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Eric, der Dschihadist aus Phoenix

von Florian Flade

In Syrien kämpfte monatelang ein Ex-US-Soldat auf Seiten der Rebellen. Jetzt wurde Eric Harroun aus Arizona festgenommen. In den USA droht ihm die Anklage wegen Terrorverdacht.

www.youtube.com 2013-3-29 11:53:35

Im Januar tauchte im Internet ein Video aus Syrien auf. Es zeigt einen hellhäutigen Mann mit schwarz-weißem Halstuch. Er trägt eine wüstenfarbene Flecktarn-Jacke und ist umringt von vier bärtigen Männern. „Deine Tage sind gezählt“, sagt der Mann in breitem amerikanischen Englisch in die Kamera, „Du solltest verschwinden, so lange du noch kannst. Du wirst auf jeden Fall sterben (…) wir werden dich finden und töten!“

Gerichtet ist die Botschaft an den syrischen Diktator Baschar al-Assad. Der Mann, der da in die Kamera spricht, heißt Eric Harroun. Er stammt aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und war einst Soldat im US-Militär. Dann fand er wohl zum Islam und kämpfte auf der Seite syrischer Rebellen gegen das Assad-Regime.

Harroun ist der erste US-Amerikaner, der in Propagandavideos aus Syrien zu sehen ist. Und er scheute auch nicht den Kontakt zu Medien. Der US-Fernsehsender „Fox News“ und das „Foreign Policy Magazine“ führten vor einigen Wochen mehrere Interviews mit dem Dschihadisten per Skype. Darin dementierte Eric Harroun unter anderem Berichte der Assad-Propaganda, wonach er jüngst getötet worden sei. „Keine Angst, Baschar wird tot sein bevor ich es bin“, so Harroun.

Über seine eigene Biografie sprach der selbsternannte Dschihad-Kämpfer nur wenig und teils widersprüchlich mit den US-Journalisten. Harroun nannte sich selbst einen „sunnitischen Muslim“ und erzählte, sein Vater sei gebürtiger Libanese. Eine Lüge, wie Vater Darryl Harroun klarstellte. Er trinke auch gerne Bier, so Harroun, stelle Frauen nach.

Fest steht: Der 30-jährige Eric Harroun wuchs in Phoenix auf und trat im Jahr 2000 in das US-Militär ein. Drei Jahre diente er in der „568. Engineer Company“ in Fort Riley (Kansas). Nach Angaben seines Vaters wurde Eric im Mai 2003 aus dem Militärdienst entlassen, nachdem er sich schwer verletzt hatte. Er fuhr einen Pick-Up-Truck gegen einen Baum.

Mehrfach kam Harroun in den USA offenbar mit dem Gesetz in Konflikt. So saß er vor einigen Jahren eine Haftstrafe ab, weil er betrunken Auto gefahren war.

Im Freundeskreis sei der abenteuerlustige Ex-Soldat „Arizona Jones“ genannt worden, betone Erics Vater Darryl gegenüber US-Medien.. Die Familie sei nicht muslimisch, sein Sohn hege jedoch eine tiefe Faszination für den Nahen Osten.

Vor zwei Jahren machte sich der US-Amerikaner offenbar auf den Weg in die arabische Welt. Gegenüber US-Medien behauptet Harroun er sei im Jahr 2011 zwei Mal von Sicherheitskräften in Ägypten verhaftet worden. Zudem sei er viel durch den Libanon und die Türkei gereist.

Augenscheinlich gelang es dem Amerikaner sich bis nach Syrien durchzuschlagen und zunächst der Rebellengruppe „Freie Syrische Armee“ (FSA) anzuschließen. Er kämpfte wohl in der „Amr Ibn al-‚Aas Brigade“ rund um die syrische Rebellenhochburg Aleppo.

Gegenüber dem „Foreign Policy Magazine“ bestätigte Harroun jedoch auch, enge Freundschaften zu Dschihadisten der Al-Qaida-nahen Terrorgruppe „Jabhat al-Nusrah“ zu pflegen. Mit deren Chef Abu Muhammed al-Julani will sich Harroun nach eigenen Angaben im Januar zwei Mal getroffen haben. Über Gruppenzugehörigkeiten wollte Harroun in seinen Interviews nicht sprechen. Er bezeichnete sich selbst als „Freiheitskämpfer“.

„Vielleicht ist Gaza mein nächstes Ziel, vielleicht das Westjordanland, „schrieb Harroun auf seine Facebook-Seite, „Der einzig gute Zionist, ist ein toter Zionist.“

Vor einigen Wochen verließ der amerikanische Dschihad-Söldner das umkämpfte Syrien und setzte sich in die Türkei ab. Dort kam es wohl mehrfach zu Gesprächen zwischen Harroun und Mitarbeitern der US-Botschaft.

Am Mittwoch wurde Eric Harroun schließlich festgenommen und in die USA überstellt. Schon am gestrigen Donnerstag erschien der Ex-Soldat und Syrien-Kämpfer vor einem Untersuchungsrichter im US-Bundesstaat Virginia. Das FBI und die Staatsanwaltschaft werfen ihm vor, Mitglied der Terrorgruppe „Jabhat al-Nusrah“ zu sein und in Syrien eine terroristische Ausbildung erhalten zu haben.

Die USA hatten „Jabhat al-Nusrah“ vor kurzem offiziell als terroristische Organisation eingestuft. Sie sei eng mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida, insbesondere dessen Ableger im Irak verbunden. Ihr Ziel seien nicht nur Terroranschläge gegen das Assad-Regime sondern auch gegen Interessen der USA und ihrer Verbündeten.

„Wir opfern unser Blut für deine Ehre!“ – Hisbollah ruft zu weltweiten Protesten

von Florian Flade

Quelle: Youtube

Sayyid Hassan Nasrallah – Anführer der Hisbollah

Es war ein seltener Auftritt am vergangenen Montag in Libanons Hauptstadt Beirut. Der Führer der Hisbollah, Sayyid Hassan Nasrallah, hatte sich seit Jahren nur noch per Videobotschaft an seine Anhängerschaft gewandt. Zu groß war die Angst vor israelischen Attentatsversuchen. Am Montag nun trat Nasrallah vor eine jubelnde Menge tausender Hisbollah-Anhänger. Es galt, die Ehre des Propheten Mohammed zu verteidigen.

„Prophet Gottes, wir werden uns, unser Blut, unsere Familien und unser Geld für deine Ehre opfern!“, rief der Hisbollah-Chef den Massen zu. In den Tagen zuvor hatte ein Schmähvideo über den islamischen Propheten Mohammed weltweit für gewalttätige Proteste gesorgt. In Libyen starben amerikanische Diplomaten bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi, im Sudan attackierte der wütende Mob die deutsche Botschaft und setzte sie in Flammen.

Hassan Nasrallah heizte die Stimmung am Montag weiter an. „Die Welt muss unsere Verbindung zu Gottes Propheten verstehen“, sagte er, „Amerika muss verstehen dass die Veröffentlichung dieses Filmes gravierende Konsequenzen auf der ganzen Welt haben wird!“ Bereits am Sonntag hatte der Hisbollah-Anführer in einer TV-Ansprache erklärt, das Mohammed-Video sei der „schlimmste Angriff auf den Islam jemals“.

Offenbar findet der Aufruf Nasrallahs an diesem Freitag Gehör – auch in Deutschland. Bislang blieben hierzulande die wütenden Proteste gegen die Mohammed-Beleidigungen bislang aus. Für den heutigen Freitag allerdings wurden erste Demonstranten angemeldet. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden handelt es sich dabei wohl mehrheitlich um Kundgebungen aus schiitischen Glaubensgemeinden. Die Veranstalter, so hört man aus Sicherheitskreisen, seien dem Hisbollah-Umfeld zuzurechnen.

In Freiburg, Karlsruhe, Münster, Dortmund, Cuxhaven und Hannover sind für heute Demonstrationen gegen die Mohammed-Verunglimpfungen angekündigt worden. Sowohl in Freiburg als auch in Münster sind offenbar Hisbollah-nahe Personen bzw. Vereine Veranstalter. Alleine in Freiburg, wo ein gebürtiger Libanese die Protestaktion angemeldet hat, werden bis zu 800 Demonstranten erwartet. In Karlsruhe könnten nach Einschätzung der Behörden bis zu 1000 Menschen demonstrieren.

Aus dem salafistischen Spektrum erwarten die Behörden bislang keine organisierten Protestveranstaltungen. Innerhalb der Szene werde der Mohammed-Film, als auch die französischen Karikturen des Magazins „Charlie Hebdo“ und das angekündigte Cover des deutschen Titanic-Magazins heftig diskutiert. „Das Hintergrundrauschen ist vergleichbar mit dem im Vorfeld der Proteste von Bonn und Solingen im Mai“, sagte mir ein Vertreter der Sicherheitsbehörden. In passwortgeschützten Internetforen und in öffentlich zugänglichen Chats diskutiere die Salafisten-Szene hitzig über die Propheten-Beleidigungen.

„Die Lage ist hoch emotionalisiert“, heißt es in Sicherheitskreisen, „Wir haben das sehr genau im Blick.“ Auch wenn wohl keine gewalttätigen Proteste wie im Mai zu erwarten sind, zieht die Politik auch im Inland erste Konsequenzen aus der aktuellen Stimmung in der muslimischen Welt.

Der vom Bundesinnenministerium geplante Start der Plakataktion „Vermisst“ wird verschoben, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Mit der Kampagne sollte eine Beratungsstelle für betroffenen Eltern, Freunden und Bekannten von radikalisierten Salafisten bekannt gemacht werden. Grund für die kurzfristige Verschiebung des Kampagnen-Starts sei eine neue Einschätzung der Gefährdungslage durch das Bundeskriminalamt (BKA), teilte das Innenministerium mit.

Abu Yahya al-Libi – Dead or Live?

by Florian Flade

New Abu Yahya al-Libi video announced

While Western media and numerous news agencies are citing U.S. intelligence sources saying a recent CIA drone strike in North Waziristan killed Al-Qaida commander Abu Yahya al-Libi, there is no word from the Jihadi side yet on wether these claims are true or not.

Yesterday there was an announcement released on several major Jihadi Internet forums indicating Abu Yahya was in fact not killed and is still roaming the mountains of the Pakistani tribal area.

„Glad Tidings: New As-Sahab Video of Abu Yahya al-Libi (may Allah protect him) will be released soon“ – the forums post reads.

Does this announcement made by a forum member mean the Al-Qaida commander survived the U.S. drone attack or was in fact never in the house that was hit by the missiles? No, it does not. In the past Online Jihadis have reacted in a similar way when a prominent Al-Qaida figure was killed. Within the intelligence community there is a saying: „First they deny it, then they mourn it, then they celebrate it, then they call for revenge“.

Question remains if the person who posted the video announcement some 17 hours ago on the forums is in fact in contact with Al-Qaida operatives or those working for the propaganda wing As-Sahab Media.

America´s spies and terrorist hunters are pretty sure they got Al-Libi this time. And even in Pakistan military and intelligence sources claim the Al-Qaida commander is dead now. Three to four Arabs and some Haqqani and Bahadur Taliban were killed in the drone strike on Khassu Khel village, Pakistani sources are saying. Likely Abu Yahya al-Libi was killed next to his Arab bodyguards and driver.