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Deutscher Salafist in Slowenien verhaftet

von Florian Flade

Österreichische Behörden jagten einen Islamisten aus Baden-Württemberg. Der Konvertit soll mit seiner Ehefrau Einbrüche begangen haben. Er steht zudem unter Terrorverdacht und gilt als radikaler Extremist. Jetzt wurde er in Slowenien festgenommen. 

Quelle: Youtube

Die österreichischen Polizisten glaubten, sie hätten die Einbrecher endlich gestellt. In einem Wald am Lamprechtsberg in Kärnten entdeckten die Beamten vor knapp zwei Wochen eine Art Waldlager mit Zelt, Schlafsäcken, Decken und Tüten. Da in der Region in jüngster Zeit insgesamt 26 Almhütten aufgebrochen und ausgeraubt wurden, waren sich die die Polizisten ihrer Sache sicher. Doch bei der Personenkontrolle waren sie überrascht: Bei dem Pärchen handelte keineswegs um ein gewöhnliches Verbrecherpaar, sondern um radikale Islamisten. Die „Waldmenschen“ waren der deutsche Salafist Gabriel K. (27) sowie dessen Lebensgefährtin Esin A. (25).

Bei Esin A. und ihrem drei Monate alten Säugling hatten die Beamten leichtes Spiel: Sie konnten sie festnehmen. Nicht aber Vater Gabriel K.: Ihm gelang zunächst die Flucht. Er entzog sich der Festnahme und flüchtete über die Grenze nach Slowenien. Aufgrund der Almhütten-Einbrüche erließ die Staatsanwaltschaft Graz umgehend Haftbefehl gegen K.. Insgesamt 26 Almhütten sollen der Salafist und seine Lebensgefährtin seit Herbst 2011 aufgebrochen und ausgeraubt haben. Dabei erbeuteten sie Kleidung sowie ein Jagdgewehr und mehrere Schuss Munition.

Nun wurde nach meinen Informationen auch Gabriel K. festgenommen. Am Morgen des 30.Juli kontrollierten Polizisten in Velenje in Nord-Slowenien einen Mann, der sich als der in Österreich gesuchte Salafist entpuppte. Die Beamten versuchten K. festzunehmen. Dieser wehrte sich, flüchtete an einen See und griff wenig später die Polizisten mit einem Messer an. Schließlich konnte K. überwältigt werden und sitzt derzeit in Slowenien in Haft.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte mir gestern, dass der deutsche Staatsbürger am 30.Juli in Slowenien festgenommen wurde und seitdem von der deutschen Botschaft konsularisch betreut wird.

In Deutschland hatte die Polizei Gabriel K. seit längerem im Visier. Sicherheitsbehörden stufen ihn seit längerem als radikalen Islamisten ein. Der Konvertit stammt aus Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart. Er wurde als Sohn einer christlichen Missionarsfamilie in Japan geboren, der Vater ist Amerikaner, die Mutter Deutsche. Der Konvertit kam 1998 nach Deutschland. Ein Freund führte Gabriel K. an den Islam heran. Anfang 2006 konvertierte der Missionarssohn schließlich. Aus Gabriel K. dem evangelischen Christen wurde der salafistische Muslim „Dawud“. Kurze Zeit später konvertierte auch K.s Mutter, sowie die 13-jährige Schwester und der 11-jährige Bruder zum Islam.

Den Informationen zufolge ordnen die deutschen Staatsschützer Gabriel K. den „takfiris“ zu, jener Gruppe von radikalen Islamisten die andere Muslime als „Ungläubige“ bezeichnen, die andere Auffassungen des Glaubens vertreten wie sie. K. soll derart radikale Ansichten vertreten haben, dass er in vielen salafistischen Gemeinden keinen Anschluss fand.

Gabriel K. geriet nicht zum ersten Mal in die Fänge der slowenischen Polizei. Bereits im Oktober 2010 griffen Polizisten den baden-württembergischen Salafisten und seine Lebensgefährtin in einem Waldstück in Slowenien auf. Nur zufällig stießen damals zwei Polizeibeamte auf das fundamentalistische Paar und stellten bei einer Personenkontrolle fest, dass K. aufgrund eines deutschen Haftbefehls gesucht wurde. Er gehörte nach den Erkenntnis der Sicherheitsbehörden schon damals zu einem Kreis radikaler Salafisten, die rund um das inzwischen geschlossene „Multikulturhaus“ in Neu-Ulm verkehrten. Mehrere Islamisten aus K.s Bekanntenkreis setzten sich in den vergangenen Jahren zwecks Arabisch-Studium nach Ägypten ab. Einige der Neu-Ulmer Salafisten, darunter auch der vor kurzem in der Türkei gefasste Konvertit Peter B., sollen versucht haben, sich in terroristische Ausbildungslager in Pakistan zu begeben.

Die slowenische Polizei lieferte Gabriel K. im Dezember 2010 nach 30 Tagen Haft nach Deutschland aus. Die Staatsanwaltschaft in Schwäbisch Gmünd klagte den 27-jährigen Baden-Württemberger im Früjahr 2011 wegen „Anwerbung für fremden Wehrdienst“ an. Die Richter entschieden jedoch, dass Gabriel K. aufgrund einer ausgeprägten Psychose schuldunfähig ist. Der Islamist kam auf freien Fuß.

K.s Ehefrau Esin A. blieb zunächst in Slowenien in Haft, wurde dann aber nach Österreich abgeschoben. Kurze Zeit später griff sie in einem Waldstück an der österreichisch-slowenischen Grenze eine Polizeistreife an. Die Salafistin hatte die Polizeibeamten in ihrem Auto mit einer Axt attackiert, als diese sich ihrem Waldversteck genähert hatten. Im Schnellverfahren verurteilte sie ein slowenisches Gericht zu drei Monaten und 15 Tagen Haft. Nach dem Absitzen der Haftstrafe reiste sie umgehend nach Österreich aus. Ihr Ehemann Gabriel K. verließ offenbar kurze Zeit später Deutschland und folgte seiner Frau nach. Seitdem hauste das Salafisten-Paar in österreichischen Wäldern.

Deutsches Islamistenpaar in Slowenien inhaftiert

by Florian Flade

Deutsche Islamisten beim Terrortraining in Waziristan

In Slowenien wurden vor zwei Wochen ein international gesuchter deutscher Islamist und seine Begleiterin festgenommen. Der Mann aus Baden-Württemberg soll Terrorrekruten angeworben haben, seine Frau griff slowenische Polizisten mit einer Axt an.

Seit Ende Oktober befinden ein mutmaßliches deutsches Islamistenpärchen in Slowenien in Haft. Es soll sich um den 25jährigen Konvertiten David K. aus Baden-Württemberg handeln, der seit längerem mit internationalen Haftbefehl gesucht wurde.

David K. und seine weibliche Begleitung waren am Abend des 21.Oktober nahe der Ortschaft Dobrovnik an der slowenisch-ungarischen Grenze festgenommen worden. Ein slowenischer Polizeisprecher beschrieb mir den Hergang der Festnahme. Demnach war das Paar einer Polizeistreife durch ihre islamische Kleidung aufgefallen und auf ihre Personalien kontrolliert worden. Da beiden keine Identitätspapiere, sondern lediglich einen Koran bei sich führten, wurden der 25jährige Mann und die 24jährige Frau zunächst zur Polizeistation gebracht.

Durch die polizeiliche Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen, so ein slowenischer Polizeisprecher, konnten die slowenischen Behörden ermitteln, dass es sich bei dem Paar um deutsche Staatsbürger handelt. Zum Erstaunen der slowenischen Beamten wurde David K. sogar per internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Gericht in Murska Sobota ordnete daraufhin eine 30-tägige Untersuchungshaft für den deutschen Terrorverdächtigen und anschließende Abschiebung nach Deutschland an.

Seine Begleiterin hingegen wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie war lediglich zu einer Buße verurteilt worden, weil sie eine Axt bei sich trug und gegen das slowenische Waffenrecht verstoßen hatte. Die Polizisten zeigten ihr nach der Freilassung den kürzesten Weg ins nahegelegene Österreich.

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mir gestern bestätigte, ist der in Abschiebehaft befindliche deutsche Staatsbürger seit einiger Zeit von deutschen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben. Der mutmaßliche Islamist steht im Verdacht gegen Paragraph 109h des Strafgesetzbuches verstoßen zu haben – „Anwerben für fremden Wehrdienst“. Gemeint ist damit in diesem Zusammenhang die Rekrutierung deutscher Staatsbürger für terroristische Netzwerke. In wenigen Tagen soll K. den deutschen Behörden überstellt werden.

Am 26.Oktober, fünf Tage nach der Festnahme von David K., kontaktierte ein slowenischer Jäger die Polizei und berichtete er habe im Wald unweit der Grenze zu Östereich eine islamisch gekleidete, verschleierte Frau entdeckt, die dort ein Lagerfeuer gemacht habe. Als gegen 13:30 Uhr zwei slowenische Polizisten in einem Waldstück nahe der Ortschaft Radenci tatsächlich auf die beschriebene Frau stießen, attackierte diese die Beamten mit einer Axt. „Ein Polizeifahrzeug wurde dabei beschädigt, die Polizisten wurden jedoch nicht verletzt“, so die slowenische Polizei. Slowenische Medien berichten, die Frau habe bei ihrem Angriff „Lang leben der Islam!“ geschrieen.

Die 24jährige Frau, bei der es sich um David K.s Begleiterin handelte, wurde in Gewahrsam genommen und befindet sich nun wie K. in einem Gefängnis in Murska Sobota. Wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mitteilte, liegt gegen die Deutsche kein Haftbefehl vor, weshalb ihr Fall im Zuständigkeitsbereich slowenischer Behörden liegt.

„Wir können nicht bestätigten, wann die beiden Personen nach Slowenien kamen“, erklärte mir ein Polizeisprecher aus Murska Sobota. Da David K. von der deutschen Justiz verdächtigt wird, Terrorrekrutierung betrieben zu haben, ist denkbar, dass sich der mutmaßliche Islamist ins Ausland abgesetzt hatte um unterzutauchen.
Slowenische Zeitungen berichtet allerdings, der deutsche Terrorverdächtige habe im Polizeiverhör angegeben in Afghanistan zum Selbstmordattentäter ausgebildet worden zu sein.

Etwa zur gleichen Zeit als David K. in Slowenien gefasst wurde, begann vor dem Stuttgarter Landgericht der Prozess gegen drei Männer, die im Umfeld des 2005 geschlossenen Neu-Ulmer „Multikulturhauses“ Rekruten für terroristische Ausbildungslager angeworben haben sollen.

Rani M. (28) aus Ulm, und den Bonnern Ramez A. (47) und dessen Stiefsohn Antonio M. (25) wird vorgeworfen seit 2006 Dutzende Glaubensbrüder indoktriniert und an ägyptische Sprach- und Koranschulen vermittelt zu haben. Von dort aus sollten die Rekruten weiter nach Afghanistan oder Pakistan geschleust werden.
Das Trio war im Februar bei Razzien in Ulm, Bonn und Wiesbaden, bei denen 43 Wohnungen durchsucht wurden, festgenommen worden. Gegen vier weitere Männer liegt ebenfalls in diesem Zusammenhang ein Haftbefehl vor, sie gelten als flüchtig.