by Omar Bin Osama Bin Laden. Other sons of the al-Qaida leader, are not named although the document claims to speak in their name. At least five of the ten known sons of Osama Bin Laden have turned their back on their father and his violent campaign of terrorism. They no longer belong to the al-Qaida circle and left Bin Laden years ago. One of the sons, 24 year-old Ali, was sentenced to 18 years in prison by a Saudi court in 2008 for illegal possession of a gun.

The alleged author of the newly released statement, Omar Bin Laden, was born in 1981 in the Saudi coastal town of Jeddah. He is the son of Osama Bin Laden and his Syrian wife Najwa Ghanem. Omar left his father in 2001 and is an outspoken critic of al-Qaida´s terrorism. Due to his renunciation of Jihad, he was able to regain his Saudi citizenship. Meanwhile Omar Bin Laden is married to a British woman in his second marriage and is seeking to obtain a permission to move to a European country or the United States.

In 2009 Omar Bin Laden and his mother wrote a biographical book titled „Growing Up Bin Laden“, in which both describe their lives as relatives of World´s most-wanted man.

Omar´s alleged letter about his father´s death was published on the webiste run by the former Egyptian Jihadi fighter Abu Walid al-Masri. Al-Masri, born in 1945 in Egypt allegedly worked for Mercedes Benz in Kuwait before joining the Arab Mujahidin in Afghanistan in their fight against the Soviets in the 1980s. He worked as a journalist, reporting about the Jihad news from the frontlines. During that time Al-Masri met Osama Bin Laden.

He claimed he was never part of al-Qaida and strongly criticized the organization´s violent agenda. One of Al-Masri´s daughters is allegedly married to Saif al-Adl, who had been living in Iran and is now said to be part of the al-Qaida infrastructure in the Pakistani tribal areas of North-Waziristan, acting as Al-Qaida´s Military Chief.

Abu Walid al-Masri, living under house arrest in Iran for some years, is an active blogger, release comments on Muslim affairs and the war in Afghanistan on a regular basis on his Arabi-language website.

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von Florian Flade

Erstmals seit der Tötung des al-Qaida Führers Osama Bin Laden vor knapp einer Woche, haben sich Verwandte des Dschihad-Führers in einem Brief offenbar zu Wort gemeldet. Auf einer von einem ehemaligen Kampfgefährten Bin Ladens betriebenen Webseite erschien gestern ein Dokument, das von den Söhnen des Al-Qaida Gründers verfasst worden sein soll. Das Schriftstück, das mir vorliegt, trägt die Unterschrift von Bin Ladens viertem Sohn, Omar (30).

„Wir haben mit Bedauern die Nachricht des US-Präsident Obama erhalten, dass US Truppen das Haus unseres Vaters, Osama Bin Laden, angegriffen haben (…) und ihn töteten anstatt ihn festzunehmen“, heißt es in dem einseitigen Dokument. Die Tat wird insbesondere mit Blick auf die in Bin Ladens Versteck anwesenden Familienmitglieder als „schwerste Verletzung menschlicher Gefühle“ beschrieben. Es sei nun die Pflicht von Präsident Obama, das Schicksal Bin Ladens aufzuklären und DNA Beweise vorzubringen, heißt es weiter.

Aus „humanitärer und religiöser Sicht ist es nicht akzeptabel“, so der Verfasser des Briefes, die Leiche Bin Ladens nicht an die Familie zu übergeben, sondern sie im Meer zu versenken. „Diese Vorgehensweise ist rücksichtslos und beleidigend gegenüber seiner Familie“, schreiben die Söhne Bin Ladens. Als Kinder von Osama Bin Laden behandelte man sich nun das Recht vor, auf Aufklärung zu drängen, um das Schicksal des al-Qaida Führers aufzuklären.

Unterzeichnet wurde das Dokument, dessen Authentizität „Welt Online“ nicht bestätigten kann, von Omar Bin Osama Bin Laden. Weitere Söhne Bin Ladens, in deren Namen der Brief verfasst sein soll, werden nicht genannt. Mindestens fünf der insgesamt zehn bekannten Söhne Osama Bin Ladens, haben sich vom Vater losgesagt und leben nicht mehr im Umfeld der Al-Qaida. Ein Sohn, der 24jährige Ali, wurde 2008 von einem saudi-arabischen Gericht zu 18 Jahren Haft wegen Waffenbesitz verurteilt.

Der angebliche Verfasser des nun aufgetauchten Briefes, Omar Bin Laden, kam 1981 in der saudiarabischen Hafenstadt Dschidda zur Welt und ist ein Sohn Osama Bin Ladens und der Syrerin Najwa Ghanem. Er kehrte der Gewalt der al-Qaida den Rücken und verließ seinen Vater 2001. Ihm gelang es, durch die klare Loslösung von seinem Vater und der Kritik am blutigen Terror der al-Qaida, die saudi-arabische Staatsbürgerschaft wieder zu erlangen. Inzwischen ist Omar Bin Laden in zweiter Ehe mit einer Britin verheiratet. 2009 verfasste er zusammen mit seiner Mutter das Buch „Growing Up Bin Laden“, in dem er seine Erlebnisse als Sohn des meistgesuchten Terroristen der Welt schildert.

Veröffentlicht wurde der angebliche Brief der Bin Laden Söhne, den Omar Bin Laden unterzeichnet haben soll, auf der Webseite des ehemaligen ägyptischen Dschihad-Kämpfers Abu Walid al-Masri. Al-Masri, der 1945 in Ägypten geboren worden sein soll und angeblich eine Zeit lang für Mercedes Benz in Kuwait tätig war, zog in den 80er Jahren als einer von hunderten arabischen Freiwilligen in den Krieg gegen die Sowjetunion in Afghanistan. Er berichtete als Journalist der Mudschaheddin über die Ereignisse an der Front und lernte dabei wohl auch Osama Bin Laden kennen.

Nach eigener Aussage war al-Masri nie Teil von al-Qaida sondern wandte sich sogar gegen die Methoden des Terrornetzwerkes. Ein Tochter al-Masris soll verheiratet sein mit Saif al-Adl, dem mutmaßlichen Militärchef von Al-Qaida, der ebenfalls aus Ägypten stammt und einst ein Oberst der Streitkräfte war. Abu Walid al-Masri soll seit einigen Jahren im Iran unter Hausarrest leben. Von dort aus betreibt er ein arabischsprachiges Blog, auf dem er regelmäßig Kommentare zum Krieg in Afghanistan abliefert.