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Weiterer Dschihad-Blogger angeklagt

von Florian Flade

pic060214Die Startseite von islambruederschaft.com

Sie war eine der aktivsten deutschen Propaganda-Webseiten für den Dschihad – islambruederschaft.com. Täglich flossen auf den Blog angebliche und echte Nachrichten aus Krisengebieten wie Afghanistan, Irak oder Palästina. Gefeiert wurden Meldungen von Anschlägen auf das US-Militär und die Bundeswehr in Afghanistan.

Die Betreiber der Webseite gerieten frühzeitig ins Visier der Sicherheitsbehörden. Nicht nur aufgrund ihrer engagierten Propaganda-Arbeit. Sondern auch aufgrund der offenbar direkten Kontakte zur Terrororganisation „Islamische Bewegung Usbekistan“ (IBU), die im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet angesiedelt ist.

Regelmäßig veröffentlichten die Islambrüderschaftler die Video- und Audiobotschaften sowie schriftliche Stellungnahmen der IBU, insbesondere jene in deutscher Sprache. Zu diesem Zweck nutzten die Administratoren auch mehrere Youtube-Kanäle. Einer nannte sich „KalimatTauhid“ (inzwischen gesperrt).

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Betrieben wurde er wohl vom Islambrüderschaftler mit Namen „Abdurrahim al-Almani“. Dahinter soll sich der 27-jährige Konvertit Alexander Abit J. verbergen, gegen den die Bundesanwaltschaft heute Anklage vor dem Oberlandesgericht München erhoben hat. J. wird vorgeworfen in mindestens fünf Fällen über das Internet um Unterstützer und Mitglieder für die IBU geworben zu haben.

„Der Angeschuldigte verbreitete unter verschiedenen Aliasnamen zwischen Oktober 2009 und Januar 2011 im Internet Videofilme sowie Ton- und Textbotschaften der IBU (…) Er wollte dadurch Mitglieder und Unterstützer für die in Afghanistan und Pakistan agierende terroristische Vereinigung gewinnen“, heißt es in der Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft.

Die Webseite islambruederschaft.com ist mittlerweile inaktiv. Im Juli 2011 wurde bereits der Administrator Omid H. alias „Mustafa al-Farsi“ festgenommen.

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Ausgebloggt? – Islamisten-Webseite gelöscht

von Florian Flade

Monatelang verbreiteten deutsche Salafisten aus Ägypten heraus Terror-Propaganda über einen eigenen Webblog. Jetzt wurde die Webseite gelöscht. Auslöser war womöglich eine Morddrohung gegen die Bundeskanzlerin.

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Es scheint die perfekte Symbiose zu sein. Der Österreicher Mohamed Mahmoud ist ein bekennender Islamist. Er predigt den Dschihad gegen die Ungläubigen, preist den Märtyrertod und die Terroristen der Al-Qaida. Miranda K. teilt dieses Gedankengut offenbar. Sie ist eine deutsche Islam-Konvertitin. Und seit dem Frühjahr 2012 auch die islamisch angetraute Ehefrau von Mohamed Mahmoud. Unter dem Namen „Muqatilah“ war Miranda K. lange Zeit als radikalislamische Bloggerin aktiv.

Das Paar lebte zunächst in der gemeinsamen Wohnung im hessischen Ort Erbach. Dann drohte das hessische Innenministerium dem Extremisten Mahmoud mit Abschiebung. Prompt packten Miranda K. und ihr Ehemann, der Prediger und die Bloggerin, die Koffer. Sie verließen Deutschland und begannen im ägyptischen Kairo ein neues Leben. Doch das Predigen und das Bloggen gaben beide nicht auf.

Mahmoud, der als Kopf der in Deutschland verbotenen islamistischen Gruppe „Millatu-Ibrahim“ gilt, verhält sich im ägyptischen Exil keineswegs ruhig. Mehrere radikale Salafisten aus Deutschland sind dem Österreicher inzwischen nachgefolgt. Sie bilden nun eine Art islamistische Exil-Gemeinde am Nil und betrieben in den vergangenen Monaten über eine eigene Webseite fleißig Dschihad-Propaganda. Unter dem Label „Globale Islamische Medienfront“ (GIMF) veröffentlichten die Islamisten um Mahmoud zahlreiche Videopredigten, Hetzschriften und islamistische Acapella-Lieder.

Zuletzt sorgte vor einer Woche ein Drohvideo für Schlagzeilen. Es handelte sich um ein islamistisches Kampflied, gesungen von einem gewissen „Abu Azzam“, wohl einem Salafisten aus dem Umfeld von Mohamed Mahmoud. In dem Lied drohte der Extremist Deutschland mit Terroranschlägen. „Oh Allah gib dem deutschen Volk, was es verdient“, heißt es in der Botschaft, „wir wollen Obama und Merkel tot sehen!“

Veröffentlicht wurde die Drohbotschaft auf einer Webseite, die nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden von Mohamed Mahmoud und seiner Ehefrau Miranda K. betrieben wurde. Am Freitag nun löschte der Internetprovider „WordPress“ das islamistischen Blog. Es ist unklar, ob die Löschung nach dem Hinweis deutscher Behörden erfolgte. „Das Blog wurde archiviert oder gelöscht, weil es gegen unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen hat“, so lautet die simplen Begründung des Webseiten-Betreibers.

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten die deutsche Islamisten-Webseite seit einiger Zeit im Blick. Aus Sicherheitskreisen heißt es, die Seite sei vermutlich primär von Mahmouds Ehefrau betrieben worden. Die deutsche Salafistin Miranda K. gilt als Internet affin. Als sie noch in Deutschland lebte, war sie nach Informationen der „Welt“ eine aktive Bloggerin, verbreitete wöchentlich islamistisches Gedankengut und Videopredigten. Über soziale Netzwerke warb sie für Live-Predigten im Internet.

In Ägypten nun riefen Mahmoud und Miranda K. eine neue Webseite ins Leben, die als Plattform für ihre extremistische Propaganda diente. Die dortigen Hassbotschaften werden von Sicherheitsbehörden mit Sorge registriert. „Die Truppe um Mahmoud versucht aus dem Exil heraus, mit ihrer Propaganda Glaubensbrüder in Deutschland zu Anschlägen zu motivieren“, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der „Welt“. Bislang aber gebe es keine Hinweise dass Attentate geplant seien.

Es sei davon auszugehen, dass die Salafisten-Gruppe um Mahmoud nach der Löschung ihrer Webseite versuchen werde über andere Kanäle Propaganda zu betreiben, heißt es aus Sicherheitskreisen. Ohnehin seien viele Videos und Schriften von der „Globalen Islamischen Medienfront“ innerhalb kürzester Zeit auch in arabischsprachigen Internetforen aufgetaucht.

„Wir bleiben standhaft so Allah will“, stand unter dem Titel des nun gelöschten Blogs, „bis der Kopf fliegt!“

Der Dschihad-Blogger

von Florian Flade

Omid H. war Flüchtlingskind, Hacker, dann Blogger im Dienste des Dschihad. Der 22-jährige Afghane verbreitete auf seiner Webseite zahllose Videos und Hassschriften von Al-Qaida & Co. Am Freitag fällt in Frankfurt das Urteil.

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