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Wiener Blut in Waziristan

von Florian Flade

In der österreichischen Hauptstadt zog eine Islamisten-Clique in den Dschihad. Einige scheiterten auf dem Weg in die Terror-Schulen in Pakistan und Somalia. Andere kehrten zurück und wurden verhaftet. Einer von ihnen fand in der Bergwelt Pakistans den Tod: Kerim B.-A.

Wien, Mai 2009. Zwei Männer betreten das Reisebüro einer saudi-arabischen Fluggesellschaft. Sie nehmen Platz, sagen, sie bräuchten Tickets für einen Flug nach Pakistan. Der Preis sei egal, wichtig sei nur, dass es eine möglichst kurze Umsteigezeit für den Anschlussflug gebe. Die Mitarbeiter im Reisebüro erzählten der Polizei später, der ältere der beiden sei Wortführer gewesen. Es war der 20-jährige Maqsood L., ein gebürtiger Afghane und ehemaliger Soldat im österreichischen Gardeheer. Eher kleinlaut und schüchtern habe der zweite Mann gewirkt – Kerim B.-A..

Der Sohn einer Österreicherin und eines Tunesiers war gerade einmal 16 Jahre alt, als er am 23.Mai 2009, nur wenige Tage nach dem Besuch im Reisebüro, zusammen mit seinem Freund Maqsood und einem weiteren gebürtigen Afghanen, Hayatullah B., in ein Flugzeug stieg und über das saudi-arabische Dschiddah nach Pakistan flog. Drei Freunde auf dem in den Dschihad.

In einem Abschiedsbrief an die Mutter schrieb Kerim B.-A., sie solle zum Islam konvertieren, um ihn im Paradies wieder zu sehen. Er werde wahrscheinlich nicht mehr nach Hause zurückkehren.

In seiner Heimatstadt Wien war Kerim B.-A. über die Jahre schleichend zum Islamisten geworden. Nach dem Schulabschluss begann er zunächst eine Lehre als Schornsteinfeger, die er ebenso wie eine anschließende Ausbildung zum Tischler nach nur wenigen Monaten abbrach. Kerim B.-A. veränderte sich nach Erkenntnissen der Ermittler ab 2007 deutlich in seiner Wesensart. Er ließ sich einen Bart wachsen und trug die für Salafisten typische Sunnah-Kleidung. Immer häufiger besuchte er die Moschee, übernachtete dort sogar hin und wieder. Die Mutter forderte B.-A. auf, nach muslimischen Vorschriften zu kochen und auf Alkohol zu verzichten. Seine Schwester heiratete nach islamischem Recht einen österreichischen Konvertiten, der aktuell als Terrorverdächtiger in Wien angeklagt ist.

Nach seiner Ausreise nach Pakistan zusammen mit dem Freund Maqsood L. (Hayatullah B. kehrte bald wieder nach Österreich zurück) schloss ich Kerim B.-A. zunächst der Gruppe Hizb i-Islami in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion an. Es folgte eine terroristische Ausbildung in den Trainingslagern der Dschihad-Kämpfer. Erst knapp ein Jahr nach seinem Verschwinden, im Juli 2010, kontaktierte Kerim B.-A. erstmals wieder seine Familie in Österreich.

Von einem Callshop in der Region Nord-Waziristan rief er die Eltern an und erklärte, er wolle nach Österreich zurückkehren, benötige für die Rückreise und die Bezahlung von Schleusern allerdings mehrere tausend Euro. Als die Geldzahlungen nicht erfolgten, kam es offenbar zum Streit zwischen Maqsood L. und B.-A.. Die beiden Wiener trennten sich.

Während sich Maqsood L. offenbar der Al-Qaida anschloss, wurde Kerim B.-A. nach Erkenntnis der österreichischen Ermittler ein Mitglied der “Islamischen Bewegung Usbekistans” (IBU). Im Auftrag der Terrorgruppe begann der Österreicher nun in seiner Heimat um Spendengelder zu werben. Er kontaktierte einen alten Bekannten, den Konvertiten Thomas al-J. in Wien. Al-J. überwies im Frühjahr und Sommer tatsächlich zwei Mal Geld an eine Kontaktperson in Pakistan. Die Spenden, so glauben die Ermittler, waren für Kerim B.-A. und die IBU bestimmt.

Als “Abu Bakr” beteiligte sich Kerim B.-A. vermutlich auch an Gefechten mit der pakistanischen Armee. Gezielt habe ihn die IBU bei Kommandoaktionen gegen Militärkonvois und Versorgungstrupps eingesetzt worden, so mutmaßen Geheimdienstler und die Justiz.

Im November 2011 veröffentlichte die Terrorgruppe IBU ein fast schon lyrisches PDF-Dokument voller Dschihad-Poesie und Märtyrer-Romantik. Darin verherrlicht ein Islamist namens “Abdul Matin al-Almani” den Märtyrertod eines IBU-Kämpfers. “Ich habe alles gelassen für diesen Moment. Ich verließ meine Heimat. Ich widersetzte mich den Plänen meiner Eltern”, heißt es in dem Dokument, “Die angsteinflößende Kugel hat getroffen und ich bin Gast bei Allah.”

Auf Seite 2 des Schreibens ein Foto. Es zeigt die Leiche eines bärtigen jungen Mannes, dessen Kopf von Blüten umrahmt ist. Die Augen des Toten sind geschlossen, auf seiner rechten Gesichtshälfte klafft eine grob zusammengenähte Narbe. Der Tote ist der 18-jährige Kerim B.-A. aus Wien.

Bereits einen Monat zuvor tauchte bei Youtube ein Video auf, das den Märtyrertod des Wieners, der offenbar im Spätsommer 2011 starb, feierte. B.-A. sei bei einer Operation zum Märtyrer geworden, bei der 35 pakistanischen Soldaten getötet wurden, hieß es darin.

The Taliban Suicide Squad Which Attacked Kabul

by Florian Flade

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On April 15 a Taliban suicide squad carried out a series of rocket and missile attacks and bombings on Western embassies and diplomatic compounds in Kabul and the provinces of Paktia, Logar, and Nangarhar. Afghan media reported one of the attackers survived the 18-hour stand-off and was captured by Afghan security forces. The militant told interrogators he and some 200 other Taliban fighters were trained by a senior Taliban leader of the Haqqani network in the Afghan-Pakistan border region of Waziristan.

On the Taliban´s website a series of pictures were released showing the Kabul attackers being trained in Waziristan. These images are a clear proof of ongoing terrorist activities in the Pakistan tribal region with the clear aim of sending out fighters into Afghanistan.

 

British Jihadi Killed By U.S. Drone In Somalia

by Florian Flade

They are Al-Qaida´s hidden force, joining Al-Shabaab, fighting and training in a country that has suffered from civil war, occupation and drought for decades – foreign Jihadi militants in Somalia.

Hundreds of foreign fighters are actively training and fighting in Somalia, Western intelligence agencies and Somali government officials are estimating. Most of these so-called “Al-Mujahiroun” are suspected to be from other African countries like Sudan, Kenya, Chad or Eritrea followed by the Arab fighters, some of which are Pakistan/Afghanistan-trained and experienced.

The real concern for Western intelligence services are the Jihadis holding Western passports. The threat these Islamists from Europe and North America are posing has long been underestimated according to various European counter-terrorism officials. Dozens of young men from the Somali communities of Scandinavia, the United Kingdom and the United States have joined Al-Shabaab in recent years, turning the group into an international terrorist organization.

Nevertheless Al-Qaida has successfully established its own branch in Somalia, regularly cooperating with Al-Shabaab. One of these Al-Qaida members in Somalia was killed today by what local sources believe to be a U.S. drone strike on a car.

“At around 2 p.m., a U.S. drone targeted our Mujahidin. One foreigner, a Lebanese with a British passport died”, the chief spokesman for Al-Shabaab, Sheikh Ali Mohamud Rage, told news agency Reuters, “Bilal Al-Barqawi, a great Mujahid brother who was in Somalia for a long time was killed today. He was in a car in Elasha. This foreigner is a martyr.”

The British-Lebanese is Bilal Al-Barqawi known as “Abu Hafsa”, a Islamist who grew up in West-London and came to Somalia in 2006 and served as the deputy to Fazul Abdallah, Al-Qaida´s most senior commander in Somalia killed in June 2011 by Somali troops in a Mogadishu shoot-out.

When a U.S. airstrike targeted Lower Jubba region in Southern Somalia in July 2011 Bilal Al-Barqawi was injured on his head and later received treatment in Kenya according to Al-Shabaab.

British intelligence officials have warned about the emerging threat of Western Jihadi militants trained as terrorists in Somalia – especially those holding Western passports. Numerous of these foreigners have died in Somalia, most of them during gun-battles, others became suicide bombers. If the news of Bilal Al-Barqawi is confirmed, this shows: a Western Jihadi was for some years Al-Qaida´s No.2 man in the country.