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IS-Terroristen im Sudan?

Im Sudan gab es schwere Gefechte zwischen Sicherheitskräften und angeblichen IS-Dschihadisten. Dass die Terrororganisation auch in dem ostafrikanischen Land aktiv ist, war bislang nicht bekannt. Anfang des Jahres wollte jedoch auch ein Islamist aus Deutschland offenbar dorthin ausreisen. 

Von Florian Flade

Ein heftiges Feuergefecht soll es gegeben haben. Am Montag, im Stadtteil Jabra der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Maschinengewehre, Panzerfäuste und Handgranaten kamen dabei offenbar zum Einsatz. Sudanesische Sicherheitskräfte sollen eine Anti-Terror-Operation gegen Dschihadisten durchgeführt haben. Vier Terrorverdächtige sollen dabei getötet worden sein, ebenso ein sudanesischer Soldat. Weitere vier mutmaßliche Terroristen wurden nach Angaben lokaler Medien festgenommen. Es soll sich um eine Zelle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) handeln.

Erst in der vergangenen Woche kamen bei einer Operation des sudanesischen Geheimdienstes in derselben Gegend fünf Angehörige der Sicherheitsbehörden ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Auch bei diesen Schusswechseln sollen IS-Anhänger beteiligt gewesen sein. Sudanesische Behörden melden außerdem die Festnahme von mehreren „ausländischen Elementen“, die zu der Terrorzelle gehört haben sollen.

Die Terrorgruppe IS beherrschte einst große Teile Nordsyriens und des Irak. Zudem entstanden Ableger, sogenannte Provinzen oder Verwaltungsgebiete, in anderen Regionen der Welt. Unter anderem in Afghanistan, Somalia, Philippinen, der ägyptischen Sinai-Halbinsel und Westafrika. Auch in Zentralafrika, vor allem im Kongo, und in Mosambique sind die Dschihadisten aktiv. Dass allerdings auch im Sudan ein IS-Struktur existiert, war bislang nicht bekannt.

Die Propagandaplattformen des IS veröffentlichen regelmäßig Bekennerschreiben, Fotos und Videos aus den noch verbliebenen Provinzen des Terrorkalifats. Aus dem Sudan, der in den 1990er Jahren als beliebter Rückzugsort für dschihadistische Gruppierungen galt, gab es solche offizielle Propaganda noch nicht.

Der Fall eines Terrorverdächtigen aus Deutschland aber lieferte vor einigen Monaten bereits Hinweise darauf, dass im Sudan möglicherweise tatsächlich terroristische Zellen existieren, die mit dem Islamischen Staat (IS) verbunden sind.

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Dänischer Dschihadist stirbt in Syrien

von Florian Flade

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Europäische Sicherheitsbehörden beobachten seit geraumer Zeit einen besorgniserregenden Trend in der radikalen Salafisten-Szene. Junge Männer reisten zunehmend nach Syrien um sich dort am Kampf gegen Baschar al-Assads Regime zu beteiligen. Todesnachrichten in dschihadistischen Internet-Foren belegen, dass sich Ausländer vermehrt in die Reihen der Rebellen-Gruppen begeben und bei Kämpfen ums Leben kommen.

Das jüngste Beispiel ist ein 30-jähriger Konvertit aus Dänemark. „Abdul Malik“ war vor zehn Jahren zum Islam konvertiert, heiratete eine Konvertitin von den Färöer-Inseln. Er radikalisierte sich offenbar noch in seiner europäischen Heimat.

„Abdul Malik“ zog es in den Jemen, wo ihn Sicherheitskräfte verhafteten. Sie warfen dem Dänen vor, in den Dschihad nach Afghanistan ziehen zu wollen. Eigenen Angaben zufolge wurde der Konvertit in jemenitischer Haft gefoltert, bevor er nach Dänemark zurückgeschickt wurde.

Laut einer Todesmeldung in einem arabischen Dschihad-Forum, wanderte „Abdul Malik“ vor einiger Zeit samt Familie nach Ägypten aus. Er siedelte sich in „New Cairo“ an, wo er Arabisch lernte und den Koran studierte. Nach drei Jahren weigerten sich die ägyptischen Behörden das Visum für den Dänen zu verlängern.

„Abdul Malik“ verließ Ägypten daraufhin und reiste mit seiner Frau und den Kindern ins benachbarte Libyen. Ein Jahr lebte der Konvertit in dem nordafrikanischen Land, dann zog es ihn erneut weiter. Diesmal in den Dschihad.

„Er ließ seine Frau, seine drei Jungs und das Mädchen (Baby) zurück und reiste nach Syrien, um mit seinen Brüdern zu kämpfen“, heißt es einem Interneteintrag über den dänischen Islamisten.

Jetzt ist der Däne „Abdul Malik“ tot. Regierungstruppen töteten den Konvertiten bei Gefechten nahe der syrischen Stadt Homs.

„Wir haben Blut gerochen“ – Drohvideo gegen Deutschland

von Florian Flade

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Er ging, und sie folgten ihm. Mohamed Mahmoud alias „Abu Usama al-Gharib“ verließ Deutschland im Frühjahr 2012. Knapp einen Monat später ließ das Bundesinnenministerium Mahmouds Organisation, die islamistische „Millatu-Ibrahim“-Gruppierung verbieten. Die Folge: zahlreiche Salafisten packten ihre Koffer und verschwanden aus Deutschland.

Die Anhängerschaft von „Millatu-Ibrahim“ wanderte in den Folgemonaten nach Ägypten aus, teilweise mit ihren Familien. Seitdem existiert in Kairo so etwas wie eine Exil-Gemeinde von „Millatu-Ibrahim“. Eine deutsche Salafisten-Kolonien.

Grund zur Sorge für deutsche Sicherheitsbehörden. Ägypten drohe zur Drehscheibe für islamistische Terroristen zu werden, sagte jüngst Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Am Nil rekrutiere Al-Qaida inzwischen massiv neuen Terror-Nachwuchs für die Schlachtfelder in Somalia, Libyen, Syrien oder Mali.

Einige deutsche Islamisten sollen bereits über Ägypten in diese Konfliktgebiete gereist sein. Mindestens zehn Salafisten kehrten jedoch inzwischen aus Ägypten zurück nach Deutschland. Andere wollen offenbar zurück, wie aus Sicherheitskreisen zu vernehmen ist.

Prediger Mahmoud und seine Jünger sind bislang nicht in den Dschihad gezogen. Sie setzen auf die Propaganda-Strategie. Unter der Marke „Globale Islamische Medienfront“ veröffentlichen sie seit Monaten regelmäßig deutschsprachige Video- und Tonbandbotschaften sowie Hetzschriften.

Heute nun tauchte ein weiteres Drohvideo der Exil-„Millatu-Ibrahim“-Gemeinde auf. Ein knapp dreiminütiges „Nasheed“, ein islamistisches Kampflied, gesungen von einer Person namens „Abu Azzam al-Almani“.

Bevor es noch weitere Nachfragen gibt: Nein, bei „Abu Azzam“ handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht um den Berliner Konvertiten Florian L., der den gleichen islamischen Namen benutzt und im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geriet, weil er bei einer Sicherheitsfirma an der Baustelle des neuen Berliner Flughafens BER gearbeitet hat.

Lesen Sie meinen Bericht zu den neuen Drohungen aus dem Umfeld von Mohamed Mahmoud:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article113328134/Islamisten-drohen-Wir-wollen-Merkel-tot-sehen.html