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UPDATE zu „Schweizer Geiseln in Pakistan“

Geiselvideo von Olivier O. und Daniela W. – mit falschem Datum

259 Tage arbeitete eine „Task Force“, eine Art Krisenstab des Schweizer Außenministeriums, an der Freilassung der beiden von Taliban in Pakistan verschleppten Schweizer Touristen Olivier O. und Daniela W. – gestern kamen das Berner Pärchen endlich frei.

Nach offizieller Version – vertreten durch die Schweizer Regierung und pakistanische Behörden – floss keinerlei Lösegeld für die Freilassung von Olivier O. und seinr Lebensgefährtin. Angeblich gelang den Schweizern die Flucht aus der Taliban Geiselhaft und sie schlugen sich durch bis zu einem Militärcheckpoint der pakistanischen Armee in Waziristan.

Wie aus Pakistan zu erfahren ist, war das Ende der Geiselhaft wohl eher keine spektakuläre Flucht aus einem Gehöft der Taliban, sondern das Resultat einer Lösegeld-Zahlung in Millionenhöhe.

Mitarbeiter des „Fata Research Center“ in Islamabad erfuhren aus Geheimdienstkreisen dass die Taliban-Geiselnehmer die beiden Schweizer offenbar nach Absprache an einem Checkpoint in der Nähe der Ortschaft Miranshah in Nord-Waziristan auf freien Fuß gesetzt hatten. Zuvor soll Lösegeld geflossen sein.

Pakistanische Quellen berichten, dass Gelder in Höhe von bis zu 8 Millionen Euro an die Taliban gezahlt wurden um die sichere Freilassung von Olivier O. und Daniela W. zu gewährleisten. Zusätzlich seien „mehrere Dutzend“ Taliban-Kämpfer des Kommandeurs Wali ur-Rehman aus Gefängnissen in den pakistanischen Stammesgebieten freigelassen worden.

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Deutsche in Äthiopien entführt: Rebellen warnen vor Befreiungsaktion

von Florian Flade

Die beiden deutschen Touristen, die im Januar von Rebellen in Äthiopien entführt wurden, werden möglicherweise schon bald freigelassen. Dies geht aus einer schriftliche Stellungnahme der Geiselnehmer hervor.

In dem Dokument der Rebellengruppe „Afar Revolutionären Demokratischen Einheitsfront“ (ARDUF) heißt es, die Rebellengruppe sei gewillt, die beiden im Grenzgebiet von Äthiopien und Eritrea am 17.Januar verschleppten deutschen Staatsbürger sobald wie möglich freizulassen. Gleichzeitig warnen die Rebellen aber vor einem Befreiungsversuch.

„Trotz der Aggressionen von Seiten des äthiopischen Regimes, werden wir unser bestes geben, die beiden deutschen Staatsbürger bedingingslos freizulassen“, heißt es in dem Schreiben der Rebellengruppe.

Ende Januar sei es in der Region, in der sich die beiden deutschen Geiseln befinden, zu schweren Kämpfen zwischen Rebellen und äthiopischen Truppen gekommen, melden die Aufständischen. Es habe Tote und Verletzte durch Raketen- und Mörserangriffe der äthiopischen Armee gegeben.

„ARDUF möchte speziell die deutsche Regierung wissen lassen, dass die äthiopische Regierung mit neuen Angriffen weiterhin jeden unserer Versuche behindert, die beiden Deutschen in ein sicheres Gebiet zu bringen und sie Stammesältesten zu übergeben“, schreiben die Geiselnehmer weiter. „Falls die beiden verbliebenen Deutschen bei Kämpfen getötet werden, trägt das äthiopische Regime erneut die Verantwortung für die Ermordung von Europäer“, heißt es in dem Bekennerschreiben der Rebellen, „Das Regime ist auch verantwortlich für die Tötung von fünf Europäern am 17.Januar 2012 in der Erta Ale Region.“

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich auf Nachfrage nicht zu der neuen Stellungnahme der Geiselnehmer äußern.

Am 17.Januar 2012 war eine europäische Reisegruppe in der Nähe des Vulkans Erta Ale im äthiopisch-eritreischen Grenzgebiet von bewaffneten Rebellen angriffen worden. Zwei Deutsche, zwei Ungarn und ein Österreicher waren bei dem Überfall getötet worden. Die Rebellengruppe ARDUF behauptete später die Touristen seien bei einer Schießerung ums Leben gekommen und seien nicht gezielt getötet worden. Zwei deutsche Touristen, ein äthiopischer Fahrer und ein äthiopischer Polizist wurden von den Rebellen verschleppt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) entsandte wenige Tage nach dem Angriff auf die Touristengruppe mehrere Beamte nach Äthiopien, um die vermissten Deutschen zu suchen. Auch eine Einheit der deutschen Polizei-Spezialeinheit GSG9 wurde nach Äthiopien verlegt.

Die Rebellengruppe ARDUF, die sich nur kurze Zeit nach der Verschleppung der deutschen Touristen zur Entführung bekannte kämpft in Äthiopien und dem benachbarten Eritrea seit 1987 für die Unabhängigkeit und Souveränität des Afar Volkes.